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Suertes del Marqués erzielt Spitzenbewertungen

Als revolutionär könnte das junge Weingut Suertes del Marqués auf der Insel Teneriffa bezeichnet werden. Auch wenn es erst im Jahr 2006 gegründet wurde, kann Eigentümer Jonatan García auf eine lange Familientradition im Weinanbau zurückblicken...

Zur Bodega gehören rund elf Hektar Weinberge, die sich auf 21 Parzellen verteilen. Unter anderem sorgen schon die unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten, Ausrichtungen, Temperaturen und Höhen zwischen 300 bis 750 Meter über dem Meeresspiegel sowie Steigungen bis zu 38 Prozent für die enorme Vielfalt der Weine. Dazu kommt die radikale An- und Ausbaumethode. Es wird so wenig wie möglich in die natürlichen Abläufe eingegriffen. Sämtliche Arbeitsschritte erfolgen in reiner Handarbeit. Es wird nach ökologischen Standards gearbeitet und man orientiert sich an den Lehren des biodynamischen Weinanbaus. Bevor die Weine in französischen Eichenfässern reifen, werden sie in unbeschichteten Betontanks spontan vergoren, nicht geklärt und nicht gefiltert.

Die Weine werden aus bis zu 100 Jahre alten, ungepfropften Rebstöcken im Orotava-Tal oberhalb von Puerto de la Cruz hauptsächlich aus schwarzen und weißen Listan-Trauben hergestellt. Mit Unterstützung von dem portugiesischen Önologen Luis Seabra (bekannt durch seine Arbeit bei Niepoort) gelingt es Jonatan García, in dem er ausschließlich autochthone Rebsorten verwendet, herausragende, lebendige und mineralische Weine zu produzieren. Die Ergebnisse bestätigen die mühsame Arbeit eines leidenschaftlichen Winzers. Innerhalb kürzester Zeit erreichte Suertes del Marqués Spitzenbewertungen in der Weinwelt.

Teneriffas Aushängeschilder

Bei dem 7 Fuentes (2018) handelt es sich um Listán negro (90 Prozent), Castellana negra (10 Prozent) und weiteren Trauben verschiedener Weinberge mit Reben, die zwischen zehn und 200 Jahren alt sind. Sie wachsen in Höhenlagen zwischen 300 und 700 Metern über dem Meeresspiegel. 70 Prozent gärt in Betontanks und 30 Prozent in gebrauchten Eichenfässern. Das Ergebnis ist ein kräftiger, saftiger und frischer Wein mit spannungsreichen Aromen von Rauch, Himbeeren und Johannisbeeren. Seine Eleganz, