Normandie: Schifffahrt zu den Sternen

So etwas Herrliches! Der Bug der Arosa Viva schiebt sich sanft durch die Seine. Er formt weiche Wellen, die an den Seitenwänden des 135 Meter langen Schiffes wie elegante Flügelschläge entlang gleiten...

Angler stehen am Ufer. Ganz geduldig gehen sie ihrem Hobby nach. Wie die Passagiere des Flusskreuzers genießen sie die malerische Landschaft der Normandie, die schon viele Künstler, wie Claude Monet mit seinen Seerosenteichen, auf ihren Gemälden festgehalten haben. Hinter jeder Biegung des Flusses warten neue Motive. Es ist traumhaft. Man möchte keinen Augenblick verpassen. Kleine Orte mit ihren stolz nach oben ragenden Kirchtürmen, Hausboote, Kormorane, Reiher, Schwäne und Jogger. Die Momentaufnahmen werden vom satten Schnurren des Motors, das sich sanft mit dem Zwitschern der Vögel mischt, begleitet. Ab und zu weht der Duft von frisch gemähtem Heu zum Sonnendeck herüber.

Mit der romantischen Seine-Tour werden die Passagiere von Paris über Vernon, Les Andelys, Rouen und Caudebec-en-Caux zu besonders charmanten Orten geführt. In jedem Hafen werden attraktive Touren zu weiteren zauberhaften Destinationen angeboten. Dazu gehört die geschichtsträchtige Stadt Rouen, in der Johanna von Orléans im Jahr 1431 auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, Les Andelys, wo Richard Löwenherz auf den Kalksteinfelsen seine mächtige Burg bauen ließ oder der Ausflug nach Honfleur mit seinem historischen Hafen von 1681 - das ausgezeichnete Komplettpaket der Arosa-Erlebnisse mit den Schönheiten der Landschaft, den historischen Orten und den kulinarischen Genüssen begeistert. Dazu überzeugt auch besonders an Board die Küche von Chefkoch Barnabas Horvath, der mit seinem engagierten Team die Gaumen der Passagiere mit immer neuen Kreationen verwöhnt. Die Küchenmannschaft überzeugt bei den abwechslungsreichen Gerichten nicht nur durch ihr Können, sondern auch durch zahlreiche Finessen.

Ein Erlebnis: Schifffahrt in der Normandie...
Ein Erlebnis: Schifffahrt in der Normandie...

 

Eine Reise unter Sternen zu den Sternen

Es lohnt auch den einen oder anderen Restaurantbesuch an Land. In Rouen gehört das mit einem Michelin-Stern dekorierte "Origine" zu den besten Adressen. Küchenchef Benjamin Lechevalier bietet in einem geschmackvoll eingerichteten Ambiente eindrucksvolle Kochkunst. Nach einem Gruß aus der Küche mit Wassermelone und zarten Streifen von Chorizo sowie einem Sorbet aus grüner Tomate und Chutney aus roter Tomate folgt Foie gras vom Huhn mit Artischocke, Zitrone und Salbei. Sehr gelungen! Vorweg wird eine sehr delikate, kalte Fischsuppe mit knackigem Blumenkohl und Spinat gereicht. Ebenfalls sehr schmackhaft gelingt der Steinbutt mit Pfifferlingen, Mandeln und Bohnen. Das Dessert, eine Kombination aus Grapefruit, Kokosnuss und Ginger rundet das Erlebnis ab. Ein weiteres Highlight: auf der Karte stehen die edelsten Produkte der Clacados-Brennerei Drouin, zu der ein Ausflug der Arosa Viva führt.

Calvados – ein großartiger Edelbrand

Bekannt ist die Region für ihre drei großen Spezialitäten, den Cidre, Calvados und Camembert. Wegen des milden und feuchten Klimas herrschen in der Normandie ideale Voraussetzungen für den Anbau von Äpfeln. Die Essenspause `Trou Normand`, das so genannte normannische Loch, ist eine Genusspause zwischen den Gängen für einen Calvados. Diese Sitte wird noch in vielen Häusern und Restaurants praktiziert. Als ein typischer Aperitif wird der Kir Normand angeboten, der aus Crème de Cassis und Cidre oder Calvados besteht. Zu einer der bekanntesten Brennereien gehört die von Christian Droiun. Verwunschen wirkt zwischen den vielen bunten Apfelbäumen das normannische Gut aus dem 17. Jahrhundert bei Coudray Rabut. Ein Hauch von gegorenen Äpfeln liegt in der Luft. Gegründet wurde die Brennerei 1960 von Christian Drouin Senior, Industrieller aus Rouen. Schon neun Jahre später wurde sie von seinem Sohn Christian Drouin junior übernommen, der sie 2004 wiederum an seinen Sohn und Enkel des Gründers Guillaume Drouin in dritter Generation übergab.

Genuss aus der Flasche: Drouins XO.
Genuss aus der Flasche: Drouins XO.

