1991 bepflanzte Michele Satta erstmals einen Weinberg mit Merlot, Cabernet Sauvignon, Sangiovese und Syrah. Ziel war es, diese ausdrucksstarken Bordeaux-Rebsorten auch in Bolgheri einzuführen, gleichzeitig aber auch die toskanaweit dominierende Eleganz des Sangiovese und die mediterrane Komplexität des Syrah zu verbinden. Heraus kam der Pistraia, der anfangs als Bolgheri Rosso, ab 2012 dann als Bolgheri Rosso Superiore firmierte. Dann aber kam der Generationenwechsel 2017 und mit ihm 2019 eine Novität. Der Syrah verschwand 2019 aus diesem Blend, und seit dem Jahrgang 2022 ist nun auch Cabernet Franc erstmals samt Cabernet Sauvignon, Merlot und Sangiovese in diesem ikonischen Aushängeschild des kleinen, aber feinen Weingutes vertreten.
Natürlich ist dies das Verdienst von Sohn Giacomo, der seine neue, behutsam angegangene Weinphilosophie so beschreibt: „Ich ändere mich mit dem Weingut, und das Weingut ändert sich mit mir.“
Große Erfolge des Vaters
Dabei war es schwer, aus den großen Fußstapfen des Vaters Michele herauszutreten. Der hatte als studierter Agronom und mit sardischen Wurzeln, ursprünglich in Castagneto Carducci in der Landwirtschaft mit Pfirsichen und Erdbeeren begonnen, begann dann indes ab 1983, Weinberge zu pachten um sich dann als Selbständiger voll auf den Wein zu konzentrieren. 1987 erwarb er seinen ersten eigenen Weinberg an der Costa Giulia, in den 1990er Jahren folgten weitere Landkäufe ringsum, die das Weingut auf 23 Hektar anwachsen ließen. Großen Anteil am Erfolg hatte auch die Arbeit Michele Sattas als Agronom für Ornellaia ab 1993. Heute gilt Michel Satta als einer der Mitgründer des hochrenommierten Bolgheri DOC-Konsortiums und hat seit 2015 nach und nach die Verantwortung an Sohn Giacomo, der in Mailand Landwirtschaft studierte, und Tochter Benedetta, die nun für Marketing und Kommunikation zuständig ist, abgeben.
Der Pistraia Bolgheri Superiore DOC 2022
Heute profitiert das Weingut von seiner Lage im natürlichen Amphitheater von Bolgheri, wo es sich im südlichsten Bereich der Bolgheri-Zone im Gebiet Accattapane befindet. Auf den nur 70 bis 80 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Weinbergen gedeihen Trauben von Cabernet Sauvignon, Merlot, Sangiovese, Syrah, Teroldego, Viognier, Vermentino, Cabernet Franc und Sauvignon, die für einen Output von jährlich etwa 150.000 Flaschen Wein sorgen. Über 50 Prozent gehen in den Export, in die USA, nach Kanada, nach Deutschland und in die Schweiz.
Dabei ist der Piastraia ein Aushängeschild: Nach der Ernte Anfang (Merlot) und Ende September findet die Fermentation in Zement statt. Die Reifung erfolgt dann in französischen Barriques, davon 40 Prozent neue Fässer, für zwölf bis 18 Monate statt. Heraus kommt nicht nur für James Suckling ein intensiver Top-Wein mit herrlichen Aromen etwa von schwarzer Johannisbeere, Eukalyptus, und Noten von Leder und Tabak. Natürlich stütz ihn auch eine hohe Haltbar- und Langlebigkeit von mindestens 20 Jahren.
Weitere Weine
Im Portfolio von Michele Satta befindet sich mit dem I Castagni Bolgheri Superiore DOC, dem Marianova Bolgheri Superiore DOC, dem Costa di Giulia Bolgheri Bianco DOC, dem Cavaliere Toscana IGT, dem Syrah Toscana IGT, dem Giovin Re Toscana IGT und dem Bolgheri Rosso DOC weitere exzellente Weine, deren Trauben ausschließlich aus den Satta Weinberge und -Weingärten stammen.
Und vom dynamischen Giacomo Satta darf man auch in Zukunft herausragende Weine erwarten. Schon jetzt hat er mit kleinen Umstellungen großen Erfolg, der Ausbau hin zur biodynamischen Anbauweise ist im Gange. Und der stolze Vater Michele Satta ergänzt: „Heute ist das Weingut vollständig Giacomo Satta.“
Informationen:
Weingut Michele Satta: www.michelesatta.com/en
Fotos: Michele Satta

