Wer will schon Wunst?

Kunst kommt von Können. Käme es von Wollen, so hieße sie ja Wunst. Und wer will schon Wunst auf dem Teller! Da sind uns doch kunstvolle Kreationen, die meist unanständige Namen tragen und in der Regel aus einem übergrünem Geschwisterpaar Erbsen, kubistischem Schnitzwerk von der Karotte und einem mit Klecks von Irgendwas, das immer aussieht als hätte Jackson Pollock einen ganz schlechten Tag erwischt, doch deutlich lieber.

Dazu kommen dann noch wahlweise denaturierte Bauhaus-Schnipsel von Fleisch oder Fisch - und fertig ist das Augenfeuerwerk. "Nur Pseudo-Künstler tragen unter allen Umständen dick auf", sagte der Maler Oskar Kokoschka. Wie erst würde er Köche betrachten, die sich ihrem Selbstverständnis nach zuvorderst als Künstler verstehen und deren Geltungsdrang sie nicht Müde werden lässt, diesen Nimbus vom Gast auch einzufordern? Kunst spiegelt immer den Betrachter. Genau. Nicht das Leben und auch nicht die Wahrheit.

Was aber bleibt übrig nach dem Mundabputzen? "Was?", fragt sich DER KULINARIKER sehr oft.

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Zuletzt bearbeitet am 19/08/2016

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