Capella Breidenbacher Hof Düsseldorf: Hotel-Ikone im Wandel

Nur wenige Hotels Deutschlands sind den meisten Gästen so bekannt wie Düsseldorfs Breidenbacher Hof. Schon seit 177 Jahren - mit kurzen Unterbrechungen - steht das zur "Selektion Deutscher Luxushotels" gehörige Haus an der Königsallee 11 in bester Lage – und es tut sich einiges!

Geschichte

Mit dem Kauf des Grundstücks im Jahr 1806 erfolgte der eigentliche Startschuss für das Hotel in der Königsallee. Der damalige Gaststättenbetreiber Wilhelm Breidenbach ersteigerte das Bauland mit der Vision, ein Hotel für die Oberschicht zu bauen. Bereits 1812 wurde dieser Traum wahr, wenn auch die Fassade schon kurze Zeit später durch ein neu erbautes Gymnasium verdeckt wurde. Nach einem Vergleich mit der Stadt wurde die (störende) Schulhofmauer abgerissen, allerdings erfolgte 1840 dennoch ein Besitzerwechsel. Die Gastronomen Capellen-Heydendahl und der Aufschwung der Rheinschifffahrt sowie der zunehmende Eisenbahnverkehr katapultieren das Haus an der Königsallee schnell auf die führende Position der Hotellerie Düsseldorfs.

Der Breidenbacher Hof wird in den folgenden Jahren bis zum erneuten Weiterverkauf (1855) Dreh- und Angelpunkt berühmter Gäste. Als Anlaufstelle für Clara und Robert Schumann, Herzog Maximilian von Bayern, Zar Alexander II oder auch August und Friedrich von Preußen, wird das Luxushotel schnell der wichtigste Treffpunkt für Politiker, Künstler und Adelige dieser Jahre. Ab 1908 wird der "Palast Hotel Breidenbacher Hof" bis zum Ersten Weltkrieg bei steigenden Umsätzen äußerst erfolgreich geführt, ehe die beiden Weltkriege, zunächst finanziell und später durch die totale Zerstörung durch einen Bombenangriff (WK II, Pfingstsamstag 1943) auch substantiell, das Leben im Hotel als gesellschaftlichen Pol der Stadt beendeten.

Von der Lobby führt die Treppe hinauf in das Restaurant und die Bar.
Von der Lobby führt die Treppe hinauf in das Restaurant und die Bar.

 

Wie eine Vielzahl alter und historischer Gebäude in Deutschland, wurde auch der Breidenbacher Hof wiederbelebt. Mit einem Neubau feierte das Hotel im Sommer 1950 die Wiedereröffnung – nun mit stolzen 250 Zimmern und Appartements. Das Breidenbacher wird wieder Magnet für die Schönen und Reichen, Politiker und Adelige geben sich erneut die Klinke in die Hand. Ein erneuter Abriss 2004 aufgrund notwendiger Sanierungsarbeiten und die Wiedereröffnung im Mai 2008 folgerte nicht nur den Titel "Hotel des Jahres 2015", sondern auch den Bau des "Royal Floor" in der neunten Etage, in der fünf Suiten und sechs Zimmer für absolute Exklusivität des Breidenbacher Hofs stehen.

Umbau

Seit 2008 ist das 5-Sterne-Hotel Mitglied der Luxushotelkollektion "Capella Hotels und Resorts". Und mit dieser Zugehörigkeit erfolgt ein weiterer Wandel – gerade im gastronomischen Bereich – wie uns Chefkoch Philipp Ferber erzählt. Jüngst wurde die Hauptküche des Hotels umgebaut und übergangsweise ging – mit einer reduzierten Karte – alles über die entsprechend kleinere "Showküche" zum Gast. Grund dafür ist die ehemalige Konzeption der Brasserie als ein Grillrestaurant, was heute aufgrund der gestiegenen Anzahl der Essen nur noch schwer abzuleisten war.

Entspannung und Kurzpausen mit Kaffee und Snacks gibt`s im nichtöffentlichen Bereich – direkt hinter der Lobby.
Entspannung und Kurzpausen mit Kaffee und Snacks gibt`s im nichtöffentlichen Bereich – direkt hinter der Lobby.

