Relaxen an der »Möwenküste«, Schmausen am »Kap der Freien«...

Capoliveri im Südwesten Elbas hat sich über die Jahrzehnte zum beliebtesten Inselziel deutscher Urlauber gemausert. Dabei spielen natürlich die Strände rund um die Calamita-Halbinsel eine herausragende Rolle, an denen zudem einige der besten Tauchschulen des Mittelmeers öffnen.

Doch die Halbinsel, über Jahrhunderte in den Händen des Bergbaus und heute Naturparadies, hat an der Costa dei Gabbiani, der »Möwenküste«, noch erheblich mehr zu bieten.

Viele Wege, einer schöner als der andere, führen zur Tenuta delle Ripalte im Südosten der Halbinsel Calamita. Denn das Top-Weingut in Schweizer Besitz ist nicht nur ein hochgradig beliebtes Ziel, sondern auch Start- und Ausgangspunkt insbesondere von Reittouren über die Halbinsel südlich der 4000-Seelen-Gemeinde Capoliveri. Die Tenuta lockt mit riesigem Übernachtungsangebot im alten Herrenhaus (19. Jh.) der einstigen Besitzer, der Tobler-Theodoli-Quintavalle-Familie, und umliegenden Ferienvillen und Apartments in Bauernhöfen, dazu mit luxuriösem Camping, mit Restaurants, zahlreichen sportlichen Aktivitäten, z. B. auch Yoga, Tennis oder Moutnainbiking, und gleich zwei privaten Badestränden (eigener Strand-Shuttle).

Größter Hit ist aber – neben der phantastischen Aussicht auf die Inseln Giglio, Montecristo und manchmal sogar Giannutri – der Wein. Das Weingut ist auch architektonisch eine Topadresse! Dafür sorgte 2010 kein Geringerer als Tobia Scarpa, Sohn des legendären Carlo Scarpa. Er setzte die hypermoderne Fattoria so behutsam ins Inselland, dass man von einer perfektem Harmonie mit den umliegenden Weinbergen sprechen kann. Das hier dann auch herausragender Rosato (Rosé), sogar ein Brut Rosato, Aleatico und Grappa entstehen, versteht sich nahezu von selbst. Insbesondere der Rosato aus 100 Prozent Aleatico-Trauben ist eine Offenbarung.

Produkte der Tenuta delle Ripalte.
Produkte der Tenuta delle Ripalte.

 

Nur neun Kilometer sind es von Capoliveri hierher, wo sich entlang der zwölf Kilometer langen Möwenküste auch die natur dem Betrachter öffnet. Nicht wenige mieten in Capoliveri ein Mountainbike (nun sogar mit E-Antrieb), um auf einem der nun sechs Rundkurse die Calamita-Halbinsel zu erkunden und auf der Tenuta delle Ripalte den verdienten Stopp einzulegen. Aber es geht natürlich auch zu Fuß gut hierher. Da ist z. B. Elbas wohl beliebtester Wanderweg, der hoch über der Küste verlaufende Schotterpiste zur Cala dell’Innamorata. Und da ist der herrliche Orchideen-Wanderweg, der Sentiero delle Orchidee: Er führt von Capoliveri über 19 Kilometer um den Monte Calamita (413 Meter über dem Meeresspiegel) – und ist natürlich für Natur- und Blumenfans das Einundalles! Aber die Möwenküste, an der auch rare Korallenmöwen nisten, und nun auch Ziel der Kunst- und Kulturfreunde.

Denn mit dem Magnetic Festival in der aufgelassenene Mine Miniera del Ginevro ist den Verantwortlichen ein Glücksgriff gelungen. Die Open air-Konzerte, ob nun Jazz, Oper oder Klassik, im Juli sind sämtlich ausverkauft – und ein absolutes Muß! Und selbst an übervorsichtige Autoliebhaber hat man gedacht. Sie können ihre Gefährte in Capoliveri parken und werden dann im Shuttlebus über Schotter zum Ereignisort gefahren. Natürlich kann man die Mine, deren hoher Eisengehalt einst magnetisch wirkte, manchem Schiff den Kompass verwirbelte und es so in den Abgrund zog, auch außerhalb der Konzertsaison besichtigen. Dann geht es bis zu 24 Meter unter den Meeresspiegel – ein unvergessliches Erlebnis! Natürlich hat es nahebei auch ein Minenmuseum, wo man der bis 1981 andauernden Bergbaugeschichte auch anhand wunderbarer Fotos nachstöbern und wunderbare Ausflüge in die umliegende Landschaft unternehmen kann.

