Bergfahrt für Flachlandtiroler

Seefeld in Tirol lockt E-Biker aus ganz Europa mit einer perfekten Infrastruktur und Routen für jeden Geschmack. Als Rückzugsort für Entspannung auf hohem Niveau empfiehlt sich das Astoria Resort.

Es läuft alles nach Plan auf der Großbaustelle Seefeld, die Austragungsstätten der nordischen Ski-WM von 2019 nehmen Formen an. Von Mitte Februar bis Anfang März geben sich die weltbesten Wintersportler ihr Stelldichein. Rund 700 Athleten aus 60 Nationen werden dann um die Medaillen in 21 Wettbewerben kämpfen.

Sportlich betätigen können sich die Besucher schon jetzt. Die Region hat die große E-Bike-Offensive ausgerufen. Auf dem Sonnenplateau in 1200 Metern Seehöhe werden Biker mit Blick auf Material, eigens als E-Biketour ausgeschilderte Strecken und Sicherheit besonders umsorgt. 570 genau beschilderte Touren unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade in Seefeld, Leutasch und Scharnitz lassen keine Wünsche offen. Ein spezieller E-Bike-Guide samt Kartenmaterial informiert ausführlich und kurzweilig über Höhenprofile, Verlauf und die Jahreszeiten, zu denen die Strecken am besten befahrbar sind. Sämtliche Routen sind mit dem neuen SOS Meldesystem des Landes Tirol versehen. Gibt es eine Panne, hilft das E-Bike-Servicemobil.

Eine umfassend angelegte Kooperation mit dem Fränkischen E-Bike-Hersteller CUBE soll helfen, die Region in Sachen elektrisch gestütztes Radfahren nach vorn zu bringen. Europas größter Fahrradhersteller produziert täglich im Schnitt bis zu 2500 sportive Bikes, die in mehr als 60 Ländern vertrieben werden. Das Hauptaugenmerk bei CUBE liegt auf dem E-Mountainbike-Segment, wo man mit fünf Modellreihen und über 50 Modellen am stärksten besetzt ist. Sämtliche dieser Bikes sind mit dem Bosch Performance CX-Motor ausgestattet.

Biketouren in der Region: kurzweilige Höhenprofile.
Biketouren in der Region: kurzweilige Höhenprofile.

 

Passionierter Biker

Zum E-Bike-Konzept Seefelds gehört die regelmäßige akribisch Wartung, zudem gibt es ein Sicherheitskonzept, das den Radler auch in schwierigen Situationen unterstützt. "Wir wollen helfen, Seefeld in den kommenden drei Jahren zur stärksten E-Bike-Region Tirols zu machen", sagt CUBE- Marketingchef Claus Wachsmann. Der passionierte Biker steht seit der Gründung in Diensten der Firma, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Wachsmann ist zudem Leiter des "CUBE Action Teams", einem professionelles Mountainbike-Rennteam, das in der so genannten Enduro-Kategorie auch bei Weltcups und Weltmeisterschaften teilnimmt. Nach Ansicht des Profis prädestinieren die vielen Seitentäler – darunter das Karwendel- oder das Gaistal – und das Sonnenhochplateau mit seiner herrlichen Aussicht ins Inntal die Region Seefeld für seinen Sport.

E-Bike-Novizen bekommen in einem Fahrtechnikkurs in einem speziellen Übungsparcours von Könnern des das notwendige Basiswissen vermittelt: vom Fahren und Bremsen auf unterschiedlichem Untergrund bis zum richtigen Verhalten bei einem Notfall. Der drahtige Guide Peter Schwandl erklärt eloquent Bremsen, Motor und die Bedienung. So lässt sich per Knopfdruck auf dem Display einstellen, wie kräftig der Motor unterstützt. Muskelkraft ist dennoch nötig: Wer nicht in die Pedale tritt, kommt nicht vom Fleck. Doch dank der elektrischen Hilfe in vier Stufen – von Eco bis Turbo – haben auch wenig Trainierte genügend Schwung, um steile Anstiege zu meistern.

Genau genommen müsste hier von Pedelecs (die Abkürzung für "Pedal Electric Cycle") die Rede sein, doch längst hat sich der Name E-Bike eingebürgert. Bei Pedelecs schaltet der Motor 25 Stundenkilometern automatisch ab. E-Bikes hingegen fahren auf Knopfdruck auch ohne Pedalunterstützung. Genau genommen zählen sie zur Gruppe der Kleinkrafträder und benötigen daher auch ein Versicherungskennzeichen.

Guide Peter Schwandl.
Guide Peter Schwandl.

