"Fort unter schwebenden Lasten": DAS JAMES ist eröffnet! (Teil 2)

Dort, wo im Norden Deutschland gewissermaßen fließend in Dänemark übergeht – an der Flensburger Förde – wurde vor knapp einem Monat in einer ehemaligen Torpedostation der deutschen Marine das Boutiquehotel "Das James" eröffnet – mit gleich zwei bemerkenswerten Restaurants: "James Farmhouse" und "Das Grace".

Moosgrün mit tiefblau ist die Farbgebung in den langen Fluren quer durch den denkmalgeschützten Marinebau, bestehend aus drei Gebäuden, raffiniert verbunden durch Brücken aus Glas. Die insgesamt 81 Zimmer waren einst Büroräume und sind heute mit designerischer Sorgfalt und Blick fürs Detail gestaltete Domizile im Retrolook. Räume in der "Belle Etage" haben eine Wand vom Boden bis zur Decke behängt mit anscheinend gerahmten, wunderschönen Vogelzeichnungen – erst beim zweiten Hinsehen entpuppt es sich als kunstvolle Tapete.

Auf der Wunscherfüller-Liste darf sich der Gast bei Buchung aus einer Fülle von zusätzlichen Annehmlichkeiten auswählen – allein schon das Kissenmenü zählt acht Positionen. Zudem findet man in anregendes Literaturangebot vor. Die neuen Glasbalkone weisen sowohl zu Fjordseite mit Blick auf die Födepromenade, den 4-Sterne-Yachthafen mit 58 Liegeplätzen und die Mole mit den begehrten Wasserhäusern und hinüber bis nach Dänemark als auch auf die sehr große Garten-Terrasse, die sich auf der Rückseite des Hauses zwischen Hotel und Böschung kuschelt.

Einst Büro der Torpedofrabik, heute Räumflucht auf der Beletage!
Einst Büro der Torpedofrabik: Zimmerimpression auf der Beletage!

 

Höruper Black Angus Rind mit gerösteter Haselnuss und Zitrone

Zum Restaurant & Bar DAS GRACE führen 10 Stufen führen hinauf in die die neue, stilvolle Restaurantadresse an der Flensburger Förde. Dort bestechen vor allem drei Kronleuchter an der sieben Meter hohen Decke, sie sind ebenfalls aus Fundglassteinen von Claude Wingenfelder gearbeitet und jeweils in einen zarten Zylinder aus Weidenmaterial gehüllt. Sie stahlen trotz Ihrer überdimensionalen Größe neben ihrer Eleganz große Wohnlichkeit aus und sind pures nordisches Ambiente. Die Kulinarik ist hip, auch im The Grace zeichnet Chef Quirin Brundobler wie im "James Farmhouse" Restaurant für die erlesene Menüauswahl verantwortlich.

Zur gegarten Makrele gesellen sich geeister Fenchelsalat und gebrannte Stab- und Herzmuscheln. Dänischer Kaisergranat, der Langusten ähnliche Scampi mundet mit Beten aus dem Alten Land, Holsteiner Cox und Sauerampfer, Norwegischer Eismeersaibling mit Salatgurke, eingelegtem Rettich und geräucherter Buttermilch aus Hörup". Hier wird deutlich, wie geschickt Zutaten aus Schleswig-Holstein und dem ganzen Norden miteinander kombiniert werden können. Und, als sei er dafür gemacht, mundet aus der Schatzkiste des Sommeliers zur Nordischen Küche hervorragend ein "Riesling Sekt Extra dry Dr. Loosen" von der Mosel.

Die Wohnhalle, Teil der Lobby in der ehemaligen Torpedo-Werkhalle mit einem Kronleuchter aus Fundglasscherben von Claude Wingenfelder.
Die Wohnhalle, Teil der Lobby in der ehemaligen Torpedo-Werkhalle mit einem Kronleuchter aus Fundglasscherben von Claude Wingenfelder.

 

Die "James Farm"

Der gebürtige Münchner Quirin Brundobler arbeitet bereits mit dem Hoflieferanten-Konzept des James, die Kooperation mit der "James Farm" in Hörup: "Ab 2021 beziehen wir unsere Nahrungsmittel direkt von der "James Farm". Sie ist ein moderner landwirtschaftlicher Betrieb, der Lebensmittel produziert, verarbeitet und veredelt", schwärmt der Chef. "Dort wird auf regionale Rassen gesetzt und sich an nachhaltigen und ökologischen Standards orientiert. Von der Saat und der Geburt eines Produktes bis zur Veredlung kommt alles von einem Standort: Molkerei, Käserei und Schlachterei".

