Saubergemacht: Kulinarische Seife

Im Aosta-Tal ist vieles etwas anders. Und oft auch ungewöhnlich. So ungewöhnlich wie kulinarische Seife, zum Beispiel.

Fast im letzten Winkel Italiens, tief im Aosta-Tal im Schatten des Mont Blanc, hat sich Sandra Vanterin (46) mit ihrer kleinen Werkstatt hinter einer Garage eingerichtet. Eingerichtet mit einer Vielzahl an ungewöhnlichen Gerätschaften, verschiedensten Flüssigkeiten und einer unermüdlichen Mühe, sich der Produktion und Entwicklung von Seife hinzugeben.

Mittlerweile hat die umtriebige Kleinunternehmerin 13 verschiedene Seifen mit den ungewöhnlichsten Zutaten kreiert. Auf der Basis von Olivenöl und Rizinus verwendet Sandra Zutaten wie Minze, Polenta, Honig, Kaffee oder auch Eselsmilch. Die Ergebnisse riechen nicht nur gut, sie sind auch optisch interessant verziert. So kommt die Kaffeeseife in verschiedenen Brauntönen daher, stets getoppt mit einer einzelnen Kaffeebohne. Um auch der Honigseife das entsprechende Outfit zu geben, prägt sie den fertigen Seifen ein Wabenmuster auf.

Die fertige Seifenmischung wird in eine Form gegossen...
Die fertige Seifenmischung wird in eine Form gegossen...

 

Vor einiger Zeit überlegte sich die Seifenmacherin, wie sie lokale Produkte in die Herstellung einbinden könnte. Nach einigen Versuchen schaffte sie es, Eselsmilch in die Seife einzuarbeiten. "Letztendlich ist das auch mein teuerstes Produkt", erzählt sie. Für stolze 9,50 Euro geht das Stück Seife über den Tresen – und das bei einem Gewicht von ca. 90 Gramm. "Allerdings ist dies eigentlich gut nachvollziehbar. Für einen Liter Eselsmilch zahle ich schon alleine 15 Euro. Und dann kommen noch alle weiteren Nebenkosten dazu", berichtet sie weiter.

Ausgehärtet wir die Seife aus der Form genommen...
Ausgehärtet wir die Seife aus der Form genommen...

 

Aber der vielleicht ungewöhnlichste Bestandteil einer ihrer Seifenarten ist völlig kostenlos. In der "Snow-Soap", die teilweise türkis-blau eingefärbt ist, verarbeitet sie Schnee bzw. Schneewasser aus der Region. Für diese Seife mischt sie Soda mit Schneewasser und gibt es zu einem Ölgemisch hinzu. Etwa eine Stunde dauert der Prozess dieser Grundproduktion. Resultat ist zunächst ein etwa zehn Kilogramm schwerer Seifenblock, der 24 Stunden ruhen muss. Dieser Block wird dann in 84 Stücke geschnitten und die Seifen haben dann schon ihre finale Form erreicht.

Der Block wird in einzelne Stücke zerteilt...
Der Block wird in einzelne Stücke zerteilt...

 

Danach liegt die Seife noch etwa einen Monat, bis das gesamte Wasser vaporisiert ist. "Und fertig ist der Topseller", erzählt sie lächelnd. Denn die Snow-Soap geht bei ihr am besten.

Alles reine Handarbeit, produziert in einem Raum, der vielleicht gerade mal 30 Quadratmeter groß ist. Geliefert werden die Seifen nach Mailand, Florenz oder auch Verona – und natürlich auch an verschiedene Kunden in der Region. Fünf Euro kosten die einzelnen Seifenstücke, die durch die Handarbeit stets individuell sind.

Resultat: die unterschiedlichsten Seifen...
Resultat: die unterschiedlichsten Seifen...

 

Das Geschäft entwickelt sich schon recht ordentlich. 2011 hat sie angefangen die erste Seife zu produzieren, seit nunmehr zwei Jahren stellt sie die kulinarischen Seifen professionell her. Allerdings nur in den Sommermonaten. In diesem Zeitraum wird die gesamte Jahresproduktion erstellt. Denn im Winter steht Sandra an den Liften und arbeitet dort. Bis in das Frühjahr hinein, bis der erste Schnee schmilzt – den sie dann wieder in ihren kleinen Produktionsraum trägt, um Snow-Soaps herzustellen...

Weitere Informationen unter: www.losavondelagoletta.it 

Fotos: Michael Schabacker

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Zuletzt bearbeitet am 11/09/2018

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