Die stillste Seite Portugals

Der Alentejo ist ein Eldorado für Individualtouristen. Seine Küste ist mindestens ebenso schön wie die Algarve, nur unberührter. Viele Dörfer und Städtchen sehen noch immer so aus, als hätte jemand vor einem halben Jahrhundert die Uhren angehalten…

Für viele Portugal-Reisende beginnt und endet das Land an der Algarve. Sie verpassen die Weite des dünn besiedelten, ländlichen Alentejo kaum zwei Autostunden weiter im Norden, der zu den reizvollsten Gegenden des Landes gehört. Eine Landschaft aus sanften Hügeln, Korkeichenwäldern, Olivenbäumen und trockener Grassteppe. Storchennester auf alten Telefonmasten, fast menschenleere Dörfer – eine Region im Ruhe-Modus, der ansteckend wirkt.

Schon von weitem sind die Orte an den hohen Türmen ihrer mittelalterlichen Burgen und Kirchen zu erkennen. Sie wurden auf Anhöhen und strategisch wichtigen Punkten entlang der spanischen Grenze errichtet, um das Umland zu überwachen und zu schützen. Évora ist mit rund 57.000 Einwohnern die größte Stadt des Alentejo. Auf ihrem höchsten Punkt thront ein römischer Tempel aus dem ersten Jahrhundert als Huldigung an Kaiser Augustus. Der Ortskern mit seinen maurischen Gassen, weiß gekalkten Häusern und seiner Architektur aus verschiedenen Jahrhunderten gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Kurios-makaber mutet die Capela dos Ossos, zu deutsch Knochenkapelle, in der Kirche Igreja de São Francisco an. Als ewiges "memento mori" ist der Innenraum komplett mit Knochen, Schädeln und ganzen Skeletten ausgekleidet. "Wir Knochen, die wir hier versammelt, warten auf deine", steht in großen Lettern an der Wand.

Anlaufpunkt: Montsaraz Festung.
Anlaufpunkt: Montsaraz Festung.

 

Nur wenige Touristen verlieren sich im Winterhalbjahr im alten Festungsort Monsaraz mit seinen weiß gekalkten Häusern liegt erhaben über dem verwinkelten Stausee Lago Alqueva, mit einer Uferlänge von rund 1.100 Kilometern eine der größten Talsperre Europas. Das Städtchen im Osten Portugals ist einer der ältesten und besterhaltenen historischen Orte des Alentejo. Im Hochsommer ein Besuchermagnet, präsentiert sich Monsaraz in der Nebensaison fast menschenleer. Die Luft ist so klar und auch nachts nicht durch Licht verschmutzt, dass sich der Himmel wie eine funkelnde Sternendecke über die Stadt legt. In den schmalen Kopfsteinpflastergassen fühlt man sich zurückversetzt ins Mittelalter, als Ritter in voller Montur auf ihren Pferden über das Schiefern-Steinpflaster trabten.

Rustikales Retreat

Als kongeniale Unterkunft bietet sich das charmante und unaufdringlich-luxuriöse 5-Sterne Refugium São Lourenco Do Barrocal an. Auf einem 780 Hektar umfassenden Landgut gelegen bietet der einstige Herrensitz Gästezimmer und Cottages im ländlich-historischen Originalflair. Unbedingt empfehlenswert ist das à-la-carte-Restaurant Hortelão mit authentischen Köstlichkeiten aus der Region. Farm-to-Table lautet das Credo des Küchenteams. Olivenöl, Kürbismarmelade, Salate, Birnen, Walnüsse – alles kommt direkt aus dem Garten. Auch der Wein stammt von den Trauben des Guts.

Frühstück im Sao Lorenco.
Frühstück im Sao Lorenco.

