Kataloniens kleine Paradiese (Teil 1)

Zauberhafte kleine Paradiese gehören zu den "Petits Grans Hotels de Catalunya". Zu diesem Verband familiengeführter Luxushotels von den Pyrenäen bis zur Costa Brava, Costa de Barcelona oder der Costa Dorada gehören nur Häuser mit maximal 14 Zimmern.

Hotel-Spa Classic Begur - Hommage an die 110jährige Großmutter

Mitten in der Altstadt von Begur, die durch eine mittelalterliche Burg, elegante Villen und gewundenen Gässchen geprägt ist, befindet sich das Hotel-Spa Classic Begur. Die Zimmer in dem renovierten Haus von 1857 sind nach Jahreszahlen benannt. 1907 beispielsweise bezieht sich auf das Geburtsjahr der Großmutter des Besitzers, die mit ihren 110 Jahren als älteste Frau in Begur bekannt ist.

Das Jahr 1966 erinnert an die Eröffnung der ersten Bar seiner Eltern, Mauricio Abad and Dolors Isern. Im geschmackvoll eingerichteten Restaurant überrascht Chefkoch Daniel Feliu i Mateu mit äußerst delikaten Gerichten. "Ich versuche möglichst regionale Zutaten zu verwenden, denn wir haben hier aus dem Meer und vom Land die besten Produkte", bestätigt der Koch.

Zum Auftakt serviert er eine Schwertmuschel mit einem kleinen Blütenmeer und getrockneten Oliven. Wundervoll gelingt die Foie Gras an Feigen- und Birnenmus mit Schokoladenbrot und Himbeeren. Nach einem Mojito-Sorbet mit grünem Apfel und Rum folgt marinierter Lachs mit Ziegenkäse, filetierten Orangen und Orangensorbet. Ganz ausgezeichnet mundet das Entenfilet mit Rote Bete und Kirschen. Die Erdbeervariationen als Dessert bilden einen harmonischen Abschluss.

Hostal Sa Tuna - Schlemmen im Paradies  

Ein paar Kilometer weiter unten am Strand Sa Tuna wirkt die Szene als sei dort die Zeit stehen geblieben. Das alte schwarz-weiß Foto aus den 60er Jahren im Zimmer ist der beste Beweis. Die Szene der kleinen Bucht wirkt unverändert.

Hostal Sa Tuna.
Hostal Sa Tuna.

 

Als Quereinsteiger führt der einstige Banker Xavier Pi Marques das Hotel mit fünf Zimmern in einem ehemaligen Fischerhaus. "Meine Großeltern John und Paquita eröffneten das Restaurant direkt auf dem Sandboden am 15. Juni 1944", bestätigt der ehemalige Banker die Anfänge einer Oase, die als echter Geheimtipp gilt.

Wenige schlichte weiße Häuser mit blauen Fensterläden säumen die Bucht mit dem kristallklaren Wasser am bewaldeten Hang. Bunte Fischerboote liegen am Strand und nur einige wenige Menschen lassen in der Idylle die Seele baumeln. "Für mich ist dieser Ort das Paradies. Nirgendwo sonst auf der Welt kann ich an einem Tag mehr als 20 verschiedene Grün- und Blautöne im Meer entdecken", schwärmt der Spanier, der seit einigen Jahren auch ein Restaurant in Vietnam betreibt. Das ist auch der Grund, dass traditionelle einheimische Gerichte und Zutaten mit asiatischen Einflüssen kombiniert werden.

Als Autodidakt bezeichnet sich sein langjähriger Koch Mateo Batista. Allerdings scheint das kein Hindernis für Erstklassigkeit zu sein, denn Mateo Batista, der mit Starkoch Joan Roca befreundet ist, wurde für seine Kochkunst bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Kostproben am Abend überzeugen mit ihren liebevollen Details. "Das Meer ist kein Supermarkt. Wir kochen, was gerade zu bekommen ist", verrät der begabte Koch. Herausragend gelang ihm das Tomaten-Melonen-Tartar mit Olivenrogen, Sardellen, Pesto, Sellerie, Paprikatupfen und Kräutern. Auch die Frühlingsrollen, die aussehen als beinhalten sie eine Gemüseauswahl wie nach einem Spaziergang durch den Garten, überzeugen Gaumen und Augen gleichermaßen.  

Hotel Llevant - Bestehender Charme der 30er Jahre

Llafranc zählt zu den schönsten kleinen Badeorten an der Costa Brava. Die malerische Sandbucht wird an beiden Seiten durch Felsenklippen, die den Übergang zwischen dem blauen Meer und grünem Hügel markieren, begrenzt. Leuchtend weiße Häuser befinden sich im Zentrum, Villen zieren die Hügel.

Nur zehn Meter vom Strand entfernt hat sich das Traditionshotel Llevant trotz der Renovierungen seinen Charme von 1935 erhalten, denn es wird seit 82 Jahren als Familienbetrieb geführt. Tagsüber kann vom Zimmer aus das farbenfrohe Strandleben beobachtet werden, während abends wunderbare Ruhe einkehrt und nur noch das beruhigend leise Rauschen des Mittelmeeres zu hören ist. Unter Pinien sitzend kann das Menü von Chefkoch Kim Farrarons genossen werden. "Wir gehören zu der Gastrogruppe Cuina de l'Empordanet. Das heißt, wir haben uns auf unser Flaggschiff die kreative, traditionelle Empordà-Küche konzentriert, allerdings modern interpretiert", bestätigt der Koch, der schon als 15jähriger die School of Hospitality in Madrid besuchte. Als er sein Studium beendet hatte, bereiste er Katalonien, Frankreich und England. Während Kim Farrarons seit 20 Jahren die Küche im Llevant leitet, führt sein Bruder Josep Farrarons mit seiner Tochter Montse das Hotelgeschäft. Auch Josep Farrarons besuchte die School of Hospitality in Madrid, bevor er nach Barcelona und später nach Schottland ging.

Chefkoch Kim Farrarons.
Chefkoch Kim Farrarons.

 

Noch in Gedanken an die fröhlich quirligen Szenen vom Strandleben der benachbarten Orte Llafranc und dem benachbarten ursprünglichen Fischerdorf Calella de Palafrugell gefällt die katalanische Kochkunst im Llevant. Einer Makrelen-Tarte folgt Spargelcremesuppe mit Ziegenkäsemousse und knusprige Garnelencracker. Nach dem Tintenfisch mit grünen Erbsen serviert der erfahrene Küchenchef mit dem Rosmarin-Lamm sein Signature-Dish: perfekt gegart, zart und schmackhaft.

Informationen:
Hotel Classic Begur, www.hotelclassicbegur.com 
Hostal Sa Tuna, www.hostalsatuna.com
Hotel Llevant, Llafranc, www.hotel-llevant.com

 

 

Fotos: Carola Faber

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Zuletzt bearbeitet am 25/07/2017

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Autor

Carola Faber

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