Appetitverderber

Hungerstreik kann jeder. Die richtig Harten treten in den Ess-Streik. Denn der verlangt Ausdauer. Morgen um sechs Uhr dreißig geht es los: Ich trete in einen angekündigten und unbefristeten Futter-Streik.

Dann gibt's aus Protest schon zum Frühstück Hummer, Austern und Schinken vom Pandabär. Mittags kommen Berge von Schnecken, pfannenweise Froschschenkel, ein Eimer Kolibri-Zungen, ein Hund, zwei Katzen und Stopfleber-Terrinen groß wie Ölfässer auf den Tisch.

Allabendlich werden bis zur vorderseitigen Evakuierung der zugeführten Nahrung kiloweise Flipper-Flossen, Meerschweinchen, Hai-Steaks, Wachteln und Alligatorenschenkel vertilgt. Schuld sind die vielen genussfeindlichen Aufgeregtheiten über die leckeren Sachen, die man heute besser nicht mehr essen sollte. Schuld sind die selbsternannten ein-Mann-oder-Frau-Ethikkommissionen. Schuld ist das Arsenal der politischen Korrektheiten, die uns gezielt den Appetit verderben wollen und schlechtes Gewissen einreden.

Um sechs Uhr dreißig wird zurückgegesssen, meint DER KULINARIKER.

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Zuletzt bearbeitet am 19/08/2016

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