 

Bike-Enthusiast Schwandl kennt die Region Seefeld wie seine Westentasche und führt uns entlang einer landschaftlich überaus reizvollen Tour zum Brunschkopf. Der 1510 Meter hohe Berg ist perfekt, um sämtliche Facetten des E-Bikings kennenzulernen. Im vergangenen Jahr wurde dort eine ganz neue Aussichtsplattform errichtet, die einen spektakulären Rund-um-Blick über Seefeld, die Spitzen des Karwendel und das Wettersteingebirge ermöglicht.

Auf dem Weg zurück empfiehlt sich ein Stopp im Café-Restaurant Alt-Mösern, wo Familie Haselwanter am Nachmittag auf der Sonnenterrasse mit Panoramablick über das Tiroler Oberland köstlichen Kuchen, Kaffee und fluffigen Kaiserschmarrn serviert.

Abschalten im Astoria

Direkt an der Grenze zwischen Tirol und Bayern liegt mit dem kleinen Scharnitz ein Ort der Olympiaregion Seefeld, den Mountain-Biker aller Couleur schätzen. Eine einfache Tour führt vom Ortsrand durchs Karwendeltal auf die idyllische Kastenalm noch leicht bewaldeter Almwiesen. Die Alm befindet sich in 1220 Metern Höhe und wird malerisch vom knapp 2700 Meter hohen Lafatscher, der Grubenkarspitze, den Sonnenspitzen und dem großen Heisenkopf eingerahmt. Kalte Brotzeiten mit Speck, Kaminwurzen, Käse und nachmittags selbst gebackener Kuchen machen fit für die Weiterfahrt. Tipp: Unterhalb der urigen Kastenalm-Hütte entspringt nur wenige Meter neben dem Weg die Isar. Sie wird von mehreren Zuflüssen gespeist. Das ist auch der Grund, warum das Gebiet um ihren Ursprung "bei den Flüssen" heißt.

Kastenalm-Hütte.
Kastenalm-Hütte.

 

Nach einem ereignisreichen Tag in den Bergen lässt es sich im 5-Sterne-Superior-Resort Astoria elegant entspannen. Mit seinem 20.000 Quadratmeter großen Park liegt es in erhöhter Lage rund zehn Gehminuten vom Seefelder Ortszentrum entfernt und vereint unaufdringlichen Luxus mit alpenländischer Gemütlichkeit.

Gastgeberin und Besitzerin Elisabeth Gürtler hat hier ihre Kindheit verbracht. "Es war für mich eine schöne und unbeschwerte Zeit, so eine heile Welt", erinnert sich die Grande Dame der österreichischen Hotellerie, die 25 Jahre lang das Hotel Sacher führte und es fit für das neue Jahrtausend machte. Sacher-Besitzer Peter Gürtler, mit dem sie sieben Jahr verheiratet war, setzte sie zuvor als Vermögensverwalterin für die gemeinsamen Kinder ein. Vor drei Jahren übergab sie das Sacher-Imperium an Alexandra und Georg.

Ihre große Leidenschaft ist das Reiten, seit 2007 leitet Gürtler die Spanische Hofreitschule in Wien. Mit dem bekannten französischen Designer Pierre-Yves Rochon hat sie im vergangenen Jahr Teile des Hotels umgestaltet. Nun dominiert ein alpiner Stil: Altes Holz, gebürstete Eiche, edle Stoffen wie Loden, Leder und Leinen sowie Kuhfelle und Kaminen als Eye-Catcher schaffen eine Wohlfühlatmosphäre weit weg vom anderswo teils arg in die Jahre gekommenen Tiroler Stil. Elisabeth Gürtler, die sich gern mit ihrer Jack Russel-Hündin Ella von ihrem enormen Arbeitspensum entspannt, peilt eine Auslastung von 70 bis 80 Prozent an – ein ambitioniertes Ziel, das der 68 Jahre alten Hotellerie-Ikone aber durchaus zuzutrauen ist.

Die Küche ist von «Gault Millau» Österreich mit einer Haube und 14 Punkten ausgezeichnet. Hotelgäste kommen im Rahmen der "Verwöhnpension" in den Genuss eines siebengängigen Wahlmenüs. Für Gaumenschmeichler wie Hummerbisque, Tatar vom heimischen Rind, Schwarzfederhuhn mit Fregola Sarda oder Filet vom Milchkalb erhielt Küchenchef Andreas Rank im zehnten Jahr in Folge eine Haube vom Gault&Millau.

5-Sterne-Superior-Resort Astoria.
5-Sterne-Superior-Resort Astoria.

 

Wellness pur bietet die im vergangenen Jahr erweiterte und modernisierte Bäderlandschaft mit Innen- und Außenpool, einem ganzjährig beheiztes Sportbecken, Sole-Whirlpool und ein Naturbadesee. Seit Ende vergangenen Jahres wartet im Spa-Chalet zudem eine Panoramasauna auf die Gäste – Postkartenblick in die Tiroler Berge inklusive.

Fotos: Seefeld Tourismus, Christian Euler

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