Blühendes Haarlem, blühendes Aalsmeer (Teil 1)

Grachten, Giebelhäuser, Zugbrücken – die Niederlande wie im Bilderbuch. Im Amsterdam-nahen Haarlem sowie in der Nachbargemeinde Aalsmeer dreht sich nahezu alles um Blumen und Brauereikunst...

Es grünt und blüht auf und vor Fensterbänken, ringelt sich um Gartenzäune, wuchert auf Dachgärten und in den "hofjes", schmückt Grachtenufer und Brücken. Umrankt Torbögen wie Haustüren und sorgt nahezu das ganze Jahr auch für prachtvolle Zier in den öffentlichen Gebäuden – die Liebe zu Blumen ist den Holländern allüberall anzumerken, so auch in Haarlem, nur 20 Tram-Minuten von der niederländischen Hauptstadt Amsterdam entfernt.

Eingebettet zwischen dem Fluss Spaarne und dem Ringvart-Kanal scheint das Leben in den insgesamt vierzig "Buurten" (das sind Nachbarschaften) im Gelassenheitsmodus! In aller Ruhe darf sich in die typisch niederländisch-beschauliche Lebensweise eingefädelt werden, am liebsten per Fahrrad. Bezaubernde Giebelhäuschen, lauschige Gassen mit Kopfsteinpflaster, wie eh und je ziehen in den Grachten Schiffe ihre Bahn, wie eh und je wird für die höheren unter ihnen die historische Holzbrücke "Gravesteenenbrug" über der Nieuwe Gracht aufgeklappt.

Gemütlich: Gasse in Haarlem...
Gemütlich: Gasse in Haarlem...

 

Blumen und Bier

Zuverlässig im April und Mai erblüht Haarlem zu einem Blumenmeer, Blumenstadt der Niederlande: "Haarlem bloeit", ein langer, opulenter Blumencorso durch die Stadt ist Tradition. Doch schon immer war Haarlem auch eine Stadt der Brauereien, die heute wohl originellste ist "De Jopenkerk" in einer ehemaligen Kirche an der "Gedempten Voldersgracht": der Hotspot schlechthin! "Jopen" nannte man die 112-Liter-Bierfässer, die in alten Zeiten über die Spaarne transportiert wurden.

Junge, mutige Brauer zapfen in dem rot ausgeleuchteten Kirchenschiff vor den glänzenden Kupferkesseln wie auf der Empore perfekte Bierblumen von eigenen Craft Bieren mit spannenden Geschmacksrichtungen. Dazu werden ausgefallene kleine Speisen serviert, die zu den jeweiligen Bieren passen. Und man sollte ein "Borrel" reservieren, das typisch niederländische "gezellige" Beisammensein mit Freunden, bei dem auch die typischen "Borrelhappjes" nicht fehlen dürfen!

Haarlem ist sogar ein Traum für Kunstliebhaber: Mit Sicherheit ist Frans Hals, der berühmte Sohn der Stadt, im 17ten Jahrhundert mit seinen fünf Söhnen über "De Grote Markt" geschritten. Das Teylers Museum am Spaarne-Ufer, beherbergt seit 1794 nicht nur die größten und wichtigsten wissenschaftlichen Instrumente seiner Zeit, sondern auch einmalige Fossilien (kurios: die Spitze vom "Mont Blanc") sowie eine bemerkenswerte Wissensbibliothek für jedermann in mehreren Sprachen.

"Monsterlijk mooi"/ Ungeheuerlich schön heißt die Führung zu den eher gruseligen Steinmonstern auf dem Basilika-Dach hinauf in luftige 60 Meter Höhe auf die St.Bavo-Kathedrale. Bis heute wird über die Aussagekraft von "Het Kakkertje"/ Der Pupser oder "Exorzist en de duevel"/ Exorzist und Teufel sinniert - während die Augen weit über die einstige Hauptstadt von Nordholland schweifen können.

"De Jopenkerk"-Brauerei Bistro in einer ehemaligen Kirche – mit ausgezeichneter Küche.

 

Beinahe ist vom Dach der St.Bavo-Basilika aus das "Landje van De Boer" zu entdecken, an der Bezirksgrenze zu Bloemendaal. Mithilfe von mittlerweile 50 helfenden Händen ist aus einer Brache ein überbordend grünes Paradies entstanden. Dicht an dicht gedeiht dort im natürlichen Kreislauf alles, was duftet und schmeckt. Ostindische Kirsche, Malven und Gurkenkraut, Ringelblumen, Lakritzpflanzen, Mohnblumen: Ein aromatisches Blumendinner von Frau Marlies beginnt mit Holunderblütencocktail oder Rosenblütentee, zum Rote-Bete-Carpaccio fügt sie Schnittlauchblüten und Magenta- oder Baumspinatblätter. Ein mit frischem Knoblauch eingeriebenes Bruschetta serviert sie mit Fenchel- und Primelblüten.

Im Herzen der Stadt findet sich das Hotel "Carlton Square" am idyllischen Frederikspark, der von dem großen Landschaftsarchitekten Jan David Zocher im 19ten Jahrhundert angelegt wurde. Mit sehr freundschaftlich-familiärer Atmosphäre ist es mit dem Restaurant "Zocher" auch Treffpunkt der Haarlemer Feinschmecker. Chef Bastiaan Koenders serviert einen grandiosen Mix aus authentischer Küche von "vor der Haustür" mit dem Geschmack der großen weiten Welt. Vom Makrelen-Rillette-Snack mit Meerrettich und Kresse über Bio-Landhuhn, er bereitet es u.a. knusprig gebraten mit Morchelsoße zu. Sein Entrecôte wird begleitet von Rotweinpfeffersauce und geräucherte Tomatenbutter. Übrigens: Der New Yorker Bezirk "Haarlem" wurde im 16.Jahrhundert von Holländischen Pionieren gegründet.

Rote Beete Carpaccio von Frau Marlies bei De Landje van de Boer.
Rote Beete Carpaccio von Frau Marlies bei De Landje van de Boer.

 

Informationen:

Visit Haarlem, www.visithaarlem.nl 

Craft Beer De Jopenkerk Haarlem, Brauerei mit erstaunlich guter Küche, www.jopenkerk.nl/haarlem 

Landje van De Boer, www.landjevandeboer.nl 

Teylers Museum direkt am Spaarn-Ufer, www.teylersmuseum.nl 

Hotel "Carlton Square" mit Restaurant ZOCHER, www.carlton.nl/en/square-hotel-haarlem 

Visit Aalsmeer, www.visitaalsmeer.nl 

KLM Airline, www.klm.com

Weitere Informationen: www.iamsterdam.com   

Fotos: Reinier Snijders - Reinaroundtheglobe, Craft Brewery Jopen, Elbrich Fennema

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Zuletzt bearbeitet am 09/11/2020

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Autor

Uta Petersen

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