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Kristiansand vom Wasser aus

Die Kombination aus mildem Klima, Küstennatur und urbaner Lebendigkeit macht den Reiz von Norwegens sogenannter Sommerhauptstad aus. Vom Wasser aus wirkt die Stadt wie ein harmonisches Zusammenspiel aus Geschichte, Ruhe und maritimem Leben, das Lust macht, bald selbst an Land zu gehen.

Sandnes & Stavanger – Zwischen Kopfstein und Fjordblick

Sandnes wirkt wie das freundliche Tor zur Region Stavanger: Kaum aus dem Bus, liegt die salzige Luft auf der Haut, und alles strahlt ein entspanntes Tempo aus. Die Altstadt Gamle Stavanger lohnt einen kurzen Abstecher: enge Gassen, weiße Holzhäuser, Kopfsteinpflaster – jeder Schritt entschleunigt automatisch, und das leise Klappern der Schuhe wird Teil der Stadtmusik.

Kristiansand - Heimat der Kronprinzessin Mette-Marit und beliebter Sommerort für norwegische Familien mit Ferienhäusern, Booten und feinsandigen Stränden. Foto: Andreas Bienert
Kristiansand - Heimat der Kronprinzessin Mette-Marit und beliebter Sommerort für norwegische Familien mit Ferienhäusern, Booten und feinsandigen Stränden. Foto: Andreas Bienert

Nicht weit entfernt beginnt die Gloppedalsvegen-Route. Berge, Felsen, Licht und Wasser verschmelzen zu einem Panorama, das fast wie inszeniert wirkt. Kein Wunder, dass die Straße als „Scenic Road“ gefeiert wird: Jeder Fotostopp eröffnet neue Blickwinkel, die sich wie gemalt anfühlen. Die riesigen Steine und die dramatische Topographie machen Gloppedalsura zu einem surrealen Naturerlebnis – wie eine Natur, die in Zeitlupe explodiert und erstarrt ist. Für alle, die Geologie sehen, fühlen und begehen wollen: perfekt.

Ulvik: Das Gedicht unter den Fjorden

Die Vasco da Gama liegt auf Reede im Hardangerfjord, umgeben von steilen Bergen und dem tiefblauen Wasser, das in der Sonne glitzert. Ulvik wirkt wie ein Dorf am Rand eines Aquarells: Obstwiesen klammern sich an die Hänge, Häuser schmiegen sich an das Gelände, und die Stille hat eine eigene, fast greifbare Präsenz.

Umgeben von steilen Bergen und weitläufigen Obstgärten bietet der Fjordpanorama-Blick einen perfekten Eindruck von Norwegens natürlicher Schönheit. Foto Andreas Bienert
Umgeben von steilen Bergen und weitläufigen Obstgärten bietet der Fjordpanorama-Blick einen perfekten Eindruck von Norwegens natürlicher Schönheit. Foto Andreas Bienert

Von hier aus startet eine Panoramawanderung nach Jobykset, rund 300 Meter über dem Fjord. Der Weg folgt der Cider-Route, vorbei an alten Höfen, auf denen Äpfel reifen und Cider ausgeschenkt wird – frisch, süß, spritzig und mit einem Hauch der Geschichte der Region. Wer hier geht, lässt automatisch Tempo und Alltag hinter sich.

Zwischen Bergen und Bergen: Stadt, Wasser, Wow!

Bergen begrüßt die Vasco da Gama mit einem leisen Nieselregen, der die sieben Berge, Buchten und Halbinseln in eine geheimnisvolle Stimmung taucht. Die Stadt vereint fast 900 Jahre Geschichte mit dem lebendigen Puls einer Studentenstadt, in der alte Handelstraditionen auf modernes Leben treffen.

Die Stadt zeigt sich mit ihren alten Fassaden, schmalen Gassen und lebhaften Hafenbecken – ein Blick auf Geschichte und urbanes Leben direkt vom Schiff. Foto: Andreas Bienert
Die Stadt zeigt sich mit ihren alten Fassaden, schmalen Gassen und lebhaften Hafenbecken – ein Blick auf Geschichte und urbanes Leben direkt vom Schiff. Foto: Andreas Bienert

Vom Ulriken, einem der sieben Berge, eröffnet sich ein Panoramablick auf rote Dächer, alte Holzhäuser und schmale Gassen – per Seilbahn in 8 Minuten oder nach einer 1,5 bis 3-stündigen Wanderung erreichbar.

Im alten Händlerviertel Bryggen, UNESCO-Weltkulturerbe, lehnen sich die schmalen, bunten Holzhäuser schief aneinander, als hielten sie seit Jahrhunderten stille Konversationen über Feuer, Handel und Wiederaufbau. 

Der Fischmarkt am Hafen zeigt, wie tief in dieser Stadt die Verbindung zum Meer reicht. Lachs, Königskrabben und Muscheln werden hier nicht einfach verkauft; sie treten fast wie Protagonisten einer kleinen Zeremonie auf, begleitet vom Duft von Rauch und Meer. Bereits im 13. Jahrhundert war Bergen ein bedeutender Hafen für den Fischhandel, und der Markt ist bis heute ein lebendiges Zeugnis dieser Tradition – ein Ort, an dem Geschichte, Kulinarik und Alltagsleben miteinander verschmelzen.

Lachs, Königskrabben, fermentierte Delikatessen müssen unbedingt probiert werden. Foto: Andreas Bienert
Lachs, Königskrabben, fermentierte Delikatessen müssen unbedingt probiert werden. Foto: Andreas Bienert

Bergen zeigt sich so, dass man zwischen Gassen, Marktständen und Bergen gleichermaßen staunt – ein letzter Höhepunkt der Reise, bevor die Vasco da Gama wieder Kurs auf Hamburg nimmt. Wer durch diese Stadt geht, spürt das Meer, den Regen, die Geschichte und das lebendige Heute in jedem Schritt.

Heimathafen Hamburg

Die Elbe hinauf fährt das Schiff schließlich nach Hamburg, begleitet von Möwen, die wie eilige Gedanken wirken. Die Ankunft reguliert die innere Geschwindigkeit. Plötzlich wieder Häuser, Kräne, Verkehr – Geräusche, die in Norwegen wie aus einer anderen Zeit wirkten. Doch man nimmt etwas mit – die Weite, die Stille und das ruhige, gleichmäßige Pulsieren des Nordens.

Kreuzfahrtdirektor Arian Schneider beschreibt es so: „Diese Reise ist mehr als Urlaub. Sie ist eine Erinnerung daran, wie es sich anfühlt, die Welt wieder im natürlichen Tempo zu erleben.“


Informationen: 

www.nicko-cruises.de

www.tourismus.de/europa/norwegen

www.visitnorway.com/things-to-do/food-and-drink/seafood

Fotos: Andreas Bienert, Birgit Werner, nicko Cruises

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