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Hotel Hohenwart in Schenna – ein Haus mit Herz

„Zu Gast bei Freunden“ ist ein viel bemühtes Versprechen, mit dem sich heute zahlreiche Hotels schmücken – oft bleibt es jedoch eine wohlklingende Floskel. Nicht so im familiengeführten Vier-Sterne-Superior-Hotel Hohenwart in Schenna. Hier ist Herzlichkeit keine Inszenierung, sondern gelebter Alltag – getragen von der Gründerfamilie Mair ebenso wie von den Gästen selbst. Besonders spürbar wird dieses Miteinander für Alleinreisende: Man grüßt sich, kommt schnell ins Gespräch und fühlt sich vom ersten Moment an geborgen.

Das Hohenwart liegt eingebettet in die sanften Hügel oberhalb von Meran. Seit 1957, damals noch eine kleine Frühstückspension, befindet es sich im Besitz der Mairs. Heute wird es in dritter Generation geführt. Die ersten Gäste zahlten für ein Zimmer mit Frühstück 800 Lire bzw. rund acht Deutsche Mark – ein sehr überschaubarer Betrag im Vergleich zum damaligen Stundenlohn eines Arbeiters von 100 Lire.

Das Hotel Hohenwart in Schenna. Foto: Hotel Hohenwart
Das Hotel Hohenwart in Schenna. Foto: Hotel Hohenwart

Seither hat sich das Hohenwart stetig gewandelt, ohne dabei seine Seele zu verlieren. Seine Geschichte ist an jeder Ecke präsent: in liebevoll bewahrten Erinnerungsstücken, alten Fotografien und charmanten Anekdoten über die Gründergeneration. Auch die Philosophie des Hohenwart blieb bis heute unverändert: Gästen etwas von jener Geborgenheit zu vermitteln, die man selbst lebte. 

„Life is Brewtiful“

Die 94 Gästezimmer verteilen sich auf drei terrassenförmig in den Hang gebettete Gebäude. In luftiger Höhe auf der Dachterrasse bietet das VistaSpa mit einem 34 Grad warmen Infinity-Pool, Panorama-Sauna mit Rundumblick auf die umliegenden Berge, Tiroler Schwitzstube, Rosen- & Soledampfbad und einer Bio-Sauna eine stilvolle Wellness-Oase. Der Blick aus dem Pool reicht weit über das Etschtal und die Gipfel der Texelgruppe. Im weitläufigen Hohenwart-Garten wiederum lädt ein 25 Meter langer, ganzjährig beheizter Outdoor-Sportpool zum Bahnenziehen ein. 

Enziansuite des Hotels. Foto: Hotel Hohenwart
Enziansuite des Hotels. Foto: Hotel Hohenwart

Der Anspruch an Qualität und Regionalität zeigt sich auch in der Küche. Die Zutaten, mit denen das Küchenteam um Chefkoch Maurizio Pitscheider arbeitet, stammen, sofern möglich, aus eigener Produktion. Dazu zählen etwa Lammfleisch vom hoteleigenen Berggasthof Gsteier oder das Bier aus der familieneigenen Hausbrauerei und Buschenschänke Pfefferlechner (Motto: „Life is Brewtiful“) im gut elf Kilometer entfernten Lana. Rind- und Kalbfleisch, Milchprodukte, Brot und Speck bezieht Pitscheider von ausgewählten Südtiroler Produzenten, die Marmeladen stammen aus der Manufaktur Alpe Pragas. Die frischen Kräuter wachsen direkt im hoteleigenen Garten. 

Gaumenschmeichler wie Heilbutt mit Zitronen-Kapern-Sauce und grünem Spargel, rosa gebratenem Kalbstafelspitz mit Kartoffel-Kräuter-Püree und Urkarotte oder neu interpretiertem Tiramisu mit gesalzener Eigelbcreme zum Dessert machen das abendliche Dinner zum kulinarischen Höhepunkt des Tages. 

Heilbutt mit Zitronen-Kapern-Sauce und grünem Spargel. Foto: Christian Euler
Heilbutt mit Zitronen-Kapern-Sauce und grünem Spargel. Foto: Christian Euler

Weinwissen mit Charme

Sommelier Peter Lechner bereichert das Genussangebot mit seinem feinen Gespür für exzellente Tropfen. Er ist eine feste Größe im Hotel Hohenwart und begeistert Gäste mit profundem Fachwissen – und mit viel Charme. Bei den wöchentlichen Weindegustationen führt Peter ebenso humorvoll wie kenntnisreich durch Südtiroler Rebsorten und internationale Highlights aus dem Hotel-Weinkeller, in dem über 400 Etiketten lagern. Auf seine Tipps für die passenden Weine zum Dinner kann man sich blind verlassen. 

