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Grand Park Hotel Rovinj – Kulinarik mit Aussicht

Rovinj – kleiner und charmanter Fischerort an der Westküste Istriens, bei dem man mit jedem Schritt das Gefühl hat, gleich Teil in einem Postkartenbild zu werden. Pastellfarbene Häuser, die steile Piazza mit der Kirche der Heiligen Euphemia und davor Boote, die in fast stiller Harmonie in der Adria das Bild komplettieren. Aber Rovinj ist mehr als hübsches Dekor: die Stadt und ihre Umgebung sind ein echter Tourismusmagnet.

Schon 2023 gehörte Rovinj zu den meistbesuchten Zielen in Kroatien: der Ort erzielte mehrere Millionen Beherbergungen und bestätigte seinen Ruf als Publikumsmagnet. 2024 knackte Rovinj die Marke von vier Millionen Übernachtungen im Jahresverlauf — ein klares Zeichen dafür, dass der Ort sowohl Stammgäste als auch Neuentdecker anzieht. 

Sicht auf Rovinj mit kleinen Fischerbooten in der vorgelagerten Bucht. Foto: Michael Schabacker
Sicht auf Rovinj mit kleinen Fischerbooten in der vorgelagerten Bucht. Foto: Michael Schabacker

Kein Wunder, ist das Wetter und Klima in der Region Rovinj doch geprägt von trockenen Sommern und milden Temperaturen in den Wintermonaten. Liegen die Durchschnittswerte in den Sommermonaten noch bei etwa 27 Grad Celsius, verzeichnet das Thermometer auch außerhalb der Hochsaison noch angenehme 20 Grad. Und gerade in den Sommermonaten präsentiert sich Rovinj mit bis zu 13 Sonnenstunden pro Tag mehr als freundlich.

18 Hotels und 11 Ferienresorts

Auf nationaler Ebene blieb Kroatien auch im vergangenen Jahr weiter ein touristisches Schwergewicht: 2024 verzeichnete das Land laut amtlicher Statistik rund 20,2 Millionen Ankünfte und etwa 93,7 Millionen Übernachtungen in gewerblichen Unterkünften – Zahlen, die belegen, wie wichtig der Sektor für die gesamte Adriaküste ist. Besonders Istrien spielt dabei eine tragende Rolle; in manchen Monaten entfielen fast ein Drittel aller Übernachtungen auf die Region. 

Die kaskadenartig aufgebaute Fassade des Grand Park Hotel Rovinj. Foto: Michael Schabacker
Die kaskadenartig aufgebaute Fassade des Grand Park Hotel Rovinj. Foto: Michael Schabacker

Istrien ist auch kulinarisch für seine Produkttiefe beliebt: fangfrischer Fisch, Tintenfischrisotto, Muscheln und dazu Olivenöl, hat hier fast schon Kultstatus erlangt. Die Halbinsel ist außerdem weltberühmt für seine Trüffel – Schwarze und Weiße finden in lokalen Restaurants ebenso Eingang wie die autochthone Malvasia-Traube im Glas.

Mehr als nachvollziehbar, dass sich das Maistra Hotelunternehmen (Teil des Konzerns Adris Grupa“) auch einen Teil vom Touristik-Kuchen in Rovinj gesichert hat. Mittlerweile betreibt Maistra 18 Hotels und 11 Ferienresorts – von Rovinj über Vrsar, von Zagreb bis Dubrovnik. Das Flaggschiff Grand Park Hotel Rovinj – Mitglied in der Vereinigung Leading Hotels of the World – ist mittlerweile ein mächtiger Player in dem kleinen Ort geworden. 209 luxuriöse Zimmer und Appartements bereichern Rovinj seit nunmehr sechseinhalb Jahren. Der Ausblick von den Zimmern: Wahlweise in Richtung Park oder auf die Bucht von Rovinj.

Aussicht vom Hotel auf die Bucht. Foto: Michael Schabacker
Aussicht vom Hotel auf die Bucht. Foto: Michael Schabacker

Faustpfand des Ausnahmehotels dürfte neben der fantastischen Aussicht auf Rovinj und die vorgelagerte Bucht vor allem die Kulinarik im Grand Park sein. Zwei absolute Spitzenrestaurants wird den Gourmets geboten: das Zwei-Sterne-Restaurant Agli Amici und das Cap Aureo Signature Restaurant (1 Michelinstern).

