Mingalabar - mit dem Schiff von Yangon bis nach Mandalay

Der Schweizer Hans Kaufmann launcht sein neues Schiff in Myanmar und befährt mit der "Thurgau Exotic 3" die Route des südlichen Irrawaddy...

Für viele Reisende aus dem Abendland entspricht Myanmar jenen spirituellen Vorstellungen eines täglichen Lebens, die der westlichen Welt schon seit langem abhandengekommen sind. "Mingalabar" – "Hallo" oder "Guten Tag" grüßen die Birmesen einen jeden ihrer Gäste aus der weiten Welt. Das Bild der unzähligen Mönche und goldenen Pagoden bestimmt die Wahrnehmung vor Ort bereits unmittelbar nachdem die Koffer am Airport in Empfang genommen wurden. Yangon war und ist das Tor in dieses Goldene Land und von hier aus sollen die kommenden zehn Tage mit einem neuen Schiff bis hinauf in die letzte Königsstadt Mandalay führen.

Wie auch die Vorgängerschiffe Thurgau Exotic 1 und 2 hat Kaufmann sein neues Schiff im Still der historischen, kolonial geprägten ‚Irrawaddy Flotilla‘ gebaut. Edle Hölzer aus lokaler Produktion bestimmen die Decks und eine hochwertige Kabinenausstattung sowie gemütliche Rattan- und Korbsessel bestimmen die Atmosphäre an Deck. Nach einem ersten Willkommenscocktail sind alle per Du und die erste Herausforderung des beginnenden Abends, sich die Vornamen der mitreisenden Gäste zu merken, scheint auf das Erste gemeistert.

Die Schiffe der Thurgau Exotic Reihe sind derart konzipiert, dass der weit überwiegende Teil der Kabinen sowohl zur Backbord- wie auch zur Steuerbordseite reicht und das Schiff durch eine umlaufende Veranda auf allen Decks erschlossen werden kann. Da der Tiefgang mit einem Meter optimal bemessen ist, können alle Anlandungen direkt an den Ufern des Flusses vorgenommen werden, ohne ein begleitendes Tenderboot zu bemühen. Die berühmten Klippen von A Kauk Taung mit ihren beeindruckenden Steinbildhauereien und Buddha Figuren stammen aus dem 17 Jahrhundert und können so aus dichter Nähe bestaunt werden.

Mit wenig Tiefgang, kann das Schiff überall direkt an das Ufer fahren...
Mit wenig Tiefgang, kann das Schiff überall direkt an das Ufer fahren...

 

Die Besichtigung der meist noch sehr urtümlichen Dörfer im unteren Flussabschnitt gehört sicher ebenso zu den Höhepunkten. Mit dem lokalen Bus geht es dann meist weiter zu sorgsam ausgewählten Highlights wie der Pagode von Shew Daung (mit dem einzigen bebrillten Buddha) oder nach Pyay (engl.: Prome) und Thayet Myo, jener kleinen Grenzstadt, die bis zum 3. Anglo-Birmesischen Krieg im Jahr 1885 das Königliche und das Britische Birma trennte. Weiter flussaufwärts sind in Minhla das letzte birmesische Verteidigungsfort und in Sale, eine alte, ehemals wohlhabende Handelskleinstadt, die koloniale Pracht der historischen Gemäuer und eine umfangreiche Pagodenanlage zu bewundern.

Bagan mit seinen Tempeln und Pagoden

Am siebenten Tag erreicht die "Thurgau Exotic 3" Bagan. Nachdem im weiteren Reiseverlauf die Crew des Schiffes die Gäste mit den Sitten und Gebräuchen des an Traditionen reichen Landes vertraut gemacht hat und an fast allen Abenden lokale Präsentationen auf dem Sonnendeck (wie Musik,- Tanz- oder Marionettentheateraufführungen) die Gäste unterhalten haben, wartet in Bagan jener kulturhistorische Höhepunkt, der bereits seit den Königstagen dieser Stadt im 11. Jahrhundert einer der spirituellsten Orte des Globus überhaupt ist. Der Ananda Tempel wurde jüngst mit Hilfe indischer Experten saniert und zukunftsfest gemacht. Neu ist zudem, dass ausgewählte Pagoden nunmehr durch die lokalen Autoritäten geschützt werden und ein Aufstieg dort ohne Weiteres nicht mehr möglich ist.

