2026 vergab DoctorWine erst einmal 96 Punkte für Terenzuolas „I Pini di Corsano DOC Colli di Luni 2023 – und kürte ihn zum besten Vermentino des Jahres! Der 2022er Pini di Corsano erhielt von Doctor Wine 95 Punkte, der 2021er Jahrgang auch schon 96 Punkte. Slow Wine und der Touring Club Italiano zeigen und zeigten sich enthusiastisch, Gambero Rosso vergibt an den kleinen Bruder-Vermentino des Weingutes, den Vermentino „Fosso di Corsano“, regelmäßig die berühmten „drei Gläser“. Und auch Veronelli stimmte schon in den Jubelchor ein. Dabei füllt Ivan Giuliani jährlich meist nur 1400 Flachen dieses edlen Tropfens ab. Der Grund: Die Trauben gedeihen auf einer nur 2000 Quadratmeter großen Fläche in Südwestlage, auf dem die genetisch ältesten Rebstöcke des Gutes stehen, die schon Großvater Giuliani pflanzte.
Auf diesem Fleckchen Erde mit reichlich schieferhaltigem Terroir in 370 Metern Höhe, mit perfektem Mikroklima und ideal eingebettet zwischen dem fünf Minuten entfernten Meer, den Cinque Terre und den Apuanischen Alpen, begannen Giuliani den Weinbau – hier entsteht daher auch eben dieser Signature Wine des Gutes mit seiner ausgesprochenen Identität, die er zudem auch erhält, weil sämtliche Trauben dann ihre expressive Kraft in einem einzigen 20-Hektoliterfass entfalten! Für Ivan Giuliani ist dieser Jahrgang geradezu ein Manifest seines Könnens. Die Trauben waren perfekt – sie wurden nach einem kühlen September per Hand geerntet. Je nach Jahrgang erreicht dann dieser Wein meist nach sieben Monaten auf der eigenen Hefe seine Komplexität und Langlebigkeit.
Start mit drei Hektar…
Die Geschichte von Terenzuola in der Gemeinde Fosdinovo startete Anfang der 1930er Jahre mit Großvater Luigi Giuliani, der, schon nach New York ausgewandert, 1929 ausgelöst durch die Weltwirtschaftskrise zurück nach Italien ging und dies Stück Land erwarb. Erst einmal nur drei Hektar, um Wein, Olivenöl, Gemüse, Obst und vor allem Honig zu produzieren und direkt an die lokale Bevölkerung zu verkaufen! Ebenso wichtig war aber für die Familie stets auch die Selbstversorgung und Autarkie! Die Geschichte von Enkel Ivan startete hingegen erst 1993.
Damals war er, der am Lago di Maggiore geboren wurde, erstmals auf Ferienbesuch in Terenzuola, ursprünglich, um sich eine Einnahmequelle neben seinem Uni-Studium zu generieren. Aber dann kam die Entscheidung, tatsächlich Vignaiolo, Winzer zu werden – und zwar lebenslänglich! Ab 1996 startete Ivan Giuliani dann seine Aktivitäten auf Terenzuola, beobachtete indes aber auch genau die umliegenden Hügel und Weinberge in Fosdinovo, Castelnuovo und Sarzana.
Ideen aus dem Elsass!
Überzeugt davon, dass die von ihm hochgeschätzten elsässischen Weißweine zu den besten der Welt zählen, versuchte er, die dortigen Anbaumethoden auf den Vermentino zu übertragen. Sein Haupttrick: Er beließ am Ende der Fermentierung einen Teil der Restsüße in Wein! Nicht zuletzt der Klimawandel sorgt nun bis heute dafür, dass diese Entscheidung geradezu zu einem „futuristischen“ Weg der Vermentino-Herstellung „ausflippte“. Giulianis heutige Vermentino Superiore-Weine vom Schlage des „I Pini di Corsano“ reifen mit nurmehr behutsamster Intervention des Winzers, aber auch mit den Augen auch für kleinste Details. Die Gaumenfreude basiert längst nicht mehr nur auf der anfänglichen Restsüße.
Plädoyer für den Schraubverschluss
Interessant: Schon 2010 hatte Giuliani überlegt und umgesetzt, seinen Vermentino-Wein mit einem Schraubverschluss zu versehen. Was damals eine kleine Revolution war, findet sich heute weitverbreitet. Der Schraubverschluss steht für Ivan Giuliani denn auch vor allem für den Respekt vor dem Terroir. Und er garantiert für ihn die önologische Präzision. Denn der Schraubverschluss erlaubt auch eine niedrigere Dosierung von Schwefeldioxyd, schützt vor Oxydation und bewahrt dennoch in jeder Flasche das spezifische sensorische Profil!
22 Hektar – grenzenlos…
Um zu dieser Anerkennung zu gelangen, benötigte Ivan einige Schritte. 1999 erweiterte er die Weinbergfläche und baute eine neue Cantina. Und 2006 startete er sein eigenes „Spiel ohne Grenzen“ mit dem Erwarb von Land in der ligurischen Lunigiana storica mit 5000 Jahren Kultur. Seither sind seine Weine sowohl ligurisch als auch toskanisch. Heute werden 22 Hektar Weinberge bewirtschaftet. Hinzu kommt die enge Kooperation mit dem örtlichen Weingut von Marco Nicolini, dem Ortshistoriker und guten Freund, mit dem neue Anschaffungen und neue Land-Ankäufe getätigt werden.
So nimmt es nicht Wunder, dass Terenzuola weitere hochklassige Weine und auch ein hervorragendes Olivenöl Extra Vergine im Portfolio hat. Essentiell sind indes die „ligurischen weißen“ und die „roten toskanischen“ Weine. Und natürlich kann man diese auch Vorort während einer Degustation genießen. Da gibt es etwa den Vigne Basse Vermentino DOC Colli di Luni, schon mehrfach auch wegen seines hervorragenden Preis-Leistungsverhältnisses prämiert, dazu den genannten „Fosso di Corsano“, dann den „5 Terre“ Bianco DOC, dann den „Permano“ IGT Costa Toscana, einen Blend aus Vermentino und Trebbiano, schließlich den Vermentino Nero IGT Toscano, den „Forma Alta“ Vermentino Nero IGT Toscano oder den „La Merla“, einen wunderbaren Canaiolo Nero IGT Toscano. Und wer es besonders exklusiv mag, der ordert zur Verkostung gleich ein Menü. Dies findet dann in der örtlichen Locanda die Banchieri statt.
Informationen:
Terenzuola Azienda Agricola di Ivan: www.terenzuola.it
Fotos: Terenzuola

