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DER KULINARIKER trifft: Kurt Zalto (Glasdesigner von Josephinenhütte)

Für Aufsehen in der Weinwelt sorgt die neueste Schöpfung von Kurt Josef Zalto. Der Glasmacher in der 7. Generation seit 1770 ist der kreative Kopf von Josephinenhütte...

Mit seiner Realisierung eines extrem leichten, dünnwandigen und zugleich elastischen Weinglases mit einer außergewöhnlichen Form übertrifft er seine bisherigen Vorstellungen eines guten Glases.

Wodurch ist das Josephinen-Glas entstanden? Welche Geschichte steckt hinter dem Produkt?

Seit Jahren arbeite ich am perfekten Glas. Inspiration dafür finde ich auch in der freien Natur. Ich bin fasziniert von organischen Formen. Blütenkelche bestechen oftmals durch eine zauberhafte Ästhetik, die in aller Regel auch einem logischen Zweck dient. So bin ich getrieben von der Vision, die Urform des Weinglases zu finden. Ein Glas, das so logisch ist, als hätte die Natur es erschaffen. Ein Glas, das die Aromen des Weines besser entfesselt als jedes andere. Das ist mir nun endlich gelungen. Die Josephine ist das beste Glas, das ich jemals gemacht habe!

Wer ist der Initiator für die Serie?

Wir haben das Unternehmen mit mehreren Partnern zusammen gegründet. Jeder einzelne ein Weinliebhaber mit dem Hang zum Besonderen. Joachim Christ zum Beispiel liefert Spitzenweine in die gehobene Gastronomie, in seinem Genuss-Netzwerk stößt die Josephine zunehmend auf großes Interesse. Marcus Meyer ist erfolgreicher Unternehmer und bei Josephinenhütte als CEO für das gesamte Geschäft verantwortlich. Wir sind ein schlagkräftiges Team mit tollen Charakterköpfen und freuen uns darauf, gemeinsam erfolgreich in die Zukunft zu starten!

Seit wann ist die Serie auf dem Markt?

Wir haben das Geschmackmuster für das Glas 2018 angemeldet und sind dann mit unserer Kollektion Schritt für Schritt am Markt gestartet. Zahlreiche Spitzensommeliers und Winzer haben das Glas mittlerweile für sich entdeckt und sind absolut begeistert. Das macht mich stolz, weil sehr viel Herzblut in der Josephine Kollektion steckt."

Glasgewordene Begeisterung zahlreicher Spitzensommeliers...
Glasgewordene Begeisterung zahlreicher Spitzensommeliers...

 

Wie viel Zeit haben Sie für die Entwicklung des ungewöhnlichen Modells benötigt?

"Die Grundform der Josephine habe ich über mehrere Jahre hinweg entwickelt. Es hat zig Versuche gebraucht, bis ich mit dem Ergebnis endgültig zufrieden war. Nichts an dem Glas ist zufällig entstanden, alles wurde bis ins Detail berechnet. Der Clou: Ich habe das Glas mit einem "Knick" versehen, um das Weinerlebnis noch intensiver zu gestalten. Interessanterweise wird Josephinenhütte mittlerweile mit eben dieser markanten Kante verbunden.

Welche Funktion hat der Knick, die Welle in dem Glas?

Die behutsam geformte Kante im Kelch sorgt dafür, dass ein Teil des Weines, der durch Bewegung am Rand des Glases aufsteigt, gebrochen wird und anschließend in einer Spiralbewegung ins Glas zurückfließt. Ich vergleiche das gerne mit brechenden Wellen am Meer. Sie kennen das selbst: Je rauer und ungestümer das Meer ist, desto intensiver ist der Duft. Diese salzige Meeresfrische in der Nase. Herrlich! Diesen Effekt habe ich in das Glasdesign eingebaut. Beim Schwenken des Glases nimmt der Wein sehr viel Sauerstoff auf und kann sich perfekt entfalten. Das Geruchs- und Geschmackserlebnis ist dabei wirklich super!