Eine seiner Empfehlungen ist der Riedingerhof im unterhalb von Schenna gelegenen Meraner Stadtteil Obermais. Dort widmet sich Hansi Verdorfer mit großer Hingabe dem Weinbau. In erstklassigen Lagen rund um Meran und Schenna bewirtschaftet er seine Reben konsequent biologisch. Die bewusst niedrig gehaltenen Erträge bringen konzentrierte, charakterstarke Trauben hervor. Auch im Keller setzt Verdorfer auf naturnahe Methoden: spontane Vergärung, teils lange Maischestandzeiten und den Ausbau in traditionellen Gefäßen wie Tonamphoren sowie in Eichen- und Akazienholz. 

Sommelier Peter Lechner. Foto: Christian Euler
Sommelier Peter Lechner. Foto: Christian Euler

Genuss mit Charakter

Die Weine besitzen eine klare Handschrift und spiegeln ihr Terroir präzise wider. Ein Beispiel ist der 21 Monate in gebrauchten Barriques gereifte „VerNoir“-Blauburgunder. Ungeschönt und ungefiltert dominieren intensive Noten von Sauerkirschen, frischen Waldhimbeeren und schwarzen Johannisbeeren die Nase. Am Gaumen zeigt sich der Wein saftig, mit zarten Tanninen, milder Säure und einem harmonischen Abgang – ein Highlight für Pinot-Noir-Fans.

Dass Geschmack im Hohenwart weit über Wein und hochwertige Kulinarik hinausgeht, zeigt Sommelier Peter Lechner mit ebenso viel Leidenschaft. Sein Interesse endet nicht bei den feinen Rebsäften: In regelmäßigen Verkostungen von Olivenölen und Balsamico-Essigen öffnet er den Gästen auch hier die Sinne für Qualität, Herkunft und handwerkliche Feinheiten – und macht erlebbar, wie vielseitig und nuancenreich diese Produkte sein können.

Im Weinkeller. Foto: Hotel Hohenwart
Im Weinkeller. Foto: Hotel Hohenwart

Genuss zeigt sich im Hohenwart nicht nur im Glas, sondern auch im gelebten Service. Gabrielle, abends im Service, ist eine Mitarbeiterin, die in Erinnerung bleibt. Ihr fröhliches Lachen wirkt ansteckend und verleiht dem Restaurant eine warme, ungezwungene Atmosphäre. Die gebürtige Ungarin lebt seit 2008 in Südtirol; vormittags unterrichtet sie als Lehrerin an einer Grundschule – abends widmet sie sich mit spürbarer Leidenschaft den Gästen des Hauses.

Gefühl von Vertrautheit

Das Hohenwart ist spürbar ein Lebenswerk der Familie. Gründerin Anna Mair lässt es sich nicht nehmen, persönlich beim Frühstücksbuffet nach dem Rechten zu sehen und die ausgewählten Produkte mit liebevollem Blick zu arrangieren. Ihr Sohn ist allabendlich im Restaurant präsent, dreht seine Runden und sucht den Austausch mit den Gästen. Auch dessen Gattin Christine pflegt die familiäre Nähe: mit Charme und Aufmerksamkeit – und einer sorgfältig kuratierten Bücher-Leseliste, die bei Leseratten für kurzweilige Entdeckungen sorgt.

Familie Mair. Foto: Hotel Hohenwart
Familie Mair. Foto: Hotel Hohenwart

Das Hotel Hohenwart ist weit mehr als ein Rückzugsort mit Aussicht. Es ist ein Haus, das seine Geschichte lebt und seine Werte mit leiser Selbstverständlichkeit weiterträgt. Die Verbindung aus familiärer Herzlichkeit, stilvollem Komfort, hochklassiger Küche und authentischen Begegnungen schafft eine Atmosphäre, in der man nicht nur ankommt, sondern bleibt – im Gespräch, im Moment, im Gefühl von Geborgenheit.


Informationen: 

Hotel Hohenwart: www.hohenwart.com

Riedingerhof: www.riedingerhof.wine

Buschenschänke Pfefferlechner: www.pfefferlechner.it

Fotos: Christian Euler, Hotel Hohenwart

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