Die Gastgeber Matthias Gfrörer und Rebecca Gfrörer verfolgen eine klare Idee: regionale Landhausküche, die sich am Rhythmus der Natur orientiert. Fleisch oder Fisch können eine Begleitung sein – im Mittelpunkt stehen jedoch saisonale Gemüsegerichte, die überraschend aromatisch und zugleich angenehm leicht wirken.
Vom Feld direkt auf den Teller
Viele Zutaten stammen direkt vom nahegelegenen Gut Wulksfelde. Dort wachsen Gemüse und Kräuter nach biologischen Standards auf den hofeigenen Feldern. Geerntet wird nur, wenn die Produkte ihren natürlichen Höhepunkt erreicht haben – erst dann wandern sie in die offene Küche des Restaurants.
Der Jahreslauf bestimmt daher auch die Speisekarte. Im Frühling kommen frische Wildkräuter und Spargel auf den Teller. Spätsommerliche Pilzgerichte sorgen für erdige Aromen, während mit den ersten kühlen Tagen der Grünkohl Einzug hält. Im Herbst runden hofeigene Kürbissorten die saisonale Küche ab.
Kreative Landhausküche
In der Küche kombiniert das Team um Küchenchef Matthias Gfrörer die regionalen Bio-Zutaten zu modernen, kreativen Gerichten. Traditionelle norddeutsche Gemüsesorten treffen dabei auf Gewürze und Aromen aus anderen Weltregionen. So entsteht eine Küche, die gleichzeitig bodenständig und überraschend vielseitig ist.
Auf Wunsch wird jedes Gericht von sorgfältig ausgewählten Getränken. Weinfachfrau Rebecca Gfrörer findet für jede Speise die passende Begleitung – oft aus nachhaltigem Anbau und immer abgestimmt auf die feinen Gemüsearomen.
Eine kulinarische Reise durch den Gemüsegarten
Die Gutsküche ist damit weit mehr als nur ein vegetarisches Restaurant im Hamburger Umland. Sie ist ein Ort, an dem Landwirtschaft, Saison und Genuss zusammenkommen. Wer hier einkehrt, erlebt eine Küche, die zeigt, wie vielfältig, elegant und überraschend Gemüse sein kann.
Wenn auf den Feldern die ersten frischen Aromen des Frühlings erwachen, spiegelt sich dieser Aufbruch auch in der Landhausküche wider – geprägt von regionalen Zutaten, der Vielfalt der Saison und einem feinen Gespür für Nachhaltigkeit. Die Devise lautet dabei „bio-logisch genießen“ – mit Produkten, die im richtigen Moment geerntet und mit handwerklicher Sorgfalt verarbeitet werden.
Frisch gebackenes Brot
Den Auftakt macht ein einfaches, aber charakterstarkes Element: frisch gebackenes Sauerteigbrot, außen kräftig gebräunt, innen saftig und aromatisch. Dazu eine samtige, intensiv schmeckende Pilzcreme, die den erdigen Ton des Brotes aufgreift und gleichzeitig die bodenständige Richtung der Küche vorgibt. Wärmend und überraschend zugleich präsentiert sich anschließend ein Rahmspinat-Cappuccino. Die grüne Suppe wird mit gerösteten Mandeln, feiner Pastinake und jungem Staudensellerie veredelt – eine Kombination, die cremige Tiefe mit nussigen und frischen Noten verbindet.
Auch beim Salat wird gekonnt mit Kontrasten gespielt. Der Endiviensalat à la Cesare verbindet die angenehme Bitternote des Wintersalats mit gereiftem Parmesan, Apfelstücken und knusprigen Bauernbrotkrusteln. Rettich und Radieschen sorgen für Schärfe und Frische.
Mit der GUTs-Focaccia wird es rustikal und aromatisch. Auf dem luftigen Brot treffen bunte Bete, cremiger Ziegenfrischkäse, eine fruchtige Wildbeeren-Salsa und knackige Walnüsse aufeinander – eine Hommage an regionale Zutaten mit überraschenden Akzenten. Bodenständig und gleichzeitig herzhaft bleibt es bei den hausgemachten „Tiroler Käs Spätzle“, Rote Zwiebeln, Bockshornklee treffen hier auf frischen Feldsalat aus Wulksfelde und einen fruchtigen Kontrast aus Preiselbeeren.
Würzige Interpretation
Vegetarisch und raffiniert zeigt sich auch das Kartoffel-Sellerie-Rösti. Dazu kommen glasierte Steinchampignons, leuchtend gelbe und orange Wurzeln, eine sanft karamellisierte Birne sowie ein kräftiger Meerrettichrahm. Wer es maritim mag, findet mit Miesmuscheln „à la Roquefort“ eine würzige Interpretation der klassischen Muschelküche.
Unter den Hauptgerichten setzt die Küche auf klare Qualität: kross gebratenes Zanderfilet mit einer eleganten Meerrettich-Beurre-Blanc oder ein langsam geschmortes Schulterscherzel „Boeuf à la Mode“, das zuvor mehrere Wochen im Reifraum veredelt wurde und dadurch besonders aromatisch und zart ist.
Den Abschluss bildet eine Schokoladen-Edition aus der Gutsküche mit Kakao von „Original Beans“. Intensiv und voller Tiefe – ein Dessert, das die Sinne verführt und den perfekten Abschluss eines besonderen Menüs bildet.
Informationen:
Fotos: Carola Faber








