Foodie

Gipfelerlebnisse mit großartiger Kulinarik

Das Treffen zeigte eindrucksvoll, wie sehr Österreichs Küche heute zwischen Tradition und Innovation vermittelt. Regionale Produkte, alte Handwerkstechniken und moderne Kochkunst standen gleichberechtigt nebeneinander. Besucher und geladene Gäste konnten erleben, wie aus lokalen Zutaten Gerichte entstehen, die mühelos den Sprung auf internationale Bühnen schaffen.

Spitzenrestaurants und aufstrebende Talente

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Tourismusregion Schladming-Dachstein, der Steirischen Tourismusmarketing GmbH und der Österreich Werbung, unterstützt von den Landestourismusorganisationen aller Bundesländer. Ziel war es, die kulinarische Vielfalt Österreichs nicht nur als regionales Kulturgut, sondern als weltweit beachtete Genussdestination zu präsentieren.

Ein emotionaler Höhepunkt des Programms spielte sich hoch oben am Dachstein ab: In alpiner Abendkulisse wurden die neuen MICHELIN-Plaques an die ausgezeichneten Betriebe der Guide-MICHELIN-Selektion 2026 überreicht. Die Ehrung durch Partner METRO Österreich würdigte sowohl etablierte Spitzenrestaurants als auch aufstrebende Talente – und unterstrich einmal mehr, dass Österreichs Küche längst zu den spannendsten Europas zählt.

Präsentation bei der „The Heart of Food“. Foto: Carola Faber
Präsentation bei der „The Heart of Food“. Foto: Carola Faber

Wo Österreichs Küche Zukunft denkt

„The Heart of Food“ zeigte sich nicht als klassische Genussmesse, sondern als sorgfältig kuratiertes Gesamterlebnis. Statt bloßer Verkostungsstationen setzte das Programm auf Formate, die Austausch, Wissen und Inspiration miteinander verbanden: intime Dinners, öffentliche Showcases, Masterclasses, Talks und Live-Podcasts. So wurde die gesamte Bandbreite der österreichischen Kulinarik – vom Feld bis zum Fine Dining – in Szene gesetzt und für Fachpublikum wie Medien gleichermaßen erlebbar gemacht.

Besonders gefragt war auch die Masterclass, in denen Master Sommelier Alexander Koblinger sein Wissen teilte. So unterstrich in seinem Vortrag die internationale Bedeutung österreichischer Weine und zeigte anhand ausgewählter Beispiele, warum Grüner Veltliner, Blaufränkisch und Co. längst zur Weltspitze zählen. 

Kulinarischer Think Tank

Zentrale Impulse kamen bei den Veranstaltungen von Institutionen wie den Jeunes Restaurateurs, den Österreichischen Traditionsweingütern, „Land schafft Leben“ und vor allem vom Koch.Campus. Der unabhängige Verein, seit 13 Jahren als kulinarischer Think Tank aktiv, nutzte den Rahmen des Festivals, um Bilanz zu ziehen und zugleich nach vorne zu blicken. Sein Abend im Zuge von „The Heart of Food“ wurde zu einem der emotionalsten Momente der Veranstaltung.

Käse-Präsentation. Foto: Carola Faber
Käse-Präsentation. Foto: Carola Faber

Vom Samenkorn zum Gourmetgericht

Pfiffige Ideen wie „Das Leben der Karotte“ als Traumreise machten beim Koch.Campus deutlich, wie weit Kulinarik heute über den Tellerrand hinausdenkt. Bei diesem ungewöhnlichen Format wurden die Gäste mit verbundenen Augen in die Natur geführt und erlebten ein Gericht nicht zuerst mit dem Auge, sondern mit allen anderen Sinnen. Auf der geöffneten Handinnenfläche wurden die einzelnen Zutaten eines Gourmetgerichts nacheinander gereicht. Währenddessen erzählte die Stimme des Kochs Josef Floh von Herkunft, Verarbeitung und Bedeutung der Produkte, untermalt vom natürlichen Klangteppich aus Vogelgesang und raschelnden Blättern. So entstand ein intensives, beinahe meditatives Erlebnis, bei dem Geschmack, Geruch und Haptik in den Vordergrund rückten und die Gäste eine ungewohnte, sehr persönliche Beziehung zu den Lebensmitteln entwickelten.

Verantwortung der Gastronomie

Köche und Produzenten sowie langjährige Wegbegleiter kamen beim Koch.Campus zusammen, um über Entwicklungen, Herausforderungen und Visionen der Branche zu sprechen. Dabei ging es um mehr als um Rezepte: Diskutiert wurden Lieferketten, der Stellenwert regionaler Rohstoffe, faire Preise und die Verantwortung der Gastronomie in Zeiten wachsender ökologischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten.

Heinz Reitbauer aus dem Steirereck in Wien. Foto: Carola Faber
Heinz Reitbauer aus dem Steirereck in Wien. Foto: Carola Faber

Dass diese Gespräche nicht im luftleeren Raum stattfanden, zeigte das kulinarische Programm selbst. Vertreter aus allen Bundesländern präsentierten Gerichte, die ihre jeweilige Region widerspiegelten – von alpinen Produkten aus Tirol bis zu pannonischen Aromen aus dem Burgenland. Namen wie Josef Floh, Andreas Döllerer, Paul Ivić oder Heinz Reitbauer standen dabei nicht nur für persönliche Handschriften, sondern für die Vielfalt und Qualität einer Küche, die tief in ihren Landschaften verwurzelt ist.

Zusammenhängender Genussraum

Begleitet wurden die Speisen von sorgfältig ausgewählten Weinen biodynamisch arbeitender Betriebe und Traditionsweingüter. Auch hier zeigte sich das Anliegen der Veranstalter: Österreich nicht als Ansammlung einzelner kulinarischer Hotspots zu präsentieren, sondern als zusammenhängenden Genussraum mit starker Identität.

Am Ende wurde deutlich, dass „The Heart of Food“ mehr war als ein Eventkalender voller Programmpunkte. Es war ein Ort der Begegnung und der Reflexion – und damit ein Format, das der österreichischen Kulinarik nicht nur eine Bühne bot, sondern ihr auch half, sich selbst neu zu verorten.

Fotos: Carola Faber

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