Wer in Süd- und Mittelamerika Traumstrände und Surferkultur, Wildlife und Regenwald sucht, landet in der Reiseplanung schnell bei Costa Rica. Dabei liegt nur wenige Flugstunden weiter nördlich ein Land, das all diese Sehnsüchte ebenso bedient und zusätzlich ein einzigartiges Kulturerbe sowie eine aufstrebende Gastronomieszene in die Waagschale wirft: Guatemala.
Mit dem Vulkan als Nachtlicht campen
Rund drei Kilometer Luftlinie vom brodelnden Krater entfernt, auf 3.600 Metern, im Zelt: Der Acatenango-Trek bietet Guatemalas spektakulärste Übernachtungsmöglichkeit. Vom Hochlager aus blicken Besucher direkt auf den Nachbarvulkan Fuego, der mehrmals pro Stunde Aschewolken ausstösst und nach Einbruch der Dunkelheit glühende Lavaströme über seine Flanken schickt. Guatemala gilt als «Land der 37 Vulkane», drei davon, Fuego, Pacaya und Santiaguito, sind dauerhaft aktiv: Der Santiaguito befindet sich seit seiner Entstehung 1922 in nahezu ununterbrochener Eruption und lässt sich bei einer Sonnenaufgangswanderung auf den Santa María beobachten. Wer es entspannter mag, wandert auf den Pacaya bei Antigua und röstet dort Marshmallows über noch warmem Lavagestein.
Vulkankaffee und Maya-Kakao probieren
Antigua, die renommierteste Kaffeeregion des Landes, liegt eingebettet zwischen den Vulkanen Agua, Fuego und Acatenango, und genau das schmeckt man in der Tasse: Nährstoffreiche Vulkanasche verleiht den in über 1.500 Metern Höhe wachsenden Bohnen der Klassifikation «Strictly Hard Bean» Noten von Karamell, Milchschokolade und Blüten. Huehuetenango, San Marcos und Acatenango bringen mit eigenem Mikroklima klar unterscheidbare Profile hervor. Erlebbar wird das bei Röstereibesuchen und Farmtouren. Noch weiter zurück reicht der Kakao: In Alta und Baja Verapaz, wo die Maya ihn einst als Währung und Ritualgetränk nutzten, führen Kakaobauern heute durch Ernte, Fermentation und Röstung, bevor in Werkstätten in Antigua Schokolade nach traditioneller Rezeptur entsteht.
Foto: INGUAT