Hinunter in die Mine!
Hinunter in die Mine!

 

Am Kap der Freien…

In Capoliveri trifft sich wie eh und je am Hauptplatz, der Piazza Matteotti. Hier lohnt der Stopp nach dem Spaziergang durch die schmalen Gassen im historischen Dorfkern. Dann darf es schon mal ein Spritz oder Hugo in der Bar Rodriguez oder besser noch bei Paola in der Cafébar Controvento, dem Café »Gegenwind« sein. Die kulinarischen Höhepunkte Capoliveris liegen dann an der Via Roma, wo nicht nur die Gourmettempel rufen, sondern mit Jhonny Paranza, Via Roma 42 (http://jhonnyparanza.it/) auch das Street Food Einzug in Capoliveri gehalten hat. Im Dezember 2017 fand hier mit dem »Good Food«-Festival sogar Elbas erstes Streetfood-Fest statt. An der Via Roma 51 zeigt die Galerie »Vulca«, der Spitzname steht für Eigner Giorgio Borghi, zudem herrlichen Schmuck auch aus Elba-Pyrit und gar Gold. Schließlich darf auch das Museum des Meeres nicht auf der Besichtigungstour fehlen. Hier zeigt man die Relikte eines 1841 vor Capoliveri gesunkenen Luxusdampfers »Pollux« - samt hunderten Münzfunden, Raseirmessern, Brillen und sogar einer aus den Fluten geborgenen Erste-Klasse-Toilette.

Unklar ist, woher Capoliveri tatsächlich seinen berühmten Namen bezieht. Klar ist, dass schon die Etrusker den Ort mochten. Klar auch, dass schon antike Griechen und Römer hier waren. Doch dass Rom den Ort je »Caput Liberum«, Kap bzw. Vorgebirge der Freien oder gar Freigelassenen nannte, darf bezweifelt werden. Aber es passt zum rebellischen Geist der Inseldörfler, die noch 1814 Napoleon skeptisch gegenüber traten und sich nichts vormachen ließen. Gut möglich ist indes, dass der seit dem 12. Jh. verbürgte Name Capoliveri historisch eher von den Göttern Liber und Bacchus herrührt. Liber war der Gott der Fruchtbarkeit, Dionysos-Bacchus stand für Wein, Kunst und Musik. Und solche Attribute werden in Capoliveri groß geschrieben, sei es nun in der ersten Adresse am Platz, der Taverna dei Poeti, oder im nahen Summertime und weiteren großartigen Osterie vor Ort.

Eingang Taverna dei Poeti.
Eingang Taverna dei Poeti.

 

In der »Poeten-Taverne«, sie öffnet seit 1911, sorgt seit 1985 Paolo Paolini für Spitzenküche. Mit Küchenchef Massimo Poli gestasltet er jene heimelige Atmosphäre, für die der uralte Literatentreff seit j bekannt ist. Und natürlich sorgen auch die Kellnerinnen, Susy Macchioni und Giorgia Riva, für allerbeste Stimmung. Die Qual der Wahl sollte dann mit der Bestellung des Degustationsmenüs (4 Gänge) ein Ende finden, dazu gibt es Wein aus der bestens aufgestellten Cantina. Ob nun Tagliatelle mit Kichererbsen und Wildschwein oder Meeresfrüchte – hier is(s)t man richtig! Im Summertime widmet sich Roberto Miglietta konsequent den Slow-Food-Ideen, setzt auf fangfrischen Fisch und heimisches Gemüse. Gerade im Sommer ein unbedingtes Muss!

