Wie kein anderes Land

Bereits beim Landeanflug auf Yangon funkelt die berühmte Shwedagon Pagode im Sonnenlicht. Fast einhundert Meter hoch ragt sie in den blauen Tropenhimmel.

Mehr Gold soll hier verarbeitet worden sein, als in der Bank von England lagert, wird häufig mit Blick auf die ehemaligen Kolonialherren geäußert. Sie ist das wichtigste und größte Heiligtum des Landes. Überwältigt schrieb seinerzeit der britische Schriftsteller Rudyard Kipling: "Dies ist Burma, und es wird wie kein anderes Land sein, das Du kennst."

Burma, doppelt so groß wie Deutschland, mit circa 55 Millionen Menschen aus 135 ethnischen Gruppen heißt heute Myanmar. Doch gleichgeblieben ist die einzigartige Magie von goldenen Pagoden und Tempeln, kolonialen Städten, malerischen Landschaften und unglaublich herzlichen Menschen.

Zeitreise durch ein geheimnisvolles Land

Eine Reise durch Myanmar ist (noch) wie eine Reise in eine andere Zeit. Doch gleichzeitig erlebt das Land einen Touristenboom ohne gleichen. Nach fast fünf Jahrzehnten Abschottung durch eine Militärdiktatur ist es zurück auf der touristischen Weltkarte. Glänzt und funkelt mit seiner alten Kultur wie ein Juwel.
Die wohl schönste und ohne Frage komfortabelste Art, sich auf eine Zeitreise durch das geheimnisvolle Land zu begeben, ist eine Flussfahrt mit der neuen, luxuriös ausgestatteten Belmond Orcaella, Schwesterschiff der berühmten "Road to Mandalay". Das im landestypischen Stil gebaute, kleine, wendige Boutique-Schiff mit geringem Tiefgang kann auch entlegene Flussabschnitte befahren. Das Innendesign ist modern und zeitlos.

Glänzend lackierte Teakholzböden, elegante Asiatica, in den 25 Kabinen und Suiten bodentiefe Glasfensterfronten, die sich weit öffnen lassen. Geräusche, Farben und Düfte Myanmars wehen direkt bis ans Bett herein. Wir blicken über die golden schimmernden Fluten des mächtigen Ayeyarwady, gespeist vom Schmelzwasser des Himalaya und den Regengüssen des Monsuns.

Leben am Fluss

Großes Landschaftskino an den Ufern des breiten Stroms, der die wichtigste Lebensader des Landes ist. Meditativ gemächlich gleitet die Orcaella von Yangon flussaufwärts nach Norden. Namenspate für das Schiff sind die plattnasigen Flussdelphine, die nur sehr selten zu sehen sind. Im Herzen des Landes kommt die Zeit leicht abhanden. Wie seit Jahrhunderten spielt sich das Leben am Fluss ab. Die Menschen waschen sich, die Wäsche, das Geschirr in den braunen Fluten. Holzhütten ducken sich unter Bäumen am Ufer.

Seit Jahrhunderten spielt sich das Leben am Fluss ab.
Seit Jahrhunderten spielt sich das Leben am Fluss ab.

 

Fischer werfen ihre Netze aus. Männer tragen den Longyi, ein Wickeltuch um die Hüften und Frauen statt Make-up die leuchtend gelbe Thanaka-Paste aus geriebener Holzrinde auf Wangen und Stirn als Sonnenschutz. Und überall blitzen goldene Stupas durchs Grün, lassen verwunschene Pagoden und Tempel die spirituelle Aura des Landes spüren.

Der Glaube an Buddha und Naturgötter ist tief im Alltag der Menschen verwurzelt. Auf unseren täglichen Landausflügen sind wir in knarrenden Ochsenkarren, farbenfrohen Fahrrad-Rikschas und Tuk-Tuks unterwegs. Besichtigen Klöster und beeindruckende Buddha-Statuen, schlendern über malerische Märkte, schauen zu wie Cheroots, in Maisblätter gerollte Zigarren, mit Tamarindensaft und Reisschnaps-Geschmack hergestellt werden, erkunden Dörfer.

