Tee: Renaissance eines Klassikers

Statistisch betrachtet ist Tee nach Quellwasser das am meisten konsumierte Getränk der Erde. Gleichzeitig erlebt Tee momentan eine regelrechte Renaissance als exklusives Luxusgut.

Rund um den Globus werden nach britischem Vorbild noble High-Tea´s zelebriert und in winzigen Mengen produzierte Teespezialitäten erzielen auf Auktionen Spitzenpreise. Längst hat sich auch herumgesprochen: Regelmäßiger Teegenuss wird mit einer Vielzahl positiver gesundheitlicher Effekte in Verbindung gebracht, da er zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien enthält. Ein wenig verhält sich der Tee zum Kaffee dabei wie eine Cohiba zur Zigarette: Für Tee braucht man Zeit – sowohl für die Zubereitung wie den Genuss.

Neue Lösungen für Hotel- und Gastgewerbe

Was aus betriebswirtschaftlicher Sicht problematisch klingt, verkehrt sich bei genauer Betrachtung schnell ins Gegenteil: Tee kann, richtig präsentiert, nämlich deutlich höhere Umsätze pro Gast generieren, als die schnelle Tasse Espresso oder Cappuccino. Allerdings ist das optimale Handling von Tee deutlich anspruchsvoller als beim Kaffee, denn hier genügt eben nicht ein Knopfdruck am Vollautomaten.

Wie kann ein Gastronom also vom Teeboom nachhaltig profitieren? Erfahrene Teespezialisten wie Eilles, Wellmondo, TeeGschwendner oder das Frankfurter Teehaus Ronnefeldt, weltweit Marktführer in der 4- und 5-Sterne Hotellerie, setzen dafür auf maßgeschneiderte Lösungen, die speziell für das Hotel- und Gastgewerbe entwickelt wurden. Sie unterstützen Servicemitarbeiter damit aktiv bei einem möglichst ökonomischen Umgang mit ihrer wertvollsten Ressource: Zeit.

Von Porzellan bis zur Teekarte

Dazu gehört beispielsweise ein breites Angebot vorportionierter loser Blatttees, also der besten verfügbaren Teequalität. "Dafür haben wir den LeafCup als Tassenportion beziehungsweise den Tea-Caddy für ein Kännchen entwickelt", erklärt Jan-Berend Holzapfel, Geschäftsführer von Ronnefeldt.

"Auf dem Reiter, der in den Henkel von Tasse oder Kännchen eingehenkt wird, findet der Gast außerdem die Teebeschreibung in allen gängigen Sprachen und internationale Piktogramme zur optimalen Ziehzeit. Besonders hochwertige Blatttees aus unserer Teastar Collection bieten wir auch lose in edlen Präsentationsboxen an. Im Prinzip erhalten unsere Kunden am Ende eine Komplettlösung vom passenden Porzellan bis hin zur Teekarte und Teeuhr", so Holzapfel.

Eilles setzt dagegen auf sogenannte Tea Diamonds: Pyramidenförmige Beutel aus einem Hightech Material, die für einen größtmöglichen Kontakt des Teeblätter mit dem Wasser sorgen und im Gegensatz zu Papierbeuteln weniger tropfen. Natürlich hat diese Qualität ihren Preis und ist eher im gehobenen und Luxussegment gefragt.

Firmen wie Messmer oder Teekanne schließen hier die Lücke zum Massengeschäft mit klassischer Teebeutelware. Besonders im Trend liegen neben Grüntees und dem besonders milden weißen Tee aktuell der halbfermentierte Oolong, der durch seinen süßlich nussigen Geschmack besticht. Auch aromatisierte Tees sind in Deutschland nach wie vor sehr beliebt.

Daneben stehen langjährige und unverzichtbare Klassiker wie Assam, English Breakfast, Darjeeling und Earl Grey unvermindert hoch im Kurs. Im Winterhalbjahr sind dann besonders Früchte- und wärmende Gewürztees wie Chai gefragt. Das Angebot kontrollierter Bioware wächst dabei ständig. Ein vollwertiges Basissortiment umfasst in der Gastronomie aktuell so rund ein Dutzend Sorten.

Zehn KULINARIKER-Praxistipps für den richtigen Umgang mit Tee:

- Eine trockene, lichtgeschützte, luftdichte und geruchsneutrale Lagerung bewahrt das feine Aroma hochwertiger Tees über mehrere Monate.
- Stets mit frischem, möglichst weichem Wasser aufbrühen, das vorher sprudelnd gekocht hat.
- Niemals Thermoskannen für Heißwasser verwenden, in denen vorher schon einmal Kaffee warmgehalten wurde. Besser geeignet sind Samoware oder andere Heißwassergeräte.
- Wasser kommt immer zum Tee, niemals der Tee ins Wasser.
- Tee-Siebe oder große Papierfilter verwenden, in denen sich das Teeblatt voll entfalten kann. Tee-Eier sind ungeeignet, da sich hier das Aroma nur ungenügend entwickelt.
- Faustregel für die Dosierung: pro Tasse ein Teelöffel - bei kleinen Blattgraden eher gestrichen und bei größeren Ballgraden eher gehäuft. Für einen besonders kräftigen Tee einen Löffel extra für die Kanne dazu geben – kann anschließend durch heißes Wasser wieder verdünnt werden.
- Richtige Ziehzeiten beachten: Schwarze und Grüne Tees zwei bis drei Minuten für eine belebende und anregende Wirkung. Längere Ziehzeiten setzen vermehrt beruhigende Bitterstoffe frei. Kräuter- und Früchtetee aber mindestens fünf Minuten ziehen lassen.
- Gutes Tee-Porzellan ist fein und dünnwandig, alternativ Teeglas verwenden.
- Geschirr am besten vorwärmen.
- Zu edlen hellen Tees wie Darjeeling weißen Kandis reichen, zu dunklen kräftigen Assam-Mischungen braunen Kandis sowie auf Wunsch auch frische Milch oder Sahne.

Fotos: Michael Schabacker

Submit to DiggSubmit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn
Zuletzt bearbeitet am 21/08/2016

Artikel weiterempfehlen und/oder drucken (auch PDF):

Autor

Thomas Hauer

Letzte News

Letzte Artikel

Genuss-Newsletter abonnieren?

KULINARIKER - Das Magazin für mehr Genuss.
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.