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Elegant in Marmor gemeißelt…

"L`Eleganza", "Eleganz", ist die nunmehr achte Edition des Projektes Ornellaia Vendemmia d`Artista tituliert, die in diesem Jahr den Jahrgang 2013 des legendären "Supertoskaners" vorstellt. Für die künstlerische Gestaltung dieses keineswegs einfach zu komponierenden Weinjahrgangs konnte der 1965 in Shizuoka (Japan) geborene Yutaka Sone gewonnenen werden.

Bei der Präsentation am 19. Mai 2016 im Hammer Museum in Los Angeles wird man das Ergebnis bestaunen können, wie immer werden neun Lose mit neun von Yutaka Sone gestalteten Sonderflaschen in Kooperation mit Sotheby`s versteigert – wie stets zugunsten des Museums. Schon jetzt dürfte der Run auf die insgesamt 109 großen, von Sone handsignierten Flaschen (100 Doppel-Magnum á 3 Liter, 8 Imperial-Flaschen zu je 6 Liter, ein Einzelexemplar Salmanazar mit 9 Litern) groß sein. Aber auch alle anderen dürfen sich auf das vom Künstler ebenfalls gestaltete Weinetikett für die 0,75 l-Ornellaia-Flasche freuen. Jeweils eine Falsche in jeder 6-erHolzkiste wird damit gestaltet. Yutaka Sones Hauptkunstwerk aus Marmor wird man, wie alle sieben Vorläuferwerke, in Zukunft auf dem Gut Ornellaia besichtigen können. Nach und nach werden hier Produktionsstätten, Gartenanlage und Park des legendären, 97 Hektar großen Weingutes auch zu einer Kunstgalerie umgestaltet, deren Objekte open air wie indoor zu bestaunen sind. Ein Grund mehr also, dem fast mythischen Gut der Marchese Frescobaldi mit ihrem Gutsdirektor und Weinmacher Axel Heinz einen Besuch abzustatten. Dies kann übrigens nun jeder – wenn auch nur nach Vorbestellung! Kulinariker-Autor Jürgen Sorges war vor Ort – und entdeckte weitere Neuigkeiten.
 
Auf Gut Ornellaia

Es war der aus dem toskanischen Pietrasanta stammende Giosuè Carducci (1835 – 1907), der die kilometerlange, schnurgerade und direkt auf die Burg von Bolgheri zuführende Zypressenallee aus dem 19. Jh., die Viale di Cipressi, früh berühmt machte. Carduccis verfasste seine poetischen Verse im Werk "Davanti San Guido" schon ab 1874, feilte aber wohl noch 1886 an der Endfassung. Verarbeitet sind darin seine Kindheits- und auch Großmutters Lebenserinnerungen. Kunststück: Sein Vater wirkte ab 1838 als Arzt im winzigen Flecken Bolgheri (derzeit 160 Seelen), das sich heute zu einer Art Mekka der Weinliebhaber aus aller Welt entwickelt hat. Ursprünglich standen an den Rändern der Anfang des 19. Jh. erbauten Straße Pappeln, ehe die einzigartige Bepflanzung der zwei Zypressenreihen realisiert wurde. Von den einmal 2400 Zypressen mussten mittlerweile einige der Zeit Tribut zollen. Und so hat die schlicht auch Strada provinciale 16d genannte Allee mit dem perfekten toskanischen Flair, die 1911 und 1954 asphaltiert wurde, auch einige Lücken aufzuweisen. Später zog die Arztfamilie Carducci in den nahen Hauptort Castagneto Carducci (8900 Einw.), zu dessen Kommunalbereich der Nachbarsprengel Bolgheri zählt. Dort erinnern die Casa Carducci und ein sehenswertes Museum mit Literaturpark an den Poeten und republikanisch gesinnten Politiker. Gut auch, dass im Schatten der landschaftsplanerischen Großtat der Viale di Cipressi wie schon im 19. Jh. die beide Dörfer verbindende Via Bolgherese verläuft. Wo sich heute Tourenradler über geringes Verkehrsaufkommen freuen, öffnen sich direkt an der Landstraße seit 1981 die Tore zum Gut Ornellaia. Hier hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten eine Revolution im Weinbau abgespielt, die als Ergebnis nun mit dem Spitzentropfen "Ornellaia" einen der wirklich großen "Supertuscans" vorweist. Er zählt zu jenen "Supertoskanern", die nicht nur aufgrund ihrer Flaschenpreise von 100 Euro aufwärts (und auch deutlich mehr) zu den exklusivsten, aber eben auch besten Weinkreationen weltweit zählen. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass akribisch einkaufende Weinsammler mit edlen Kreationen wie dem Ornellaia heute höhere Gewinnmargen erzielen als mancher Börsianer, wird klar, warum Ornellaia auch aus anderen Gründen längst zum Pilgerzentrum der Weinwelt avanciert ist. Aber dazu und zu den nun schon einigen tausend Besuchern, die Ornellaia jährlich empfängt, später mehr.

