Direkt an der Grenze zu Russland... (Teil 2)

Irgendwie scheint sich Estlands Hungerburg berappelt zu haben, erhielt 1808 einen Leuchtturm und wurde gegen Ende des 19. Jh. gar zur heißbegehrtesten Sommerfrische der Petersburger und Moskowiter...

Schon 1873 war Narva-Jõesuu Bade- und Erholungsort, seit 1894 offiziell Kurort. Man schied Bad Narva von Narva Port, dem Hafen, und Gäste zog es fortan an die werbewirksame "Riviera des Nordens" bzw. zur "Perle der Narva-Küste".

Ein herrlich restaurierter alter Badekarren an einem der Zugänge zu riesigen, noch immer gepflegten Kurpark erinnert noch an jene durchaus noch etwas prüde Zeit. Ab 1896 suchte man Gesundheit in der ersten Wasser- und Heilschlammanstalt, 1902 eröffnete das rasch berühmt Salzmann`sche Sanatorium, 1913 reisten 14.000 betuchte Kurgäste an!

Schon 1874 war die nicht minder berühmte Villa Capriccio mit weißen Säulen und Portikus, Balkonen, Balustraden und Springbrunnen errichtet worden. Sie gehörte Narvas damaligem Bürgermeister Adolf Theodor Hahn, der sich um die Schaffung des Kurbades verdient gemacht hatte.

Vor allem aber erinnert bis heute der Kursaal an die gute alte Zeit. Auch wenn die Holztürmchen des erstmals 1882 erbauten repräsentativen Treffpunktes der illustren Narvamünde-Gäste nicht mehr zu finden sind und die Fassade dieses schlossähnlichen Baus eher als Ruine vor sich hin bröckelt, erzählt der Kursaal doch Geschichte – und wartet auf einem impulsgebenden Investor. Schon einmal, 1910, war hier alles abgebrannt – und wurde im Jugendstil bis 1912 zweistöckig wieder aufgebaut.

Statue einer nackten Frau aus sozialistischer Zeit.
Statue einer nackten Frau aus sozialistischer Zeit.

 

Bis 1991 war Narva-Jõesuu übrigens für nahezu alle Bewohner von Narva tabu. Hier kurte vorwiegend die Nomenklatura aus Leningrad und Moskau, allenfalls noch speziell protegierte Kurgäste. Auch aus Gründen zur Vermeidung von Ruhestörung war es den Leuten aus Narva nicht vergönnt, die vor dem Kurort postierten Schranken samt Wachtmannschaften zu passieren. Die einzige Ausnahme bildeten Verwandtenbesuche – oder natürlich ein Arbeitsplatz vor Ort.

Vor dem Narva-Joesuu SPA Hotel & Sanatorium, das 1961 erbaut wurde, steht die Statue einer nackten Frau aus sozialistischer Zeit. Im Inneren stimmen Originale, bemalte Glasfenster mit Freizeitmotiven aus sozialistischer Zeit, u.a. Frau am Strand sowie Segelboote auf dem Meer, fast nostalgisch. Das Hotel ist mit Restaurant, Buffet, Kneipe, Sommerterrasse, Kinderspielplatz, Cocktails und gutem Bier ausgestattet.

Von der Terrasse aus fällt der Blick auf einen typischen historischen Pavillon mit weißen Pfosten. Er steht im Dunklen Park (Estnisch: Pime park). Der wunderbar Schatten spendende natürliche Kiefernwald zieht sich durch den ganzen Ort der Seeseite entlang. Er wurde auf dem Strandwall angelegt und bildet eine wunderbare Waldpromenade, die zum Spazierengehen einlädt. Auf der anderen Seite der ortdurchquerenden Straße Narva-Joesuu, der Vabaduse Straße, liegt der Helle Park (estnisch: Hele Park). Heller und dunkler Park zusammen bilden ein ganz besonderes Klima, das den Seebadeort Narva-Joesuu auszeichnet.

Kulinarik im Restaurant am Meer, dem Restoran Meretare.
Kulinarik im Restaurant am Meer, dem Restoran Meretare.

 

Sehr attraktiv ist das Restaurant am Meer Restoran Meretare (Restaurant Meereshütte). Schon die Lage mitten am langen Sandstrand mit dem herrlichen Blick auf den Finnischen Meerbusen und das Strandleben, der sich insbesondere von der mit 40 Plätzen großzügigen, aber intimen Terrasse aber auch aus dem Inneren des modernen Restaurants (45 Plätze) eröffnet, ist einzigartig.

Während des Sonnenuntergangs ist der Run auf das beliebte komplett ins Strandleben integrierte Restoran Meretare, das von 11h – 1h nachts geöffnet ist, besonders groß. Die internationale auf Fisch (Fang des Tages) spezialisierte Speisekarte bietet alles: von kleineren Snacks für tagsüber oder zum Sun-Downer am Abend bis zum Fine Dining.

Auf der gut sortierten Weinkarte finden sich französische und italienische auch Spitzenweine, zu Preisen zwischen 20,00 und 110,00€. Sobald es kühler wird, prasselt im schicken Restaurant Meereshütte ein Kaminfeuer. Nicht selten dürfte dann "terviseks" ("zum Wohl") erklingen...

Information:
Vor der Reise:
Estonian Tourist Board (Enterprise Estonia), www.visitestonia.com/de , http://visitsouthestonia.com/en/
Narva Tourist Information and Visitor Centre, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., http://tourism.narva.ee/de?lang=3
Tourismusinformation Ida-Virumaa, http://idaviru.ee/en/
Tourismusinformationszentrum Jõhvi, www.visitestonia.com/en/johvi-tourist-information-centre , http://idaviru.ee/en/

In Narva-Jõesuu:
Narva-Jõesuu SPA Hotel mit Narva-Joessu Sanatoorium, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.narvajoessu.ee ,
Restoran Meretare (Restaurant Meereshütte), , www.visitestonia.com/de/restaurant-meretare-meereshutte

Außerdem:
Meresuu Spa & Hotel, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.meresuu.ee/en 

Das Projekt wird unterstützt vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.)

Fotos: Jürgen Sorges

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Zuletzt bearbeitet am 16/02/2020

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