"Nennen Sie mich einfach Bann"

"Vorsicht" ruft Oo Oo, unser Guide, lachend, "ein burmesischer BMW", als ein Bauer mit Wasserbüffel vorbeiprescht. Bei der Rückkehr aus der schwülen Hitze werden wir mit gekühlten Erfrischungstüchern empfangen. Ein Pool auf dem Sonnendeck sorgt für Abkühlung. Eine Massage im Spa für Entspannung. Und dank der thailändischen Chefköchin Bansani Nawisamphan freut man sich bereits seit dem Frühstück schon auf Lunch und Dinner.
"Nennen Sie mich einfach Bann", lächelt die in Bangkok geborene Powerfrau, die bereits im weltbekannten Chiva Som Health Resort, in Fünf-Sterne –Häusern auf den Seychellen, auf Bali, in Singapur gearbeitet hat und auch selber gerne reist. Sie ist mit ihrem elfköpfigen Küchenteam für die kulinarische Seite der Flussfahrt zuständig und die ist mindestens ebenso spektakulär wie die landschaftliche.

Khun Bann macht mit ihren Kochkünsten das elegante Bordrestaurant zum schwimmenden Gourmet-Tempel. Ihre Küche ist leicht und raffiniert, ein Zusammenspiel zwischen den Aromen Asiens und der europäischen Table d’hôte Cuisine. Sie kann alles von Pasta über Foie gras bis hin zur Miso-Suppe. Himmlisch sind ihre Salate wie der Burmese Green Tea Leaf Salad aus fermentierten Grünteeblättern mit Shrimps oder der Penny Worth Leaf Salad mit gerösteten Erdnüssen, köstlich Königskrabbentatar mit Koriander oder gegrillter Saba, ein makrelenartiger Fisch aus Japan.

Goldene Pagodentürme in der Nachmittagssonne

Gern erfüllt Khun Bann auch Spezialwünsche wie Thai Green Curry, Beefsteak mit French Fries oder Eggs Benedict. Sie probiert selbst Gerichte, die sie noch nie gemacht hat, um ihre Gäste glücklich zu machen. Lediglich der Wunsch eines Ehepaares aus Hessen nach Salzburger Nockerln bringt sie an die Grenzen ihrer Möglichkeiten und sie muss passen.

Landwirtschaft ganz traditionell.
Landwirtschaft ganz traditionell.

 

Doch mal ehrlich, darauf kann man in Burma nun wirklich angesichts der Vielfalt an Köstlichkeiten ohne Probleme verzichten. Der perfekte Ort zum Chillen und für die ultimative Reiselektüre George Orwells "Tage in Burma" ist das Aussichtsdeck mit seinen bequemen Dedon-Sofas und Liegen, ein herrlicher Logenplatz , wenn die späte Nachmittagssonne die goldenen Pagodentürmchen zwischen dem Dickicht der Wälder aufglühen lässt und sich der filmreife, abendliche Sonnenuntergang in Szene setzt.

Nach dem Dinner dann der Rückzug oben aufs Aussichtsdeck, wo Millionen Sterne funkeln oder in die Bar, ein idealer Ort, um im Lesestoff aus der Bordbibliothek zu studieren, was am nächsten Tag an Erlebnissen bevorsteht, in dieser fernen, unbekannten Welt am Ufer, die doch nur ein paar Meter weit entfernt ist. Der auf dem Rücken liegende Mond spiegelt sich in den dunklen Fluten. Zeit spielt schon lange keine Rolle mehr.

Sonnenaufgang in der Königsstadt

Denn hier ist der Weg das Ziel. Wir haben 750 Kilometer auf dem langen, braunen Fluss hinter uns. Und am letzten Morgen verlassen wir das Schiff noch bei Dunkelheit, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang mit einem Heißluftballon über der alten Königsstadt Bagan in den Himmel zu steigen. Alles begann 1044 unter König Anawratha.

Über 200 Jahre lang war Bagan, die mystische Tempelstadt mit über 13.000 Heiligtümern, Brücke zwischen Himmel und Erde, bis die Mongolen darüber hinwegfegten. Doch immer noch zeugen mehr als 2200 Tempel einer längst vergangenen Ära vom einstigen Ruhm des ersten Königreichs. Der Vorhang des Morgennebels beginnt, sich zu öffnen, gibt den Blick frei: Ruinen, Pagoden, Stupas soweit das Auge reicht, vergoldet vom ersten Sonnenstrahl - was für ein überwältigendes Erlebnis - allein dafür lohnt die weite Anreise.

Weitere Informationen finden Sie unter www.windrose.de 

Fotos: Heike Neuenburg

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Zuletzt bearbeitet am 20/08/2016

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