 

Mit derzeit 20 Mitarbeitern in der Küche steht jetzt schon ein Team bereit, dass sich sicherlich – gerade im nächsten Jahr – wieder neu orientieren muss. Denn dann wird die "Brasserie 1806" umgebaut und es wird auch eine Art Front-Cooking eines Kochs im Restaurant geben. "Der geplante Umbau soll von Ende Januar bis Mitte März stattfinden", verrät uns Chefkoch Philipp Ferber. Und da es dann auch einen separaten Eingang geben wird, soll auch das Personal aufgerüstet werden. Mit diesem neuen Eingang wird versucht eine größere "Offenheit" zur Straße zu erlangen. So umgeht der Gast das Durchqueren der Lobby und den Weg über die nach oben führende breite Treppe an der Rezeption.

"Durch diesen Neubau und den neuen Zugang zur Brasserie erhoffen wir uns schon zehn bis 15 Prozent mehr Umsatz. Natürlich wird dann auch die Kapazität erhöht. Von derzeit 60 Plätzen werden wir auf etwa 90 Plätze erweitern. Wir haben drei `meal periods`, die gerade auch durch die zusätzliche Schaffung der neunten Etage mehr Kapazitäten einfordern", so Ferber weiter. "Aber wir folgen da einem klaren Trend: seit Jahren können wir, Monat für Monat, eine Umsatzsteigerung feststellen – vom Restaurant bis hin zu der Bar."

Capella Bar im Breidenbacher Hof.
Capella Bar im Breidenbacher Hof.

 

"Um einige Produkte, die wir hier im Hotel stets verwenden, auch immer kontrolliert beziehen zu können, haben wir etwa zehn Kilometer von hier entfernt einen eigenen Anbau für Kartoffeln und Äpfel", so der Küchenchef. "Und natürlich arbeiten wir auch stets an eigenen Produkten, so zum Beispiel an der eigenen Blutwurst. Damit haben wir unser eigenes Produkt, unser eigenes `Himmel und Ääd` gemacht."

Für viele andere Produkte kann auf dem heimischen Markt allerdings nur bedingt zurückgegriffen werden. Denn die Qualität gilt es zunächst so hoch wie möglich zu halten, wie uns Philipp Ferber verrät. "Leider ist die Fleischqualität in Deutschland oftmals zu schwankend, nicht immer gleich gut. Das bedeutet für uns, da wir nur die höchste Qualität abliefern wollen: Zukauf von Fleischprodukten auf dem internationalen Markt." Natürlich sind unter den Händlern für den Breidenbacher Hof renommierte Lieferanten wie das Frischeparadies oder auch Otto Gourmet vertreten. Allerdings müssen, so sagt uns der Chefkoch, alle Lieferanten des Breidenbacher Hofs auch den Servicegedanken des Hauses haben.

Veranstaltungen

Und wer sich von den kulinarischen Qualitäten im Breidenbacher Haus überzeugen möchte, hat bei diversen Veranstaltungen die Möglichkeit dazu. Am 10. November gibt es die Veranstaltung "Phillip Ferber & Friends" mit sieben Gastköchen und weiteren Kulinarikexperten wie Wolfgang Otto oder auch Ralf Bos. Mit dabei: Ronny Siewert*, Mauro Colagreco** und Yoshizumi Nagaya* - um nur einige zu nennen (189 Euro p.P. inkl. Getränke).

Am 7. Dezember findet zudem der "Trüffel Circle" statt. Phillip Ferner präsentiert schwarze und weiße Trüffelknollen, an seiner Seite steht außerdem Trüffelexperte Dario Perno (399 Euro p.P. / 5-Gang-Menü inkl. Getränke).

Weitere Informationen unter: https://www.capellahotels.com/de/capella-dusseldorf und dem Kulinarikkalender: https://www.menumodo.com/app.php/viewer/outlet/5517/16369/only?lang=de&tags=h

 

Impressionen:

Fotos: Capella Breidenbacher Hof Düsseldorf

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Zuletzt bearbeitet am 01/11/2019

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