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24 Stunden in London

Es gibt Destinationen und Städte, die für einen Kurzbesuch mehr als geeignet sind. Eines dieser Ziele ist unbestritten London.

Die britische Metropole London ist so gut wie von jedem Ort der Welt schnell erreichbar. Direkt oder schnell per Gabelflug: gerade aus Deutschland kaum ein Problem. Und die Preise sind durchaus überschaubar: Low-Cost-Carrier versorgen die Hauptstadt an der Themse zu Angebotszeiten schon für 20 Euro pro Flug mit Besuchern. Wir konnten aus Norddeutschland Hin- und Rückflug für etwa 80 Euro buchen.

Grund genug, mal eben einen Abstecher auf die Insel zu machen. Ohnehin war London schon mehrfach auf der KULINARIKER-Agenda, doch zu entdecken gibt es in der 8,7 Millionen Einwohner zählenden Stadt immer etwas. Und meist fängt London ja auch bereits auf dem Flughafen an. In diesem Fall: Stansted. Bekannt als Flughafen für Flieger des gelb-blauen Anbieters aus Irland, hat sich der Airport wahrhaft gemausert. Die langen Wege und die schmucklose Wartehalle haben sich gewandelt: Per pedes geht es nunmehr nur noch in die Bahn, die jeweils die Terminals anfährt; und die Wartehalle wurde um diverse Duty-Free-Shops erweitert.

Auch wenn diese "Innovationen" auf dem Flughafen positiv auffallen, geht es vor der Tür "as usual" weiter. Ticket für den Bus besorgen (ab etwa acht Pfund), je nach Wochentag in die Menschenschlange stellen und warten bis die Tür der jeweiligen Zubringer aufspringt. Am Wochenende kann die Warterei dabei durchaus eine Partybremse werden. Wochentags reduziert sich die Warteschlange aber zumeist auf nur wenige Meter. Gründe dafür sind natürlich die Grundversorgung der Stadt mit insgesamt drei Flughäfen und einer guten Bahnanbindung über den Tunnel zum Festland.

Mit dem Weekender eingecheckt

Der City-Airport ist dabei, wie es der Name bereits verrät, zentral gelegen. In der Innenstadt ist man entsprechend von dort aus in wenigen Minuten. Von Stansted hingegen benötigt es, je nach Endhaltestelle, eine gute Stunde bis in das Zentrum Londons. Allerdings kann die Zeit durchaus schnell vergehen: die meisten Busse bieten mittlerweile Free WiFi an. Zeit genug also, die ersten Ziele für den Kurztrip zu sichten. Und vor allem: den Weg zum Hotel in das Navi einzugeben.

Unweit des London Eye liegt das Premier Inn London Waterloo.
Unweit des London Eye liegt das Premier Inn London Waterloo.

 

Natürlich kann man auch eines der scheinbar millionenfach auf den Straßen patrouillierenden Taxen nehmen, allerdings empfiehlt sich in London wohl eher die Tube als Fortbewegungsmittel. Da für den Kurztrip eines der sehr zentralen Hotels gewählt wurde, geht es mit dem Weekender zu Fuß in Richtung London Waterloo Hotel der Hotelkette Premier Inn. Über 700 Hotels mit mehr als 60.000 Zimmern vereint die Kette in Großbritannien und Irland unter einem Dach. Und da die Preise - gerade für London - unschlagbar günstig sind, entwickelte sich das Unternehmen als eines der beliebtesten und am meisten frequentierten auf der Insel.

Auch unsere Unterbringung im Zentrum Londons bietet Zimmer bereits ab 130 Euro. Für London ein Schnäppchen. Also geht’s von der Haltestelle nach der Ankunft im Zentrum über die Westminster Bridge. Eben kurz eingecheckt und freudig vernommen, im obersten Stockwerk sogar einen Blick auf das drehende Wahrzeichen Londons - das London Eye -  werfen zu können. Die Zimmer sind in der Regel überschaubar groß: zweckmäßig und für einen Kurztrip mehr als ausreichend eingerichtet.

