Kempinski Berchtesgaden: alpines Meisterstück

Geht es um den Obersalzberg, denken nicht nur Bildungsbürger an ein besonders düsteres Kapitel der deutschen Geschichte. Doch von hoch oben glänzt vor allem ein Michelin-Stern!

Die Nationalsozialisten hatten das frühere Urlaubsdomizil Hitlers während des Zweiten Weltkrieges zu so etwas wie ihrem zweiten Hauptquartier ausgebaut. Nach dem Krieg setzten US-Truppen alles daran, dass das Gebiet nicht etwa zu einer Pilgerstätte für Ewiggestrige wird, und nahmen es in Beschlag. Erst 1996 gaben sie den Obersalzberg an den Freistaat Bayern zurück.

Heute thront dort – in tausend Metern Höhe inmitten einer grandiosen Gipfelkulisse – das Hotel Kempinski Hotel Berchtesgaden. Der Watzmann, das berühmte 2713 Meter hohe Kalksteinmassiv, bildet das Logo des 5-Sterne-Superior-Hauses.

Ein Leuchter aus Hirschgeweih dominiert die mit Eichenholz ausgelegte Lobby, die zuvorkommenden Empfangsdamen im Dirndl verbreiten bajuwarisches Wohlgefühl. Sämtliche 138 neu gestaltete Zimmer und Suiten haben einen wundervollen Blick auf die bayerische Bergwelt. Die Designer setzten auf warme Grau-Töne und auf Himmelblau. Geprägt sind die Zimmer von heimischen Materialien wie weiches Leder, Leinen, Wolle, verwittertes Holz und Staizner Gneis.

Gemütlichkeit im Kempinski Berchtesgaden...
Gemütlichkeit im Kempinski Berchtesgaden...

 

Rund 240 Kilometer Wanderwege ermöglichen Bergtouren in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Wer die Bergwelt erkunden will, ist bei Manuel Huber bestens aufgehoben. Der leidenschaftliche Mountainbiker ist der erste Activity Concierge der Kempinski Gruppe und organisiert für Gäste und auch für Mitarbeiter Freizeitaktivitäten wie Skikurse, E-Bike-Touren, Wanderungen und vieles mehr.

Touren für Abenteurer und Kulturfreaks

Huber kennt jeden Gipfel, jeden Weg und jeden Pfad und organisiert Trips für jeden Geschmack: vom Zoobesuch über eine Märchenwanderung bis hin zu Klettertrainings und Minigolfduellen für Familien oder Bergtouren, Paragliding und Rafting für sportliche Abenteurer. Auch Kulturliebhaber kommen beim Activity Concierge nicht zu kurz: Die Mozart-Metropole Salzburg liegt nur 33 Kilometer entfernt. Eine exklusive Tour mit Manuel Huber kostet 65 Euro pro Stunde, für jede weitere Person werden 15 Euro fällig, ein ganzer Tag liegt bei 350 Euro.

Voll im Trend und sportlich: Activity Concierge Radtour.
Voll im Trend und sportlich: Activity Concierge Radtour.

 

Tipp: Im Sommer arbeitet das Hotel mit dem edlen Fahrradhersteller Rotwild zusammen, der kostenlose E-Bikes für Fahrten über die Almen zur Verfügung stellt. Der drahtige und stets präsente Hotelchef Werner Müller rät, den "alten" Salzwanderweg entlang zu fahren – "eine sportliche Herausforderung mit sagenhaftem Ausblick auf Watzmann, und Co."

Golf-Aficionados wiederum kommen auf dem nah gelegenen 9-Loch-Parcours auf ihre Kosten, der zu den höchstgelegenen Deutschlands zählt.

Wer nach einem langen Tag in der frischen Bergluft hungrig ins Hotel zurückkehrt, findet mehrere Möglichkeiten, aufs angenehmste gesättigt zu werden. Zum Beispiel im nach dem Erstbesteiger der Watzmann-Ostwand benannten Restaurant "Johann Grill".

Einiges von dem, was hier allabendlich die Küche verlässt, stammt aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Das Brot etwa kommt aus einer Berchtesgadener Backstube, das Fleisch vom heimischen Metzger und die Kräuter aus dem Hotel-eigenen Garten. Selbst der Fisch schwimmt in der Region. Thomas Resch und seine Frau züchten am anderen Ende von Berchtesgaden Forellen und Saiblinge. "Die Fische leben bei mir noch, wenn sie bestellt werden", schmunzelt Resch.