»Waffenstillstandskuchen« am Lido! Auf zu Elba Magna!

Capoliveri lockt mit Stränden in den Ortsteilen Lacona, Margidore, Morcone, Naregno oder Pareti. Top ist aber der Hausstrand Lido di Capoliveri. Der Top-Sandstrand bietet alle Annehmlichkeiten, auch Strandbar und Restaurant. Noch besser ist, dass direkt am Parkplatz seit Mai 2013 Elba Magna öffnet. Hier hat Zuckerbäcker Gabriele Messina. Mit Gattin Angelica bereitet er die aktuell besten, zudem historischen Süßspeisen auf Elba. Dabei greift er auf jene uralten Rezepte zurück, die in den Elba-Dörfern Rio Marina und eben Capoliveri seit je in den Familien von Generation zu Generation weitervererbt werden. Und Gabreile verwöhnt so nicht nur die verwöhntesten Gaumen. Er schuf sogar Frieden zwischen den Dörfern. Denn mit der grandiosen Schiaccia del Armistizio (»Waffenstillstands-Schiacca«) verband er die erfolgreichsten zwei Repezte der Dörfler in einem Rundkuchen. Der Trick: jedem Dorfrezept eine Hälfte!

Waffenstillstands-Schiacca...
Waffenstillstands-Schiacca...

 

Großartig ist aber auch sein historisches Panficato dell`Elba, Elbas historisches Feigenbrot der Minenarbeiter. Und wer damit noch immer nicht genug hat, der greife zum Feigenkuchen, zu herrlichen Cantuccini und prallgefüllten Geschenkkörben, die alle Elba-Delikatessen vereinen!

Information:
Infopark, Calata Italia 4, 57037 Portoferraio (Elba), Region Toskana, Italien, Tel. +39 0565 90 82 31, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.parcoarcipelago.info , www.islepark.gov.it 
Toscana Promozione Turistica, Via Vittorio Emanuele II 62, 50134 Florenz, Toskana, Italien, Tel. +39 055 46 28 01, www.visittuscany.com 
ENIT Deutschland, Barckhausstr. 10, 60325 Frankfurt am Main, Tel. 069 23 74 34, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.enit.de
Infopoint Turismo Capoliveri, Viale Australia 1, 57031 Capoliveri, Tel. +39 0565 967 650, www.comune.capoliveri.li.it , www.visitelba.info 

Sightseeing, Attraktionen:
Capoliveri Bike Park, Loc. Vaccarelle, 57031 Capoliveri, www.capoliveribikepark.it 
Radverleih: Rent Elba Bike, Piazza del Cavatore 1, 57031 Capoliveri, Tel. +39 392 960 61 14, www.rentelbabike.it 
Minenmuseum »La Vecchia Officina«: Calamita, 57031 Capoliveri, Tel. +39 0565 935 492, www.minieredicalamita.it ; Minentouren: 6 bis 24 €
Museo del Mare, Via Palestro 6, 57031 Capoliveri; www.comune.capoliveri.li.it , www.museonavigante.it 

Einkaufen:
Elba Magna, Lido di Capoliveri, 57031 Capoliveri, Tel. +39 0565 940 088, www.elbamagna.it 
Galleria Vulca/Aciuv, Via Roma 51, 57031 Capoliveri, Tel. +39 339 1 179 449, https://it-it.facebook.com/galleriavulca/

Übernachten:
Tenuta delle Ripalte, Loc. Ripe Alte (Costa dei Gabbiani), 57031 Capoliveri, Tel. +39 0565 942 11, www.tenutadelleripalte.it , www.fattoriadelleripalte.it 

Restaurants:
La Taverna dei Poeti, Via Roma 14, 57031 Capoliveri, Tel. +39 0565 968 306,
www.latavernadeipoeti.com
Summertime, Via Roma 56, 57031 Capoliveri, Tel. +39 0565 935 180

Fotos: Ellen Spielmann

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Zuletzt bearbeitet am 22/05/2019

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