Ab nach Soho

Doch der Kurztrip soll nun richtig beginnen: also zum Mittag – ganz Tourist – ab nach Soho. Bei den meisten Londonern eher ein No-Go, allerdings für den schnellen und sättigenden Hunger durchaus eine Empfehlung. Für etwa zwölf Pfund können sich hier die Gäste in diversen Restaurants die Teller greifen und permanent nachfüllen. Oder aber auch nur Kleinigkeiten genießen und einfach weiterschlendern. Und sollte das Wetter wirklich mal gut sein, macht auch das richtig Spaß. Farbenfroh ist es in Soho allemal und die Fotos mit in den Schaufenstern hängenden Enten machen sich auch recht gut.

Von Soho aus hat man ohnehin einen guten Ausgangspunkt, um zumindest für einen Tag die wichtigsten Spots zu besichtigen. Mal jenseits der Tower-, Westminster- und Golden Eye-Besichtigungen: über die Waterloo Station ist in kulinarischer Hinsicht der Borough Market eine Reise wert. Allerlei Abwechslung bietet der Markt: vom feinen Käse bis zum edlen Fleisch ist hier alles zu bekommen. Und für eine kleine Pause bieten sich umliegende Bars an – oder einfach mal der Bürgersteig. Dicht besiedelt sind hier die "Sitzplätze" an der Southwark Street. Gimmick: im Markt gibt es eine Tafel, auf der man seine Wünsche verewigen kann. Stets beginnend mit: Before I die I want to… Ob die Wünsche in Erfüllung gehen, dürfte allerdings kaum gewährleistet sein.

Aussicht genießen vom "The Shard"

Und wenn der Magen gefüllt, alle Wünsche gestellt und das Begehr nach "Höherem" besteht, sollte der Weg über die St. Thomas Street in östliche Richtung führen. In Sichtweite befindet sich Londons und der Europäischen Union höchstes Gebäude: The Shard. Mit 310 Metern Höhe (und einer irrsinnig schnellen Fahrstuhlfahrt), erreicht man recht erleichtert - der Besuch schlägt immerhin mit 31 Pfund ein gehöriges Loch in die Börse - die oberste Plattform des spitz zulaufenden Gebäudes. Das Haus wurde 2013 eingeweiht und wird auf dem europäischen Kontinent in Punkto Höhe nur durch den Mercury City Tower in Moskau (338 Meter) übertroffen.

Picknick in luftiger Höhe des The Shard.
Picknick in luftiger Höhe des The Shard.

 

Ein wenig seltsam mutet es schon an, sieht man in einer mit Kunstrasen ausgelegten Fläche die Besucher verstreut, zum Teil stehend, einige auch auf dem Boden sitzend, picknicken. Denn so beeindruckend die Aussicht vom höchsten Standort der Stadt ist, so deutlich wird es einem, dass die grüne Plastikfläche in 300 Metern Höhe fast der einzig grüne Ort in einer ansonsten komplett zugebauten Innenstadt ist (vom etwas weiter entfernten Hyde Park mal abgesehen). Natürlich darf hier Vogelgezwitscher nicht fehlen, um der surrealen Illusion die Vervollkommnung anzuheften. Sei es drum: beeindruckend ist die Aussicht allemal.

Stadtrundfahrt im Stau

Zu sehen sind aus luftiger Höhe natürlich auch die in London typischen Busse, von denen ein nicht unerheblicher Teil für Stadtrundfahrten genutzt wird. Sicher immer eine Alternative, um die Stadt auf verschieden wählbaren Routen im Schnelldurchlauf zu erleben. Zumindest dann, wenn es der Verkehr zulässt. Unser kurzes Intermezzo der Busfahrt führte uns von der Westminster Bridge bis nach Covent Garde. Der Verkehr war immens, die Fahrt erstreckte sich über gefühlte Stunden, obschon gerade mal 60 Minuten geplant waren.

Da die Dämmerung sich allerdings bereits in die Stadt geschlichen hatte, konnte ohnehin schon der Abend mit einigen Barbesuchen eingeläutet werden. Covent Garden bietet dazu reichlich Möglichkeiten. Lokale und Bars säumen die Straßen. Also flugs die Busfahrt abgebrochen und in den Trubel des Viertels eingetaucht.

