Anantara: Wüstenluxus unter dem Sternenhimmel

Wenn ein Wolkentief dem nächsten folgt und man die "fifty Shades of Grey" nicht mehr länger ertragen kann, spätestens dann sollte man in den Flieger steigen.  

Oft eine schwere Wahl. Nicht so in Abu Dhabi, dem größten der sieben Emirate am Persischen Golf. Kaum mehr als sechs Flugstunden von Deutschland entfernt wartet Abu Dhabi mit Palästen, futuristischen Hochhäusern, gigantischen Shopping Malls, attraktiven Stränden und weiten Wüstenlandschaften auf. Abu Dhabi hat fast 365 Tage im Jahr Saison und nahezu perfekte Wintertemperaturen. Abu Dhabi City erstreckt sich über mehrere, mit Brücken verbundene Inseln. Ist man in der Sheikh-Zayed-Moschee mit 80 Kuppeln und über 1000 Säulen über den größten handgeknüpften Teppich der Welt gegangen und die Corniche entlanggeschlendert, hat eine Runde auf der Rennstrecke in Yas Island gedreht, eine Führung im modernsten Falken-Hospital der Welt gemacht, einen mit 24 Karat Goldflocken veredelten Cappuchino im Emirates Palace geschlürft und die von Jean Nouvel entworfene Louvre-Filiale auf Saadiyat Island, zumindest von außen gesehen – eröffnet werden soll sie ja jetzt endlich 2017 - dann ist es höchste Zeit Richtung Wüste zu fahren.

Luxusresort aus den Wüstenboden gestampft

Ich meine richtige Wüste. Da, wo das Leuchten der Leere in der Rub al-Khali, dem sogenannten "leeren Viertel", blendet. Da, wo die größte zusammenhängende Sandwüste der Erde beginnt. Wo majestätische Dünen wie Berge wogen und sich der endlose Horizont in flirrenden Senken spiegelt. Landschaften von überirdischer Schönheit. "Ich habe einige der großartigsten Landschaften der Erde gesehen. Aber keine dieser Gegenden hat mich jemals so angerührt wie die Wüsten Arabiens", stellte schon der britische Forscher und Abenteurer Wilfred Thesiger fest.

Sand, soweit das Auge reicht…
Sand, soweit das Auge reicht…

 

Feiner roter Sand soweit das Auge reicht. Knapp 200 Kilometer südwestlich von Abu Dhabi City liegt, eingebettet in die endlose Weite: das Anantara Qasr al Sarab Desert Resort - (k)eine Fata Morgana mitten im Nirgendwo. Wie ein altes Wüstenfort erhebt sich das für über eine Milliarde aus dem Nichts erschaffene Luxusresort. Man hat das Gefühl, als würde die ockerfarbene Anlage, deren Architektur der jahrhundertealten, in Lehmbauweise errichteten Festungen nachempfunden ist, schon ewig hier stehen. Die Ruhe und Einsamkeit in den roten Dünen ist eine kontemplative Abwechslung.

Sonnenuntergang wird zum Spektakel

Jahrtausende alte Wüstenkultur mischt sich mit modernem Luxus. Man erliegt dem 1001-Nacht-Charme in den Zimmern, Suiten und Villen in erdigen Farbtönen mit handgefertigtem Mobiliar, feinziselierten Lampen, großen Terrassen und Balkonen mit Unendlich-Blick auf die sich ständig verändernde Dünenlandschaft. Verschlungene Wege mit Wasserläufen führen durch das Wüstenparadies mit tropischem Garten, Palmen, Pool und Spa. Ein Hingucker sind die großen, weißen Bilder in den Fluren, die das Wellenspiel der Sanddünen widerspiegeln. Eine Wüstensafari mit Jeep oder Quad sorgt für Nervenkitzel. Wer es gemächlicher und authentischer mag, erkundet die Wüste zu Fuß oder auf dem Rücken eines Kamels.

Beeindruckend: Sonnenuntergang in der Wüste.
Beeindruckend: Sonnenuntergang in der Wüste.

 

Unvergesslich ist das abendliche Spektakel des Sonnenuntergangs, das man besonders schön von der Dachterrasse des Suhail Restaurants aus bewundern kann. Sportlich Aktive bevorzugen, die direkt vor dem Resort liegende Düne zu erklimmen. Von dort aus schaut man der sinkenden Sonne zu, wie sie die ondulierte Wüstenlandschaft einfärbt, dabei farbliche Nuancen in zarten Orange-, Ocker-, Violett-, Kupfer- und Bronzetönen zaubert. Der Sand, der unaufhaltsam durch meine geballte Faust rinnt, fühlt sich weich und warm an. Und die ersten von Tausenden von Sternen erscheinen am Nachthimmel. Später sollte man sich den Spaß nicht entgehen lassen, die Düne barfuß herunterzurutschen, begleitet vom Singen des Sandes unter den Fußsohlen.

Kochkurs vom Chef

Vier Restaurants und Bars servieren exzellente arabische und internationale Küche. Im Al Falaj wird unterm Sternenhimmel auf Teppichen, Sofas und Sitzkissen im Sand ein opulentes Beduinen-Dinner mit arabischem Barbecue zelebriert. Zur Begrüßung gibt es aus einer silberfarbenen Dallah, einer funkelnden Kanne wie aus Tausendundeiner Nacht, mit einer Tülle, gebogen wie ein Falkenschnabel, Kaffee in winzigen Schalen. Emiratischer Kaffee, der mit Kardamom, Safran und Nelken gekocht und mit Rosenwasser parfümiert wird. Dazu reicht Amer saftige heimische Datteln. Allein vierzehn verschiedene Sorten gibt es hier.

Leckeres beim Kochkurs…
Leckeres beim Kochkurs…

 

In der nahegelegenen Liwa-Oase findet alljährlich im Juli ein Dattel-Festival mit Prämierungen der besten Früchte und eine Dattel-Auktion statt, bei der spezielle Dattelsorten auch schon mal für 6000 Dirham (ca. 1500 Euro) pro Kilo weggehen. Anschließend wird eine Platte mit kalten Mezzeh, verschiedenen traditionellen Vorspeisen gereicht. Humus, Tabouleh, Baba Ganoush, Moutabel - alles köstlich, dazu frisch gebackenes Fladenbrot. Chef Haychan führt uns in seiner Spice Spoons - Cooking Class in die Geheimnisse der arabischen Küche ein. Erklärt uns den Unterschied zwischen Baba Ganoush und Moutabel, beides aus gegrillten Auberginen, Moutabel jedoch zusätzlich mit Sesampaste gemischt.

Er zeigt uns weitere leckere Dips wie Muhammara aus gerösteten roten Paprika, Walnüssen und Chili und lässt uns die perfekte Lammkeule schmoren. Zum Abschluss ein Dessert: vegan, raw, glutenfrei und superlecker aus Datteln, Cashewnüssen und Kakaopulver. Die arabische Küche weiß zu verführen. Und für alle, die meinen sie hätten schon alles probiert, noch eine zart schmelzende Luxusleckerei: Schokolade aus Kamelmilch mit Vanille, Honig und Kakaobohnen – ein wahrhaft süßes Finale mit einem ganz leicht salzigen Unterton.  

Weitere Informationen finden Sie unter www.qasralsarab.com und www.visitabudhabi.ae/de.

 

Lage des Anantara:

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Fotos: Heike Neuenburg, Qasr Al Sarab Desert Resort by Anantara

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Zuletzt bearbeitet am 15/03/2017

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