 

Die Gerichte orientieren sich stark an den Traditionen des Alentejo, der für sein Lomo, eine Wurst vom Ibérico-Schwein, bekannt ist. Und für den Einsatz vieler unterschiedlicher Kräuter wie Minze und Rosmarin. In Olivenöl gebratetener Octopus mit Kichererbsenreis, panierter Tintenfisch oder geschmorte Wildschweinlende mit Granatapfel-"Escabeche" sind paradigmatische Beispiele für die erstklassigen kulinarischen Kleinode. Wer für ein paar Tage abschalten möchte, ist in diesem rustikalen Retreat genau an der richtigen Adresse. Mit gutem Grund findet sich das zu den Leading Hotels of the World zählende Hideaway auf der „Condé Nast Traveler Gold List“.

Die ehemalige Garnisonsstadt Elvas mit ihrer Befestigungsanlage ist ein weiteres Weltkulturerbe der Unesco im Alentejo. Die nahe der spanischen Grenze gelegene Stadt beherbergt eine der größten erhaltenen Bollwerk- oder Bastion-Befestigungsanlagen der Welt. Sehenswert sind vor allem die Festungen Castelo de Elvas, Forte de Santa Luzia sowie das Forte da Graça. Innerhalb der mächtigen Festungsmauern erwartet die Besucher eine Stadt mit maurischem Flair.

Starkoch mit Turban

Wer hier Quartier beziehen möchte, wählt vorzugsweise das Vila Galé Hotel. Nur ein paar Schritte vom westlichen Stadttor und wenige Gehminuten vom Ortszentrum entfernt ist es prädestiniert für Erkundungen. Das Vier-Sterne-Haus kombiniert altehrwürdiges Klosterambiente mit hohem Komfort. Stuck- und Gewölbedecken, Marmorböden, Arkadenaufgänge und der frühere Kreuzgang samt palmenbestandenem Patio gehen Hand in Hand mit stilvollem Interior-Design.

Eduardo Andrés Lopez.
Eduardo Andrés Lopez.

 

Es nicht nur die malerischen Städte, die den Alentejo so attraktiv machen. Die Region hat den letzten fast unberührten Abschnitt der Atlantikküste in ganz Südeuropa, der sich ohne Unterbrechungen fast 60 Kilometer von der Halbinsel Tróia, knapp eine Stunde entfernt von Lissabon, bis nach Sines erstreckt. Entspanntes Nichtstun, lautet hier das Motto. Kaum Wunder, dass hier Prominente wie der Maler Anselm Kiefer, die Cinzano-Dynastie und Schuhdesigner Christian Louboutin hier ihre Feriendomizile haben. Pop-Queen Madonna kaufte im vergangenen April eine Farm in der Kleinstadt Gavião.

Auch Eduardo Andrés Lopez, besser bekannt als Fernsehkoch und Kochbuchautor Chakall, ließ es sich nicht nehmen, direkt an der Küste in Lagoa de Santo André Fuß zu fassen. Bereits mit dem Restaurant Quinta dos Frades in Lissabon vertreten, eröffnete er im Sommer sein erstes Strandrestaurant. Als Hommage an seinen Großvater Otto nannte er es "Otto Fisch". Ende Oktober schloss er die Pforte, um das Restaurant bis zum nächsten Sommer um ein kleines Öko-Hotel zu erweitern. Für den Koch mit dem Turban ist es das erste Engagement im Hotelbereich. "Hier scheint das ganze Jahr über die Sonne, strategisch ist es fantastisch", so der quirlige Argentinier. Gefragt, was er unter seinem Turban trägt, antwortet er schelmisch: "Inspiration". So könnte auch das Motto jener lauten, die den Alentejo zu ihrer liebsten Reiseregion erkoren haben.

Weitere Informationen:
OLIMAR ( www.olimar.de ) ist seit 1972 der führende Spezialist für Portugalreisen im deutschsprachigen Raum mit einer breiten Palette an Rund- und Themenreisen, Städtetrips und Badeferien. Auf dem Programm stehen im Zuge der im Oktober bekannt gegebenen Kooperation mit Chakall auch Gourmetreisen ins kulinarische Alentejo. Golf-Aficionados finden im Katalog „Golfreisen à la carte“ die passenden Angebote.

 

Impressionen:

Fotos: Christian Euler

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Zuletzt bearbeitet am 03/02/2020

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