Freunde der Kreuzfahrt kennen das Schiff seit seiner Indienststellung in den späten 1980er Jahren. Als ehemalige Royal Viking Sun und daran anschließend als Seabourn Sun hatte das Schiff im Luxussegment Geschichte geschrieben, verfügen doch fast die Hälfte aller Kabinen über einen Balkon. Nunmehr frisch aus der Werft zurück und in neuem Glanz fährt die MS Amera bereits seit einigen Jahren unter der Phönix Flagge und erfreut sich besonders bei deutschsprachigen Gästen großer Beliebtheit. Dem Schiff sind seine Jahre nicht anzumerken, die regelmäßigen und umfangreichen Investitionen in das Schiff zahlen sich aus. Modern und sehr ansprechend wurde die Ausstattung in Anlehnung an moderne Design- und Boutique Hotels gewählt.
Ein cleverer Schachzug, konnte das ganze Schiff sich doch so positionieren. Größer als ein modernes Expeditionsschiff aber deutlich kleiner und übersichtlicher als die zeitgenössischen Schiffe mit deren Vielfachem der Gästekapazität füllt die MS Amera genau jene strategische Lücke, die einen sicheren Hochseetransport garantiert, ein hohes Maß an individuellen Anlandungen erlaubt und bei alledem ein exzellentes Serviceniveau mit vielen Auswahloptionen angeboten werden kann.
Kontinuierliche Investitionen in das Schiff
In den Ländern an der Westküste Mittelamerikas wird jeweils einen vollen Tag lang geweilt und Exkursionen auch in das Landesinnere zu ermöglichen. Einschiffung ist in Panama. Landprogramme können zugebucht werden und bieten fast immer eine sehr gute Wahloption an. Während in Cosa Rica Dschungelabenteuer im Nebelwald und Mangrovenfahrten im Fokus des Interesses liegen, punktet Guatemala mit den Pyramiden von Tikal als historischer Maja Stätte, dem Atitlan See auf 1.400 Metern Höhe oder der alten Hauptstadt Antigua.
Über 33 Vulkane und 16 Mikroklimas hat das gebirgige Land zu bieten. An der mexikanischen Küste werden Huatulco und Acapulco angelaufen, um einen vertieften Einblick in die Topografie und kulturellen Traditionen des Landes zu bieten, bevor eine einwöchige Passage südwärts zu den Marquesas ansteht. Nach den Tagen eines dichten Landprogramms für viele ein willkommener Anlass zur Erholung und den Lektoren Vorträgen an Bord zu lauschen.
Dank der vier Restaurants an Bord bestehen genügend Kapazitäten, themenbezogene Barbeques zusätzlich auf dem Hauptdeck anzubieten und die Nachfrage ist groß. Wer gerne eine eher sportliche Atmosphäre liebt, wählt das Lidorestaurant (mit Buffet Option und Zutritt auf das offene Deck), mit Amera und Ocean stehen legere casual Alternativen mit internationalen à la carte Menüs erster Güte zur Wahl. Das Spezialitäten Restaurant ‚Pichler’s‘ ist im Preis inkludiert, etwas festlicher ausgerichtet und bittet um Reservierungen für den Abend. Die Gäste rotieren zu meist zu Mittag und zu Abend, um je nach Stimmung den geeigneten Rahmen für sich zu wählen.
Shuffle Bord und Minigolf stehen jeden Tag für die kleine Abwechslung zur Verfügung und an den Nachmittagen werden oft auf der neu eingerichteten Eventfläche des Schiffes interaktive Spiele angeboten. Highlight ist hier das Remake von ‚Spiele ohne Grenzen‘, ein Format, das sich im deutschen TV in den 1970er und 80er Jahren einer hohen Beliebtheit erfreute. An einzelnen Nachmittagen zur ‚happy hour‘ trifft sich der Kapitän mit seinen Offizieren zum Cocktail-Mixen an Deck und steht für einen Plausch mit den Gästen zur Verfügung.