Der Millionen-Erfolg: die Ornellaia Vendemmia d`artista

Über eine Million Euro hat das Kunstprojekt der "Vendemmia d`artista" (Künstler-Weinlese) bisher zugunsten von Kunstmuseen und Kunststiftungen generiert. Ein Riesenerfolg, dem sich sicher auch Yutaka Sone verpflichtet fühlt. Dabei ließ er sich erst einmal weniger vom Winzer-Eldorado Bolgheri oder dem vom sagenhaften Mikroklima zwischen Tyrrhenischem Meer und toskanischer Hügellandschaft verwöhntem Gut Ornellaia inspirieren. "Ich habe mein ganzes Leben lang mit Marmor gearbeitet und habe deshalb von Anfang an gewusst, wohin ich gehen musste, um die Eleganz, L`Eleganza, des Ornellaia-Jahrgangs 2013 zum Ausdruck zu bringen. Ich beschloss also, die Marmorsteinbrüche in Carrara aufzusuchen, wo schon Michelangelo den Naturstein für seine Skulpturen bezog", ließ Sane auf der Mailänder Ornellaia-Pressekonferenz verkünden. Und so genoss er mit seinen Freunden Luc Tymans und Rirkrit Tiravanija hoch oben in den Carrara-Bergen ein wundervolles Picknick umgeben von weißen Marmorklippen, genoss den guten Wein ebenso wie die Unterhaltung und die enge Freundschaft. Und so wird man auf Sones Weinetiketten diese Elemente, die Bedeutung des Teilens, der Freundschaft und der Besonderheit und Einzigartigkeit dieser Erfahrung auch wiederfinden.

Giovanni Geddes, Yutaka Sone, Ferdinando Frescobaldi.
Giovanni Geddes, Yutaka Sone, Ferdinando Frescobaldi.

 

Dass der 2013er Ornellaia eben diese Eigenschaften auch auf höchst elegante Weise verkörpert, werden wir später bei der Weinprobe erleben, zu der sich auch Ornellaias Marketing-Direktor Tim Banks gesellen wird. Leider ist Weinmacher Axel Heinz verhindert – die Frühjahrsgrippe. Aber natürlich hat er die Besonderheiten des Jahrgangs notiert: "Das Frühjahr 2013 war um einiges kühler als gewöhnlich, was zu einer späteren Knospung führte und im Vergleich zu früheren Jahrgängen auch die Blüte hinauszögerte. Letztendlich war dies ein Vorteil, da diese kühlen Temperaturen von einem lange Sommer abgelöst wurden, der uns Anbaubedingungen wie aus dem Lehrbuch und eine perfekte Reife zur Lesezeit bescherte. Die langsame vegetative Entwicklung war im Endeffekt vorteilhaft, da sich die Reifung bis nach der heißesten Periode verzögerte. Ornellaia 2013 ist ein sehr dichter Wein, mit kräftigen Farben und eiern ausgeprägten aromatischen Komplexität, basierend auf eiern klaren und strahlenden Fruchtigkeit. All das unterstrichen von feinwürzigen und balsamierenden Noten. Komplexe und frisch fruchtige Nuancen am Gaumen werden durch zarte und dennoch standhafte rassige Tannine umrahmt, wodurch eine seltene Harmonie zwischen Charakterstärke und Pastosität entsteht. Was beim Ornellaia 2013 besonders auffällt, ist der lange und wunderbar aromatische Abgang, der einen bleibenden Eindruck von Eleganz hinterlässt. Ich werde mich aufgrund des verspäteten Wachstums, der uns Anlass zur Besorgnis gegeben hat, stets an diesen Jahrgang erinnern. Dieser Mangel konnte jedoch rasch durch den Einsatz von Mutter Natur behoben werden, die für uns so wunderbare Bedingungen für einen weiteren klassischen Jahrgang von Ornellaia geschaffen hat." Na bitte!
 