Im Schatten des Watzmann...
Im Schatten des Watzmann...

 

Auch bei den Getränken gilt mit Bier vom Hofbräuhaus Berchtesgaden und dem Mineralwasser aus dem nahen Bad Reichenhall das Regionalprinzip. Der Kaffee zum Frühstück – bei vielen Kempinski Hotels immer noch ein wenig genießbares Ärgernis –stammt aus einer Kooperation mit der kleinen Bio-Kaffeerösterei Merchant & Friends aus Herrmannsdorf bei München. Gebrüht wird er in hochwertigen Siebträgermaschinen von ausgebildeten Baristas.

Makellose Miniaturen und ein Michelin-Stern

Im "Johann Grill" hat Executive Chef Thomas Walter das kulinarische Zepter in der Hand. Zu den Highlights zählt das Cocoon aged Pinzgauer Rindfleisch der Metzgerei Heilmair aus dem nahen Waging am See. "Es wird speziell für uns in Talg gereift, der wie eine Membran funktioniert und Feuchtigkeit entweichen lässt. So kann das Fleisch langsam reifen, wird besonders zart und erreicht einen einzigartigen Geschmack", freut sich Walter.

Im Gourmetrestaurant "Le Ciel" ist Ulrich Heimann Herr der Herde. Der gebürtige Schwarzwälder lernte sein Handwerk in einem gutbürgerlichen Gasthaus im Kinzigtal, wo er früh merkte, dass er zu Höherem berufen war. 2006 zog der schon damals mit einem Michelin-Stern dekorierte Küchenchef von der Hamburger Waterkant an den Obersalzberg, wo er diese Auszeichnung auf Anhieb verteidigte. Der passionierte Bergsteiger pflegt engen Kontakt zu einheimischen Landwirten und lädt sie immer wieder zum gemeinsamen Kochen ein. Gleichwohl stellt er neben seine Menüs "Bayerische Alpen" und dem rein vegetarischen "Kraut & Rüben" auch das von seinen vielen Reisen inspirierte Menü "Welt". Angetan hat es ihm vor allem die asiatische Küche.

Küchenchef vom LE CIEL: Ulrich Heimann im Kräutergarten.
Küchenchef vom LE CIEL: Ulrich Heimann im Kräutergarten.

 

Schon seine Grüße aus der Küche sind technisch makellose Miniaturen. Exemplarisch für seine Kunst steht der fabelhafte Hummer mit Estragon und Fenchel, der mit Sauerampfer, Rettich, grünen Bohnen, Spargelspitzen und einem Reis-Chip in einen völlig neuen sensorischen Kontext gerückt wird und ebenso leicht wie – dank des mit Zitrone verfeinerten Hummerschaums – erfrischend daherkommt. Der Steinbutt aus der Bretagne mundet auch in den bayerischen Alpen hervorragend.

Ein wahres Pinzettenküchenkunstwerk ist der aus zweifarbiger Steinpilzcreme modellierte Steinpilz, der von Buchenpilzen, Hagebutten, Trüffeln, Frisé-Salat und wirklichen Steinpilzstückchen eskortiert und auf einem "Waldboden" aus pulverisiertem Pumpernickel, schwarzem Knoblauch sowie gemahlenen Nüssen präsentiert wird. Beide Gerichte zeigen beispielhaft: Ulrich Heimann zelebriert den puren Geschmack: ehrlich, rein und unverfälscht – ohne irritierenden Schnickschnack. Eine kulinarische Hommage an die Region.

Draußen, fast unmittelbar hinter den Panoramafenstern des "Le Ciel", ist der namensgebende Himmel zum Greifen nah – und man denkt an den unverbesserlichen Goethe, der schon vor einem Vierteljahrtausend zeitlos treffend bekundete: "Aber kein Genuss ist vorübergehend – denn der Eindruck, den er hinterlässt, ist bleibend."

Kulinariker-Tipp: Am 16., 23. und 30. Juni feiern die Sun Downer-Konzerte auf der Hotelterrasse Premiere (für Hausgäste kostenlos). Das nachfolgende Vier-Gang-Menü im Le Ciel kostet 95 Euro pro Person, inklusive Getränke 155 Euro und ist auch für externe Gäste inklusive Konzertbesuch buchbar.

Weitere Infos: https://www.kempinski.com/en/berchtesgaden/kempinski-hotel-berchtesgaden 

 

Kulinariker-Impressionen:

Fotos: Kempinsksi Hotel Berchtesgaden

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Zuletzt bearbeitet am 31/05/2018

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