DER KULINARIKER trifft: Geir Skeie (zweifacher Bocuse d´Or-Gewinner)

Der Norweger Geir Skeie wusste schon früh, wohin die berufliche Reise für ihn gehen soll: mit gerade mal 13 Jahren war ihm klar: "Ich werde den Bocuse d´Or gewinnen!" Dieser Wettbewerb gilt als die Weltmeisterschaft der Köche und wurde 1987 von französischen Starkoch Paul Bocuse ins Leben gerufen.

Mit 28 Jahren hatte es Skeie geschafft: 2009 war die Goldmedaille des renommierten Kochwettbewerbs die seine – ein Jahr, nachdem er sich schon den Sieg im europäischen Bocuse d´Or sichern konnte. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits zahlreiche Koch-Auszeichnungen in der Tasche. Doch der Weg bis zur Krönung mit dem Bocuse d´Or war lang und dafür ließ sich der zielstrebige Skandinavier einiges einfallen: so baute er in einer Garage die Kochkabine des Bocuse d’Or zum Üben nach. War er auf Reisen, dann mit einem Bus inklusive fahrender Kochnische. So ließ sich jede freie Minute zum Training nutzen.

Nach Stationen in diversen renommierten Restaurants (beispielsweise Le Canard, Solsiden, Palace Grill, Skarsnuten) betreibt Skeie heute im südnorwegischen Küstenort Sandefjord sowie in Stord  die beiden gleichnamigen Fischrestaurants "Brygga 11".

Der KULINARIKER traf ihn im Rahmen der Veranstaltung "Wein am Berg" im Hotel Central in Sölden und hatte die Gelegenheit zu einem kurzen Austausch:

Was ist Ihnen wichtig in Ihrem Beruf?

Ich koche gerne ganz einfach und auf den Punkt. Dabei verwende ich Ingredienzien, die saisonal und lokal sind - immer darauf fokussiert, den vollen Geschmack des ursprünglichen Produkts zu erhalten. Und natürlich dreht sich in meiner Küche vieles um Seafood!

Hatten Sie jemanden, der Sie auf Ihrem Weg als Koch inspirierte?

Ja, auf jeden Fall. Das war als ich Anfang 20 war. Mein damaliger Restaurant-Chef. Noch heute halten wir Kontakt, begegnen uns inzwischen auf Augenhöhe, tauschen uns aus.

Fühlen Sie sich nach wie vor in einem Entwicklungsprozess? Oder sehen Sie sich bereits angekommen?

Bezüglich meiner Karriere als Koch fühle ich mich angekommen. Meine Küche verändert sich eigentlich nicht mehr so sehr. Aber ich reise noch viel und dabei kriegt man doch wieder Inspiration und Einflüsse.

Haben Sie also weiterhin Visionen und Ideen?

Nicht so sehr in Bezug auf das Kochen. Aber schon hinsichtlich der Restaurants. Ich möchte weitere eröffnen, mich um die entsprechenden Konzepte kümmern. Das mache ich einfach sehr gerne. Daneben ist es mir wichtig, mein privates Leben nicht aus den Augen zu verlieren.

Wie schaffen Sie diesen privaten Ausgleich?

Ich treibe gerne Sport, vor allem fahre ich gerne Ski. Daneben bin ich gerne mit dem Boot unterwegs, tauche oder fische. Letzteres ist auch eine prima Möglichkeit, an die Rohstoffe zum Kochen zu gelangen :))…

Wie sieht ein gutes Restaurant für Sie aus, was verfolgen Sie in Ihrem Konzept?

Wichtig ist ein schönes Ambiente, die Leute sollen sich wohl fühlen. Ehrliches Essen, das reicht – bloß nicht zu viel Fusion-Küche! Seafood bleibt immer in meinem Fokus. Aber es sollen auch ganz schlichte Dinge auf der Karte zu finden sein - wie etwa Spargel und die passende Sauce.  

Kochen Sie auch zu Hause?

Ja! Dann kommen gebratener Fisch, Gemüse und Sauce auf den Tisch.

Hatten Sie in Ihrer Laufbahn jemals Zweifel, oder Angst vor zu viel Druck?

Nein, eigentlich nicht. Da bin ich vielleicht anders als so mancher Kollege im Sterne-Bereich. Ich habe tatsächlich mein Privatleben nie aus den Augen gelassen und es ist mein Wunsch, dies auch in Zukunft so beizubehalten. Ich bin gereist, habe mich inspirieren lassen. Und so mache ich es auch jetzt noch. Meine Passion gilt nunmehr dem Entwickeln weiterer Restaurants, aber auch dem Beraten anderer Köche auf dem Weg dorthin. Dafür entwickle ich Konzepte beispielsweise für das Erstellen von Karten und Rezepten, Produktentwicklung bis hin zum kompletten Start eines neuen Restaurants.

Und dabei wünschen wir Ihnen weiterhin alles Gute! Vielen Dank für das Gespräch!

Weitere Informationen:
Hotel Central: www.central-soelden.com
Restaurant Brygga 11: www.brygga11.no/restaurant-stord/en

Foto: Wein am Berg, Rudi Wyhlidal

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Zuletzt bearbeitet am 17/10/2016

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