Traditionelle Figuren bei einer Marionettentheateraufführung.
Traditionelle Figuren bei einer Marionettentheateraufführung.

 

Nonnenkloster in Sagaing

Wer Sagaing nicht gesehen hat, kennt Myanmar nicht. Die Gemeinde am westlichen Flussufer gegenüber von Mandalay gelegen ist bis heute das spirituelle Zentrum Myanmars. An die 1000 Klöster liegen versteckt in den Hügeln um Sagaing und dank der engen und langsam gewachsenen Beziehungen der Crew kann ein Nonnenkloster besichtigt werden. Die Äbtissin begrüßt die Gäste persönlich und spendet den Segen der Nonnen, bevor sie für Fragen zum Leben im Kloster zur Verfügung steht. Der Nachmittag dieses Tages gehört Amarapura, auch diese kleine Stadt war einst der Sitz des Königs von Birma. Heute geht ihr Glanz in erster Linie auf die mit 1,2 km Länge größte Teakholzbrücke ("U Bein Brücke") der Welt und ihren Seiden- und Baumwollwebereien zurück. Wer einen authentischen Wickelrock ("Longyi") sucht, findet ihn hier in bester Qualität. Erst nach Einbruch der Dunkelheit kommen die Gäste mit dem Bus wieder an Bord zurück und ein jeder bestaunt seine kleine Tasche mit neu erworbenen Devotionalien der lokalen Handwerkskunst.

Nachdem in Mingun der nördlichste Punkt dieser Reise erreicht und mit der weißen Pagode eines der berühmtesten Wahrzeichen des Landes besichtigt wird, gelingt der Crew am letzten Abend noch eine wunderbare Überraschung. Unmittelbar vor Sonnenuntergang steuert der Kapitän Ko Than Saung eine Sandbank an. Mit Hilfe lokaler Kräfte hat ein Teil der Crew den Landgang in Mingun dazu genutzt, die Sandbank für ein festliches Barbeque herzurichten. Mit Lagerfeuerromantik und authentischen Klängen gelingt ein besinnlicher Ausblick der letzten zehn Tage. Ob die guten, hier vor Ort getroffenen Vorsätze nach Rückkehr in die Heimat weiter fortbestehen werden?

Pagode von Shew Daung mit dem einzigen bebrillten Buddha.
Pagode von Shew Daung mit dem einzigen bebrillten Buddha.

 

Hans Kaufmann engagiert sich bereits seit vielen Jahren erfolgreich in Myanmar. Das auf Flusskreuzfahrten spezialisierte Unternehmen hat sich im Besonderen einem Dorf angenommen und dort dessen Entwicklung, z.B. durch die Stiftung einer lokalen Schule, aktiv mitbestimmt. Solcherlei Projekte sind eine unschätzbare Hilfe für die Entwicklung des Landes und es bleibt zu hoffen, dass viele einem solchen Engagement folgen mögen. Da auf den Schiffen von Hans Kaufmann die Mannschaft bis hin zur hervorragenden Küche an Bord ebenfalls aus Birmesen besteht, ist auch dieser gewiss ein ebenso lobenswerter wie nachhaltiger Beitrag als Investition in die junge Generation dieses wunderbaren Landes.

Info: Reisen auf dem südlichen Irrawaddy werden das ganze Jahr über angeboten www.thurgautravel.ch 

Anreise: Das aktuell beste Preis-Leistungsverhältnis über Bangkok nach Yangon bietet Thai Airways in der BC. Die Umsteigezeit ist mit ca. 90 Minuten optimal bemessen. www.thaiair.de 

 

Impressionen:



Fotos: Frank Sistenich

Submit to FacebookSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn
Zuletzt bearbeitet am 22/05/2019

Artikel weiterempfehlen und/oder drucken (auch PDF):

Letzte News

Letzte Artikel

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.