Eines fehlt auf der To-Do-Liste allerdings immer noch: Fish & Chips. Also aufgemacht und eine anständige Lokalität gesucht, die den besten Teller verspricht. Auch da fällt die Wahl schwer, allerdings verschlägt es uns zu "Punch & Judy". Denn wer sich ein gerahmtes Bild mit "The best Fish & Chips in the city" an die Wand hängt, verdient es, besucht zu werden.

Fish & Chips

Vor der Tür gab es keinen freien Platz mehr, was sich allerdings als Segen herausstellte. Denn das Innere des Lokals ist richtig gemütlich. Kurz die Karte gesichtet und dann schließlich für Fish & Chips entschieden. Für 15 Pfund erreicht uns schon nach kurzer Zeit der Teller auf dem etwas wackeligen Tisch. Der Kabeljau sieht köstlich aus, eine schöne frittierte Panade verbirgt den saftigen Fisch. Richtig lecker ist das Gericht, das durch Erbsen und Pommes angereichert ist.

Vielleicht nicht ganz stilecht, aber ein gutes Bier gehört einfach dazu. Also eben noch ein Guinness bestellt, das ebenfalls in der gewohnten Schnelligkeit und mit der flachsten Bierkrone der Welt prompt geliefert wird. Und da die Kneipe so gemütlich ist, klingt der Abend auch hier in Covent Garden aus. Noch das eine oder andere Bier regt das Gespräch am Tisch und später am Tresen an, ein würdiges Ende des Abends in der Metropole an der Themse. Später, im Hotel angekommen, reicht es noch für einen letzten Blick auf Londons Auge, ehe in gewöhnungsbedürftiger lila Atmosphäre die Nacht die Guinness-Träume verschlingt (die Farbe Lila gehört zum CI der Premier-Inn-Kette und ist in allen Hotels präsent).

Must-Have in London: Fish & Chips.
Must-Have in London: Fish & Chips.

 

Am Morgen danach

Der nächste Morgen führt zum Frühstücksbuffet in den untersten Bereich des Hotels. Ein wenig schwer fällt die Wahl. Zwar ist das Angebot ausreichend, allerdings ist das Frühstück gemeinhin nicht gerade Markenzeichen der höchsten kulinarischen Kochkunst auf der Insel. Und zum anderen sind die Nachwehen der Guinness-Stunden noch spürbar. Aber das sollte uns nicht davon abhalten, die letzten Stunden in London noch sinnvoll zu nutzen.

Was sinnvoll ist, bleibt natürlich jedem  selbst überlassen. Aber als Shopping-Destination ist London sicher mehr als bekannt. Also fix im Premier Inn ausgecheckt und in Richtung Westminster über den Fluss gegangen. In Sachen Mode kann es gut in Richtung Regent Street gehen, fußläufig in etwa fünf Minuten erreichbar. Oder aber auch nochmal Richtung Covent Garden in die Neal Street, um neuste Trends zu sichten. Wer sich in Sachen Tabak im Davidoff-Shop oder für hochwertige Spirituosen und Anzüge interessiert, sollte sich westlich halten und in Richtung St. James Piccadilly gehen.

Natürlich ist London keine Billig-Shoppingstadt wie diverse Fakeprodukt-Metropolen in Asien. Die Preise sind anständig, allerdings gibt es auch die entsprechenden Qualitäten. Vom handgefertigten Hemd bis zum edelsten Champagner: hier ist alles zu bekommen.

Und so kann es passieren, dass durch das immense Angebot die Zeit schon mal in Vergessenheit gerät. Uns ist es jedenfalls passiert. Um den Flughafen noch entsprechend rechtzeitig zu erreichen, blieb nur der Sprung in das nächste Taxi. Ein Vergnügen, das uns nochmal 90 Euro aus der Tasche zog.

Alles in allem haben die 24 Stunden London gut 750 Euro Tribut gefordert. Aber die Dynamik der Stadt, die Menschen und Erlebnisse waren jeden Euro wert!

Weitere Informationen unter: http://boroughmarket.org.uk/visiting-borough-market, https://www.theviewfromtheshard.com/ und http://www.premierinn.de

Fotos: Michael Schabacker, Leo Wilkinson

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Zuletzt bearbeitet am 12/01/2022

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