"Where Chefs Eat": noch dicker, noch mehr Restaurants

Schon die ersten beiden Auflagen dieses globalen kulinarischen Reiseführers der Extraklasse erreichten Spitzenauflagen. Waren es 2013 noch 110 000 und 2015 bereits 125 000 Käufer der jeweils ausverkauften Auflagen von "Wo Chefs essen", visiert die neueste, im April 2018 erscheinende Edition mühelos 200.000 Gourmetfreunde an...

Denn schon die reinen Zahlen sind beeindruckend: Dies ultimative Kochbuch versammelt die Expertise von 653 ausgewiesenen Spitzenköchen, die über 7043 Empfehlungen aussprechen und dabei 4528 Restaurants in 70 Ländern vorstellen. Klar, dass die Kernabsatzmärkte USA (1283 Restaurants), Großbritannien (548 Restaurants) und Australien 8327 Restaurants) besonders intensiv beleuchtet wurden. Wer in New York oder London essen gehen möchte, benötigt keine weiteren Guides: Nahezu jedes Stadtviertel ist mit Empfehlungen präsent, sei es nun für ein opulentes Frühstück, für eine bezahlbares Lunch in der "Neighbourhood" oder zum luxuriösen Dinner im High End- Restaurant der Wahl. Doch auch Europa mit 278 Destinationen und 1141 Restaurants kommt nicht zu kurz. Und auch die 60 Destinationen in Asien warten mit 714 Restaurantempfehlungen auf. Kein Wunder daher, dass das fast enzyklopädische Werk 208 Seiten mehr umfasst und auf nun satten 1184 Seiten die Küchen der Welt erschließt.

Klar beinahe, dass die Küchenchefs von allen Kontinenten das Noma in Kopenhagen zum meistempfohlenen Restaurant weltweit erkoren. Es gewann locker die Kategorie "Wish I`d opened" (Ich wünschte, ich hätte es geöffnet). Aber dann geht es schon los mit den Überraschungen. So entpuppen sich viele Köche als wahre Fans von Frühstücksrestaurants. Gleich 977 Empfehlungen lassen den kulinarischen Start in den Tag weltweit in neuem, ausgesprochen wohlwollendem Licht erscheinen. Und wer hätte gedacht, dass man in Toronto (Kanada) am besten zum BBQ aufbricht, in San Francisco japanische Restaurants die absoluten Favoriten sind und in Chicago mexikanische Küche angesagt ist? Für Europäer hingegen vertraut scheint, dass Italien die flächendeckend wohl beste Küche bietet, das Land mit den meisten empfohlenen Spitzenrestaurants außerhalb Großstädten ist. Und die größten Newcomer? Da ist einmal Seoul (Korea), das von 7 auf 38 Empfehlungen hochschnellte. Und natürlich darf sich Australien über 260 neue Restaurantaufnahmen freuen.

Botturas Rat: Auf nach Mexico City…

Wohin aber zieht es die Küchenchefs am meisten? Die größte Attraktivität für eine kulinarische Reise macht Starkoch Massimo Bottura in Mexico City aus. Dort würde es ihn ins "Pujol" ziehen. Daniel Humm hingegen schört auf die Bagels in New York, das zudem auch mit 30 günstigen Ess-Locations aufwarten kann. Der polyglotte Veggie-Star Yotam Ottolenghi, in Jerusalem geboren und wohnhaft an der Themse, bleibt hingegen daheim. Er empfiehlt Dim Sum in Londons "Imperial China". Sloweniens Weltstar Ana Roš, 2017 zur besten Köchin der Welt gekürt, zieht es hingegen aus ihrem Restaurant "Hiša Franko" in Kobarid am ehesten zum Frühstück ins Parks & Rec Diner in Detroit. Virgilio Martinez liebt das "Isolina" in Lima (Peru) auch, weil es als eine der wenigen noch erhaltenen Tavernen alten Stils Perus Traditionen bewahrt. Und Paris? Na, da sind sich die meisten einig und pilgern ins L`Arpège.

Kritiken von Austin (Texas) bis Zürich (Schweiz)…

Hauptherausgeber Joe Warwick aus London ist anerkannter Gastrokritiker und hat schon die "World`s 50 Best Restaurant Awards" aus der Taufe gehoben. Joshua David Stein schreibt für das New York Magazine, die New York Times und The Sunday Times und ist Restaurantkritiker beim New York Observer. Evelyn Chen aus Singapur ist Jury-Mitglied für die World`s 50 Best Restaurants. Und Natascha Mirosch sorgt von Brisbane aus dem Bereich Australien. Und dann sind da natürlich die weiteren 653 Kochstars mit ihren Empfehlungen. Beispiel Dublin: Natürlich empfehlen JP McMahon das Chapter One und John Lewis das Patrick Guibault. Aber beim nächsten Aufenthalt am River Liffey sollte auch ein Besuch bei Queen of Tarts in der Dame Street anstehen. Hier entdeckte Ross Lewis das beste Frühstück und das beste Wochenend-Brunch in Dublin. Oder Estland: neben den Toprestaurants "NOA", "Ö" und Tchaikovsky" im Hotel Telegraaf in Tallinn sind auch die nahezu unbekannten, aber absolut zu empfehlenden Außenseiter "Ööbikuu" (Nachtigall) und Pohjaka Manor vor den Toren der Hauptstadt dabei. In Tallinn selbst wählte Peeter Pihel, einst Topkoch im Alexander im Padaste Manor auf der Insel Muhu, zurecht das Leib Resto ja Aed aus.

Dann die Toscana: natürlich ist Florenz dabei, mit Klassikern wie dem Cibreo oder der Enoteca Pinchiorri, dazu aber auch mit Daria Cecchinis Dario DOC in Panzano in Chianti, dem Giglio in Lucca Die Entdeckung: Weinliebhaber müssen – laut Starkoch Harneet Baweja - in Florenz ins "Il Santo Bevitore". Und Deutschland? Hier liegt der Fokus klar auf Berlin, das mit 38 Etablissements überreich vertreten ist: vom Aroma bis zum Restaurant Biberbau, vom Curry 36 (seltsamerweise) bis zu Nobelhart &Schmutzig, von Tim Raue bis zum Borchardt. Na dann: Darauf eine Molle in der Strandbar Mitte.

Joe Warwick, Joshua David Stern, Natascha Mirosch, Evelyn Chen: Where Chefs Eat – A Guide to Chef`s Favorite Restaurants (3. Auflage); 1184 Setien, 60 Schwarzweiß- und Farbillustrationen; Phaidon-Verlag, Berlin, Hardback (20,3 x 13,7 cm); Englisch; ISBN 978-0-7148-7565-1; 27,95 €

Foto: Cover

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