An Bord der Vasco da Gama sind rund 1.000 Gäste und 550 Crewmitglieder und trotzdem fühlt sich alles erstaunlich luftig an. Decks, Salons, Gänge, überall gibt es Platz zum Durchatmen, man trifft Menschen, ohne dass es gedrängt wirkt, und genau das macht die Reise so angenehm und gelassen.
Meile für Meile öffnet sich vor dem Schiff die Weite der norwegischen Küste. 1.246 Seemeilen liegen noch vor uns, bis die südlichen Fjorde kommen – ein Kaleidoskop aus Wasser, Bergen und Licht.
Dann wird klar, dass Slow Cruising nichts mit Geschwindigkeit zu tun hat. Es ist eine Haltung: jede Bewegung spüren, den Moment zulassen und die Landschaft nicht nur passieren, sondern aufnehmen – mit Zeit für Häfen, Fjorde und stille Buchten, die sich am Wegesrand öffnen. Kreuzfahrtdirektor Michael Schuller bringt es auf den Punkt: „Wir planen lange Liegezeiten, damit man alles wirklich erleben kann. Wir nennen es auch Zeit für Entdeckungen.“
Ein Schiff mit Charakter
Die Vasco da Gama empfängt einen mit einer schlichten, fast selbstverständlichen Eleganz. Teakholzdeck unter den Füßen, die Sonne glitzert auf den Wellen, drei Aussichtsdecks eröffnen den Blick auf den Horizont, zwei Poolbereiche laden zum Verweilen ein.
Fünf Restaurants verteilen sich über das Schiff, jedes mit eigener Handschrift, von legeren Angeboten bis zu raffinierten Menüs. Sieben Bars und Lounges bieten Rückzugsorte oder Treffpunkte, je nach Laune und Tageszeit – vom stillen Sonnenuntergang auf dem Oberdeck bis zu leisen Klängen am Abend. Das Schiff wirkt nie überladen; es ist ein Ort, an dem Raum, Licht und Wasser eine ruhige Harmonie bilden.
Wer zum ersten Mal an Bord geht, realisiert recht schnell, dass die Vasco da Gama nicht nur ein Fortbewegungsmittel ist, sondern selbst Teil der Reise. Man schlendert, schaut aufs Meer, entdeckt
Zwischen Nyhavn und verstecktem Hygge-Glück
Bereits am nächsten Morgen gleitet die Vasco da Gama an den Öresundinseln vorbei und legt in Kopenhagen an. Und sofort empfängt einen dieser Vibe, dass hier alles ein bisschen entspannter zugeht. Klar, es gibt die Postkartenmotive: die bunten Häuser von Nyhavn, Schloss Amalienborg, die kleine Meerjungfrau. Man kann sie abhaken und Fotos machen. Aber wer sich wirklich auf das quirlige Treiben einlässt, merkt bald: Kopenhagen ist mehr als nur seine Highlights.
Am Kanal liegt das Islands Brygge Harbour Bath, ein Freibad mitten in der Stadt. Kinder plantschen, Schwimmer ziehen ihre Bahnen, ein paar „Beachboys“ genießen die Sonne – und mittendrin dieses typisch dänische Hygge: warm, entspannt, man sitzt da, schaut zu und merkt, wie der Alltag der Kopenhagener in seiner eigenen Geschwindigkeit vorbeizieht.
Man schlendert durch verwinkelte Gassen, entdeckt ein bisschen Industriecharme, stoppt an kleinen Mikrobrauereien für ein frisch gezapftes Bier oder probiert Seetang-Snacks von einem Street-Food-Stand. Einfach treiben lassen, ohne Plan, und plötzlich stolpert man über diese kleinen, überraschenden Momente, die die Stadt so besonders machen.
Nur wenige Schritte weiter trifft man auf das Reiterstandbild von Christians V. auf dem Kongens Nytorv. Geschichte und modernes Stadtleben verschmelzen hier. Straßenmusik, Cafés, vorbeiziehende Passanten, ein kurzer Halt, der Kultur, Fotomotive und urbanes Flair auf charmante Weise verbindet.
Kulinarische Entdeckungen auf See
Zurück an Bord wird erlebbar, welch hohen Stellenwert die Kulinarik auf dem Schiff einnimmt – und weshalb Genießer hier voll auf ihre Kosten kommen. In den Restaurants entfaltet sich eine Geschmackswelt, die von internationalen Klassikern bis hin zu raffiniertem Fine Dining reicht.
Frisch gegrillter Lachs mit Zitronenbutter, zartes Lamm mit nordischen Kräutern oder ein cremiges Risotto, verfeinert mit regionalem Käse – jeder Gang wirkt wie eine kleine Komposition. Der Einfluss von Johann Lafer, dem österreichischen Starkoch und Genussbotschafter, lässt sich nicht verleugnen. Schließlich hat Lafer Rezepte in den Workshops mit den Küchenchefs geschliffen, Abläufe verfeinert und Menüs mitgestaltet, die heute eigenständig und mit sicherer Hand umgesetzt werden – modern, technisch präzise und dennoch angenehm bodenständig im Geschmack.
„Genuss beim Essen ist für uns eine Herzensangelegenheit“, betont Kreuzfahrtdirektor Michael Schuller. „Unsere Küchenchefs arbeiten eng mit regionalen Produzenten zusammen, um jede Reise auch kulinarisch mit den Orten zu verbinden, die wir besuchen.“
Informationen:
www.tourismus.de/europa/norwegen
www.visitnorway.com/things-to-do/food-and-drink/seafood
Fotos: Andreas Bienert, Birgit Werner, nicko Cruises








