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Anys Reimann. Mirrorball

Bekannt ist Anys Reimann vor allem für Bildnisse Schwarzer Frauen: selbstbewusst, vielschichtig und herausfordernd zugleich. Westlich-kolonial geprägten Perspektiven setzt Reimann eigensinnige Bildwelten entgegen. Ihre Werke feiern das Hybride und Vieldeutige. Dabei verbindet sie klug Fragmente aus Kunstgeschichte, Film, Musik, Mode und Literatur zu einer vibrierenden, zeitgenössischen Mythologie. Ikonen und Außenseiterinnen, queere Bildsprachen und eine widerständige Schwarze Popkultur sind allgegenwärtig.

Die Ausstellung in Bremen gibt einen umfassenden Einblick in Reimanns jüngstes Schaffen: Großformatige Collage-Gemälde, rätselhafte Skulpturen aus Leder, Spiegelobjekte oder Körperabformungen mit geballten Fäusten. Viele Werke sind multisensorisch angelegt. Neben dem Visuellen spielen Geruch und Haptik eine wesentliche Rolle. So ist unter anderem eine Duftskulptur Teil der Ausstellung. Gerüche wie Patchouli, Weihrauch, Holz oder Kräuter spielen für die Künstlerin eine wichtige Rolle. Sie sind eng mit Erinnerungen verknüpft, die Reimann in ihren Werken aktiviert und so Persönliches mit Allgemeinem zusammenbringt.

Für Mirrorball entstehen mehrere neue Werke unter anderem ein schwarzer Garten im Museum – eine begehbare Installation in Gestalt eines Archipels mit ausnahmslos schwarzblühenden Pflanzen, ein sinnliches, beinahe unwirkliches Biotop, speziell für diesen Ort olfaktorisch angereichert.

Weserburg Museum für moderne Kunst
Teerhof 20, 28199 Bremen, Germany
Ausstellung auf Ebene 3
Eröffnung: 30. April 2026, 19 Uhr

Foto: J. Bendzulla

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