Warum schließt sich der Zylinder nach oben hin etwas?

Ein Glas muss es ermöglichen, den Wein in seiner ganzen Aromavielfalt zu erfassen. Deshalb bin ich persönlich kein Freund von zu kleinen Gläsern, in denen sich das Aroma nicht optimal entfalten kann. Darum sind Weinexperten von meinem Champagnerglas so angetan, weil es dem Sekt oder dem Champagner mehr Raum gibt als eine klassische, schlanke Flötenform. Wenn ich den Zylinder oben allerdings zu weit öffne, dann verflüchtigen sich die Aromen für meinen Geschmack viel zu schnell. Deswegen verengt er sich nach oben hin leicht.

Was ist das Besondere an dem Glas? Die Form? Das Gewicht?

Bereits für Baudelaire sorgte erst der richtige Rahmen dafür, dass ein Bild bezaubernd erstrahlt. So sehe ich das bei meinen Gläsern auch. Mit ihren hauchdünnen, sehr leichten, fast transzendenten Skulpturen verstärken die "Josephine" Gläser das Genusserlebnis und lassen die Weine erstrahlen. Sinnlichkeit ist mir in diesem Zusammenhang ganz besonders wichtig.

Wenn sich das Aroma voll entfalten kann...
Wenn sich das Aroma voll entfalten kann (Josephine Nr. 3 - Rot €39,00).

 

Kann auch Bier aus den Gläsern getrunken werden?

Selbstverständlich! Besonders viel Freude macht es, komplexere Craft Biere aus den Josephine Gläser zu trinken: India Pale Ales, Porters oder gehaltvolle Trappistenbiere. Spitzengastronomen wie Billy Wagner vom Nobelhart & Schmutzig in Berlin servieren in unserem Champagnerglas auch Schaumweine aus Apfel oder Rhabarber. Die Aromen kommen in unseren Gläsern einfach sehr frisch, lebendig und präzise rüber. Und genau das ist meine Intention!

Wie anspruchsvoll ist das Design für Glasbläser?

Das Design ist für die Glasbläser eine riesige Herausforderung. Als wir die ersten Prototypen gefertigt haben, wurde ich von dem ein oder anderen Kollegen regelrecht verflucht. Das können Sie mir glauben. Aber "einfach" kann ja bekanntlich jeder... Unsere Gläser werden heute ausschließlich von den erfahrensten Glasbläsern gefertigt. Vom Schmelzen der Glasmischung bis zum Polieren des fertigen Glases vergehen mehrere Tage. An der Fertigung eines Glases sind vier bis sechs versierte Glasmacher beteiligt. Jedes Glas ist ein Unikat, und minimale Abweichungen sind ein Zeichen von Handarbeit.

Welche Gläser kommen bei Ihnen privat am meisten zum Einsatz und was trinken Sie daraus?

Ich verkoste viele Weine aus Gläsern meiner Kollegen, um mich selbst auf dem Laufenden zu halten. Privat nutze ich natürlich auch gerne meine eigenen Gläser und genieße daraus Weine aus den unterschiedlichsten Anbaugebieten. Meine Familie stammt ursprünglich aus Italien. Ich selbst bin in Österreich geboren und aufgewachsen. In meinem Weinkeller finden sich daher zahlreiche Weine aus dem Kremstal, der Wachau und dem Weinviertel genauso wie aus der Toskana, Südtirol oder Sizilien. Generell ist die große, weite Weinwelt so bunt und so vielfältig, dass ich mich hier nie festlegen und damit einschränken würde. Es gibt noch sehr viel zu entdecken. Ich freue mich daher immer, wenn ich einen Wein im Glas habe, den ich nicht kenne!

Josephinenhütte, www.josephinen.com 

Fotos: Zalto / Josephinenhütte, Carola Fber

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Zuletzt bearbeitet am 31/12/2020

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Autor

Carola Faber

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