Chefkoch Emanuele Scarello

Chefkoch Emanuele Scarello ist ein echter Vollblut-Koch – geboren 1970 in Udine, in eine Familie, die seit Generationen Gastronomie lebt. Seine Mutter, Ivonne Bodigoi, war eine ausgebildete Spitzenköchin, und hat ihn früh zum Kochen gebracht. Scarello leitet gemeinsam mit seiner Schwester Michela das Familienrestaurant Agli Amici dal 1887 in Godia (Udine). Hier wurde das Geschwisterpaar bereits mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet. 

Auch vom Pool im oberen Stockwerk hat man eine fantastische Aussicht auf Rovinj. Foto: Michael Schabacker
Auch vom Pool im oberen Stockwerk hat man eine fantastische Aussicht auf Rovinj. Foto: Michael Schabacker

Zu seinen Karrierestationen gehören Auslandsaufenthalte in Frankreich, Spanien und Österreich, aber mit „Agli Amici“ ist er immer wieder in seine Heimat zurückgekehrt. So hat er sein Konzept über Udine hinaus ausgeweitet: Sein kulinarischer Einfluss erstreckt sich somit mittlerweile mit dem „Agli Amici Rovinj“ bis in das Grand Park.

Cap Aureo Signature Restaurant

Im ebenfalls hoteleigenen Restaurant Cap Aureo Signature wirkt Jeffrey J. Vella. Der Chefkoch mit maltesischen Wurzeln ist nicht nur für das Restaurant verantwortlich, vielmehr ist er Corporate Culinary Director der gesamten Maistra-Gruppe. Und dies nicht ohne Grund, denn Vella ist wahrlich kein Unbekannter auf der Bühne der internationalen Küche. Er hat bereits mit Gordon Ramsay, Alain Ducasse und Jean-Christophe Novelli zusammen an den Kochtöpfen gewirkt.

Eingang des Cap Aureo. Foto: Michael Schabacker
Eingang des Cap Aureo. Foto: Michael Schabacker

2023 wurde er von der Fachjury von Kult Plava Kamenica zum Koch des Jahres gekürt, sein Cap Aureo wurde gleichzeitig zum Restaurant des Jahres ernannt – zum zweiten Mal in Folge.

Mediterran, nachhaltig, saisonal

Seine Küche? Mediterran, nachhaltig, saisonal – er setzt auf lokale Zutaten aus Istrien: Fisch, Gemüse, „vergessene“ Fleischsorten. Resultat ist eine elegante, bodenständige Küche, die nicht laut prahlt, sondern Geschichten erzählt – von der Herkunft jedes Produkts, vom Klima Istriens, vom Meer.

Die eingesetzten Produkte im Cap Aureo kommen zumeist aus der Region: Scampi mit Kaviar. Foto: Michael Schabacker
Die eingesetzten Produkte im Cap Aureo kommen zumeist aus der Region: Scampi mit Kaviar. Foto: Michael Schabacker

Davon können sich die Gäste bereits beim Studium der Menükarte vergewissern. Denn bereits hier gibt die kleine Ansammlung an kulinarischen Spezialitäten ein wunderbares Entree in die Speisen und deren Herkunft. Tatsächlich startet es schon mit dem Hinweis: The journey. Und bei der Durchsicht der Karte wird schnell klar, dass die eingesetzten Produkte kaum mehr als 50 Kilometer entfernt geerntet, gezüchtet oder gefangen wurden. Einzige Ausnahme bildet verständlicherweise der für das Risotto eingesetzte Reis. Dieser kommt aus Italien und hat etwa 450 Kilometer Wegstrecke hinter sich gebracht. Schwamm drüber!

Die Reise im Cap Aureo ist also zu fast 100 Prozent ein kulinarischer Erfahrungstrip durch Istrien. Vom Kürbis, der mit Prosciutto und gerösteten Samen an den Tisch kommt, den Scampi, Red Mullet und dem Lobster, die fangfrisch aus der Adria in die Küche gelangen. Die Scampi kommen mit Kaviar und einem Brokkoli-Baum an den Tisch. Wunderbar angerichtet – ebenso wie die Stabmuschel – auf einem Teller mit Bambusstäbchen.