"Happily ever after": ein Hausbesuch…

Warum Ornellaias Philosophie, dass Wein der wahrhaftigste Ausdruck seines Terroris sei, aufgeht, können Besucher schon gleich rechts des Haupteingangs zur modernen Fattoria bestaunen. Dort steht das in Buchstabengruppen gegliederte Heckenkunstwerk "Happily ever after" von Ghada Amer, das den Ornellaia Jahrgang 2007 "L`Harmonia" illustriert. Im Vestibül dominiert dann erst einmal das erste Kunstwerk der Ornellaia-Kunstkollektion, der Jahrgang 2006 mit "L’Esuberanza" on Luigi Ontani. Die vier lasierten Terrakotta-Köpfe dominieren den Raum und symbolisieren die vier Jahreszeiten. Dass sie nun auch einen wahren Höhepunkt der Weinkultur darstellen, ist der erst kürzlich erfolgten Nachbeurteilung des Ornellaia 2006 zu verdanken. Er erhielt aufgrund dieser Korrektur dann die einzigartige, absolute Höchstbewertung: 100 von 100 möglichen Punkten!

Alle folgenden Kunstwerke sind zumindest auf den Etiketten der wuchtigen Magnum- und Salmanazar-Flaschen, die hier ebenfalls versammelt sind. Vor Ort aber locken die Original-Kunstwerke, zu denen uns Andrea Orsini Scataglini, der PR-Manager von Ornellaia durch die Werkshallen der Tenuta führt. Im Innenhof, im Schatten eines Olivenbaums, steht das Kunstwerk zum Thema "L’Equilibrio", des Jahrgangs Ornellaia 2009, das der Künstler Zhang Huan im Form eines scherenschnittartigen Portraits des großen Konfuzius schuf. Das Werk des Jahrgangs 2010 mit dem Titel "La Celebrazione" schuf Michelangelo Pistoletto. Die sich im Sonnenlicht krümmenden Spiegelflächen wurden oberhalb der Parade der Weintanks aufgebaut. Jahrgang 2011, ein Schriftkunstwerk und tituliert "L`Infinito", schuf der Kanadier Rodney Graham. 2012 war schließlich John Armleder mit seinem Werk zum Thema "L`Incanto" zur Stelle. Den vielleicht schönsten Präsentationsort erwischte Rebecca Horn mit ihrem Kunstwerk "L`Energia" zum Jahrgang 2008: Es steht auf tiefrot leuchtendem Untergrund in der Barriqueria, inmitten der Schätze der Fasshalle. Ende Februar 2016 wurde auch noch kräftig am neuen Verkostungssaal mit Weinladen gewerkelt, in dem fleißige Hände auch Magnun-Flaschen von Hand etikettieren. Hier werden in Zukunft nun auch Ornellaias Jahrgangsweine verkauft werden. Ein Schnäppchen ist dabei allerdings nicht zu machen. Die Preise liegen durchweg höher als in den einschlägigen Weinläden weltweit. Schließlich will man den Abnehmer hier vor Ort keine Konkurrenz machen. Dennoch kaufen die Besucher – im Schnitt drei Falschen. Eine für sich selbst, eine für Freunde, eine für die Lagerung in der Weinsammlung