 

Ziel der Familie war es, den besten Calvados aus dem Pays d ́Auge herzustellen, der nicht nur in Frankreich, sondern auch im Ausland einen renommierten Status einnehmen würde. "Bisher wurden uns 517 Medaillen und Ehrenpreise verliehen", erklärt stolz der Juniorchef Guillaume Drouin, Agraringenieur und Önologe. Heute exportiert er in 50 verschiedene Länder. Russland, USA, Japan und Deutschland gehören zu den Topabsatzmärkten. "Mein Großvater produzierte schon 20 Jahre vor der offiziellen Gründung des Betriebs, ohne zu verkaufen. So freuen wir uns natürlich besonders über den Jahrgangscalvados von 1939. Fast lückenlos bis zum heutigen Tag gibt es noch Flaschen aller Jahrgänge", erklärt Guillaume Drouin. Den derzeitigen Bedarf an Mostäpfeln deckt das Landgut des Vaters Drouin ab, die "Domaine des Fiefs Sainte Anne" in Gonneville sur Honfleur und wird durch Zulieferungen einiger benachbarter Obstbauern ergänzt. "Es kommt auf die richtige Mischung von süßen, herb süßen, herben und säuerlichen Äpfeln an, damit der Most den gewünschten Zucker, Tannin und Säuregehalt aufweist. Ausschließlich traditionelle Sorten mit geringem Ertrag formen den Baumbestand. Um damit eine ausgewogene Einheit mit den vier vorgenannten Geschmacksrichtungen zu bilden, bauen wir hier etwa 30 verschiedene Sorten an", erklärt der Experte. Die für den Calvados benötigten Äpfel lagern indessen in Haufen von etwa 70 Zentimetern Höhe auf einem Zementboden.

In Eichenfässern

Bis 1994 wurden die Äpfel mit Hilfe einer mobilen hydraulischen Presse geraspelt und ausgepresst, das heißt zur Maische verarbeitet. Im Rahmen der 1995 erfolgten Renovierungen entstand die neue Anlage mit einer Raspelmaschine, zwei Bottichen, einer hydraulischen Presse und einem unterirdischen Tank.

Für den Calvados "DROUIN" verwendet man den besonders reinen Saft aus nur einer einzigen Pressung mit einer Saftausbeute von maximal 65 Prozent. Von der Presse fließt der Saft über eine spezielle Leitung in den Bodentank und wird von dort in ein Cidre-Fass gepumpt. Der Ausbau des Calvados "DROUIN" erfolgt in alten Eichenfässern. "Es hat sich herausgestellt, dass diese Fässer weniger Tannine abgeben und sehr gut zur Vollendung von Farbe, Körper und zu der großen aromatischen Dichte des Calvados beitragen", weiß Guillaume Drouin und fügt an: "Ein alter Calvados verdient ungeteilte Aufmerksamkeit." Traditionell wird er zum Abschluss eines Essens als Digestif und ebenso zum Zeremoniell des Trou Normand serviert. Heute wird er auch gern als Aperitif mit oder ohne Eis, als Longdrink oder Cocktail getrunken. Besonders geschätzt wird er als Begleiter zu diversen Apfeldesserts oder Käsesorten der Normandie, wie Camembert, Livarot, Pont-l’Évèque, Brillat-Savarin, Neufchâtel, Petit Suisse und Boursin.

Calvados: Qualität aus Fässern.
Calvados: Qualität aus Fässern.

 

Fachwerkzauber, Hafenflair, der Garten von Monet, mystische Stätten, 400 Jahre alte Eichen und die schönste Stadt der Welt Paris - die Gäste schwelgen zu Recht noch lange in den Erinnerungen der farbenprächtigen Eindrücke.

Tipp: Ein Gourmetdinner à la Mon Amie Maxi: Gefüllte Bio-Eier mit Kaviar-Mayonnaise, Salat von gegrilltem Oktopus mit grünen Bohnen und Tomaten, Hummersüppchen, Lammkoteletts mit Rosmarinjus und Ratatouille, Tartine sowie Zitronen-Tarte mit Himbeer-Sorbet. Das Küchenteam bewies höchste Kochkunst. Maitre Srdjan Stanojevic zeigte ebenfalls Fingerspitzgefühl bei der gelungenen Auswahl der Weine. Diese reichte vom Crémant Blanc de noir, über einen Sieur d'Arques Vanel Sauvignon Blanc 2015 über einen 2014 Rigal Colombard Les Tourterelles bis zu einem Château La Nerthe Les Cassagnes de La Nerthe 2014 und den abschließenden Süßwein Anjou blanc Cotes de L`aubande von der Loire.

Informationen:

A-ROSA Flusskreuzfahrten, www.a-rosa.de 
Restaurant Origine in Rouen, www.restaurant-origine.com 
Calvados, www.calvados-drouin.com 

 

Impressionen:

 

Fotos: Carola Faber

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Zuletzt bearbeitet am 12/10/2017

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Autor

Carola Faber

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