Die Marquesas als das Tor Frz. Polynesiens
Nach sieben Tagen auf hoher See wird die Südsee erreicht und mit den Marquesas steht gleich ein erster Höhepunkt auf dem Programm. Die Inselgruppe wurde von den Spaniern bereits im ausgehenden 16. Jahrhundert entdeckt, liegt am nordöstlichen Rand frz. Polynesiens und ist berühmt für ihre Schnitzkunst. Der amerikanische Autor Herman Melville (‚Moby Dick‘) ist gar nach Taipivai geflohen und hielt sich hier in der Bucht versteckt. Sein Roman ‚Taipi‘ zeugt von diesen Abenteuern. Nuku Hiva ist mit ca. 2600 Bewohnern die größte der Inseln, gefolgt von Hiva Oa mit ihren 2.200 Einwohnern. Der Maler Paul Gauguin hat hier ebenso seine letzte Ruhestätte gefunden wie der belgische Chansonier Jacques Brel.
Der Friedhof liegt auf einer kleinen Anhöhe mit einem wunderbaren Blick über die Bucht der immergrünen Insel. Beiden bedeutenden Künstlern ist ein Museum gewidmet, das deren Leben auf der Insel nachzeichnet. Ein Besuch ist hier empfohlen.
In Sichtweite liegt die Insel Tahuata. Lediglich knapp 600 Personen leben hier, das Leben spielt sich entlang der Royal Road ab, einer Steinpromenade, die Königin Vaekehu II im 19. Jahrhundert hat anlegen lassen. Die Kunst der Schnitzereien und Gravuren, vornehmlich aus Holz und Rinderknochen, findet hier ihren Höhepunkt und die kleinen Schmuckstücke eignen sich hervorragend als Mitbringsel für die Liebsten zuhause. Mit Uta Huka und dem kleinen Ort Hane wird die letzte Insel des Archipels vulkanischen Ursprungs angelaufen, sie gilt Dank ihrer archäologischen Stätten mit einer Vielzahl hochbedeutender Zeremonial- und Tempelanlagen als spirituelles Zentrum gesamt Französisch-Polynesiens. Auf Raiatea dagegen steht der Badespaß innerhalb der Lagune ebenso auf dem Wunschzettel der Gäste wie auf Rangiroa, dem zweitgrößten Atoll der Erde.
Wenn es denn je einen Sehnsuchtsort der pazifischen Inseln gegeben hat, so ist es vielleicht Bora Bora. Dank ihrer unermesslich schönen und großen Lagune, deren Wasserstand so niedrig ist, dass sie in Teilen durchschritten werden kann, gilt die Insel als eines der exklusivsten Urlaubsziele überhaupt. Wer mit den typisch polynesischen Auslegerbooten Tauch- und Schnorchelfahrten unternimmt, wird mit Riffhaien, Rochen und vielerlei anderen Fischen in direkten Kontakt kommen.
Da die MS Amera auf allen Inseln einen ganzen Tag verbleibt, ergeben sich genügend Optionen, Höhepunkte der Inseln für sich zu erkunden. Die touristische Infrastruktur ist sehr gut ausgebaut, Taxis („le truck“) stehen ausreichend zur Verfügung. Bei Fragen zum Landprogramm weiß Holger Winkler als Kreuzfahrtdirektor mit seinem Team immer wertvollen Rat und die Zeit vor Ort kann nach individuellen Perspektiven und Wünschen gestaltet werden.
In Papeete auf Tahiti endet ein eigenständiger Kreuzfahrtabschnitt. Wer noch keine Andenken gefunden hat, wird hier fündig. Hoch im Kurs stehen Vanilleschoten aus der großen Markthalle in Hafennähe oder Monoi, ein aromatisiertes Kokosöl für die Haut, das in vielerlei Duftalternativen feilgeboten wird. Da die neuen Gäste des Schiffes erst am Folgetag eintreffen, bleibt viel Zeit für einen ausgedehnten Bummel der historischen Altstadt mit ihrem leicht französischen Charme und einer Vielzahl lokaler Geschäfte und Galerien. Ein erster Schritt zurück in Richtung Heimat.
Informationen:
Fotos: Frank Dieter Sistenich, Phönix Reisen