Kleine Geheimnisse…

Frische, aber auch die sehr lange Reifeperiode mit Sonne bis Ende September kennzeichnet den Jahrgang 2013 tatsächlich. Geerntet wurde vom 16. August bis zum 4. November (!), ehe die 30 % Merlot, 60 % Cabernet-Sauvignon, 5 % Cabernet Franc und 5 % Petit Verdot zur Reife gelangen konnten. Öffnen sollte man den Ornellaia aber frühestens nach fünf bis acht Jahren, also 2018 bis 2020! Bis dahin darf es aber auch ein Gläschen Ornellaia "Serre Nuove" sein. Zwei Jahre im Barrique aus französischer Rovere-Eiche gelagert, dann ein Jahr in der Flasche braucht auch dieser Spitzenwein, der mit 60 % Merlot und 30 % Cabernet-Sauvignon-Anteil so etwas wie das Pendant zum klassischen Ornellaia darstellt. Natürlich kann man auch einen weißen Ornellaia kaufen ("Poggio alle Gazze", Sauvignon Blanc), dazu den roten Toscana IGT "Le Volte" 2014 (Merlot, Sangiovese, Cabernet Sauvignon) oder den Toscana IGT " Variazioni in Rosso" von 2011. Wer viel Geld mitbringt, kann natürlich auch einen Masseto haben, für den aber bis zu 700 Euro fällig werden können. Die Masseto-herstellung erhält derzeit auf dem Gutsgebiet neue Produktionsräume, in denen ab 2018 die Herstellung anlaufen soll. Und? Wann wird es den ersten Bio-Ornellaia geben? Marketingchef Tim Banks will da nichts ausschließen. Schon seit längerem experimenteire man mit 20 ha Bioanbaufläche. Gut möglich, dass demnächst eine Überraschung zu vermelden sei. In jedem Fall immer gut beraten ist man natürlich auch mit dem Kauf des Eligo dell’Ornellaia, einer Grappa Riserva, sowie dem Olio dell’Ornellaia, Olio Extravergine di Oliva, das die 2000 geschützten Olivenbäume des 97 ha-Gutes liefern.

Heimat der flüssige Kapitalanlage.
Heimat der flüssige Kapitalanlage.

 

Hoher Wertzuwachs…

Einige Clevere haben es schon immer geahnt: Flüssige Kapitalanlagen schlagen Aktien um Längen! Diverse Forschungsinstitute haben den Wertzuwachs italienischer Spitzenweine und den an Börsen verglichen – und kamen zu erstaunlichen Ergebnissen: Dabei erzielten Spitzenlabels wie Ornellaia eine bessere Performance nicht nur gegenüber Gold, sondern auch im Verhältnis zu Aktien. Wer 2001 einen Euro in Wein anlegte, der darf sich heute über einen Wert von 5,40 Euro freuen. Im gleichen Zeitraum stieg der Aktienwert indes nur auf 1,60 Euro! Und selbst wenn man die Weltfinanzkrise 2007/2008 herausrechnet, ergibt sich ab Start beim Niedrigstwert 2008 bis heute bei Spitzenweinen ein Zuwachs auf 3,40 Euro, während aus einem Euro in Aktien gerade mal 2,50 Euro wurden. Grund genug also, den durchaus stattlichen Preisen für den Ornellaia heute auch aus einem ganz anderen, sehr viel freundlicher stimmenden Blickwinkel zu begegnen. Freuen wird es in jedem Fall die kleine, aber feine Frescobaldi-Gruppe. Insgesamt setzt sie jährlich 84 Mio. Euro um.

Information/Besuch/Verkauf:
Ornellaia e Masseto Societá Agricola S.r.l., Localitá Ornellaia 191 (Via Bolgherese), Frazione Bolgheri, 57022 Castagneto Carducci, Provinz Livorno, Region Toskana, Italien; tel. +39 0565 7 18 11, Fax +39 0565 71 82 30, Email This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.ornellaia.com

Besuch: ganzjährig nur nach Vereinbarung (online oder Telefon); Betriebsführung (Italienisch, Englisch, Deutsch, Französisch) mit Galerie- und Parkbesichtigung sowie Weinprobe und Verkauf im neuen Wein-Shop; Eintritt: 80 Euro pro Person, ab 5 Personen 60 Euro pro Person; auch möglich: Besichtigung und Mittagessen (visita e pranzo), Minimum-Teilnehmerzahl: 8 Personen

Fotos: Jürgen Sorges Ornellaia

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Zuletzt bearbeitet am 10/12/2016

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