Muschel, präsentiert auf Bambusstäbchen. Foto: Michael Schabacker
Muschel, präsentiert auf Bambusstäbchen. Foto: Michael Schabacker

Das oben bereits erwähnte Risotto erweitertet die kulinarische Reise „schlotzig“ und somit perfekt präsentiert. Fein abgeschmeckt ist die beurre blanc, die als cremiges Bett den Lobster mit etwas Kohl beheimatet. Bei einem Besuch sollte man sich auch von der herausragenden Qualität des „Black pig“ oder aber der „pigeon“ überzeugen. Einige weitere Fleisch- und Fischgerichte komplettieren die Karte und lassen die Qual der Wahl.

20 Gänge für 320 Euro

Bestenfalls gibt man sich den gesetzten Menüabfolgen hin. Auch hier gibt es tatsächlich unterschiedliche „Reisemöglichkeiten“: vom 5-Gang-Menü für 130 Euro, über das 7-Gang-Menü (160 Euro) oder auch ein 10-Gang-Menü für 210 Euro ist schon reichlich Auswahl dabei. Ungewöhnlich für ein Sterne-Restaurant: Wem dies noch nicht ausreicht, der kann auf ein 15-Gang-Menü (260 Euro) oder sogar auch stolze 20 Gänge für 320 Euro erweitern. Das entsprechende Wine package exklusive, versteht sich. 

Gericht: Lobster. Foto: Michael Schabacker
Gericht: Lobster. Foto: Michael Schabacker

Und gerade bezüglich der offerierten Weine kann das Restaurant wahrlich punkten. Vom klassischen Champagnerjahrgang bis zu herausragenden vintages wie dem Dom Perignon 2004 oder auch dem Krug 2000 sind bereits als starter außergewöhnliche Perlagen genießbar – wenn auch nicht gerade preisgünstig. Denn gerade die prämierten vintages schmälern das Reisebudget der Gourmetreise dann doch schon erheblich.

Sehr umfangreich gespickt ist die Karte mit istrischen Weinen. Klassisch ist Malvasia auf der Karte – und dies recht zahlreich. Hier lohnt tatsächlich ein genauerer Blick, gerade Weine wie der Sv. Jakov Malvazija oder der Le Chiffre 2023 dürfte für den einen oder anderen Genießer recht interessant ein.

Das Cap Aureo unter der Leitung von Chefkoch Jeffrey J. Vella hofiert mit allen Gerichten die Region und ihre Produkte. Foto: Michael Schabacker
Das Cap Aureo unter der Leitung von Chefkoch Jeffrey J. Vella hofiert mit allen Gerichten die Region und ihre Produkte. Foto: Michael Schabacker

Aber auch andere Weingebiete Kroatiens finden ihren Weg auf die Weinkarte. Dalmatien und Bregovita Hrvatska schicken unter anderem Rieslinge und Chardonnays ins Rennen; und natürlich sind die absoluten Klassiker ebenso auf der Karte zu finden, wie kleine „Schätze“, die man zumeist in anderen Restaurants vergeblich sucht. Letztere kommen größtenteils aus den großen Weinnationen wie Frankreich und Italien. Unumwunden gehören dazu Weine der Produzenten Pierre-Yves Coli-Morey, der Domaine Chandon, Philipp Chavy aus dem Burgund oder auch Österreichs Preger und Deutschlands Wittman, von dem das Große Gewächs Riesling Morstein auf der Karte erscheint.

Die Liste ließe sich fast unendlich weiterführen, beleg dafür, dass auf jeden Fall für alle Menügrößen hinreichend die flüssige Begleitung gewählt werden kann. Was kann es Schöneres geben, als sich der Menüfolge und der passenden Weinbegleitung hinzugeben und den Ausblick auf das beleuchtete Rovinj in den Abendstunden und die im Mondschein schimmernde Adriabucht zu zelebrieren? 

In den Abendstunden: Ausblick auf Rovinj vom Restaurant Cap Aureo. Foto: Michael Schabacker
In den Abendstunden: Ausblick auf Rovinj vom Restaurant Cap Aureo. Foto: Michael Schabacker

Informationen:

Grand Park Hotel Rovinj: www.maistra.com

Rovinj Tourism: www.rovinj-tourism.com

Fotos: Michael Schabacker

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