Auf 90 ha sattem Weideland gedeihen Milchkühe, 26 Deutsch-Angus Rinder, Schweine, Enten und Puten und 180 glückliche Hühner bei Sonne und Wind im Freiland. Man schmeckt es jetzt schon, das "Stundenei nach Onsenart" zum Frühstück – es wird 60 bis 70 Minuten gegart und weist dann eine grünliche Farbe auf*, oder am Omelette aus tagesfrischen Eiern mit ebensolchen Kräutern.

Überall Behaglichkeit statt Produktionslärm.
Überall Behaglichkeit statt Produktionslärm.

 

Tafelsilber mit Sollbruchstelle?

Das nötige "Werkzeug" für feinstes speisen kommt vom Nachbar "Robbe & Berking", eine alt eingesessene Flensburger Firma für Luxus-Tafelsilber und -geräte, seit einigen Jahren auch für Luxusyachten. Hier liegt nun die Variante 12" für hochkulturiges Tafeln bereit – mit einer scheinbaren, vielsagenden "Sollbruchstelle". Das Besteckmodell ist eine Reminiszenz an die legendäre 12-mR-Yacht von Alfred Mylne, deren außergewöhnliche Abmessungen außergewöhnliche Segelleistungen erzielt(e) und heute wieder von Robbe & Berking nach den alten Plänen gebaut wird.

Wo der Himmel die Erde berührt

Frühstück für Langausschläfer ist möglich bis 14 Uhr im THE ROOF, das Bistro ist Teil des SPA "Five Senses", das glücklicherweise nicht in einem dunklen Keller, sondern im neu erbauten Badehaus mit einem Rooftop-Pool auf dem Dach angelegt wurde. Ein Innenpool mit Kamin und automatischen Glasschiebewand zum Außenpool … man braucht einfach nur hindurch zu schwimmen. Die zupackenden Hände der Therapeuten arbeiten mit zwei Produktlinien, "Ensena" aus Kroatien und "Team Dr Joseph" aus Südtirol für entspannende Rituale für Gesicht und Körper in der Kabine sowie in dem wunderschön designten Hamam. Auch hier zeigt sich die Offenheit der Hotel-Macher, aus filigranen Details ein ganz großes Ganzes zu machen.

Im Restaurant THE ROOF speisen die Gäste an langen Tischen, es gibt eine all-day-Karte bis 22 Uhr. Die von Beginn an eingeplante Geräumigkeit kommt der aktuellen Abstandsetikette sehr entgegen – dennoch bleibt es kommunikativ.

Freie Sicht über Flensburg aus dem Rooftop-Pool im DAS JAMES.
Freie Sicht über Flensburg aus dem Rooftop-Pool im DAS JAMES.

 

Flensburg, Idylle am Fjord

Die idyllische Hafenstadt Flensburg, die einst unter der dänischen Krone stand, ist mit ihren historischen Höfen, den herrschaftlichen Häusern und Speichern ein sehenswertes Kleinod. Sie bietet alles, was man für eine erholsame, belebende Rundumerholung braucht. Segler aus aller Welt machen hier fest, eine Rum-Regatta jedes Frühjahr erinnert an den intensiven Rumhandel mit der Karibik über Jahrhunderte. Das älteste Dampfschiff Deutschlands "Alexandra" stampft noch immer gemächlich über die Förde – vorbei an den Ochseninseln – nach Dänemark und zurück. Die Rad-und Wanderwege entlang der deutsch-dänischen Küstenlandschaft bis an die Ostsee und die unberührte Natur sind das ganze Jahr über reizvoll.

Wird "Das James" wird eines Tages nach überstandenen Pandemiezeiten mit Restaurants, Bar und Terrasse, Event- und Konferenzräumlichkeiten vollbesetzt sein, geht es für das Personal darum, ihre begeisterte Gastfreundschaft der stattlichen Anzahl von 400 Personen angedeihen zu lassen. Ach ja: Der Löwe im Hotel-Emblem ist übrigens Ausdruck der Power, mit der das Ehepaar Storch die Sache angeht – und dazu beider Sternzeichen.

Informationen:

DAS JAMES, James Hotel GmbH
www.dasjames.com 

James Farmhouse Restaurant
Frühstück 7-11 Uhr
Lunch 12-14 Uhr
Brunch 10-14 Uhr
Afternoon Tea/Kuchenwagen 14–17.30 Uhr
Dinner 18-22 Uhr

Bar THE LION, 12–22 Uhr

Restaurant & Bar DAS GRACE
Geöffnet Mittwoch bis Montag, 18–22 Uhr

Spa Restaurant THE ROOF, 9–14 Uhr
All day Karte von 12-20 Uhr für Hotel- und Day-Spa-Gäste

Fotos: Buero Korb GmbH, Das James, Marc-Oliver Schulz

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Zuletzt bearbeitet am 11/08/2020

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Autor

Uta Petersen

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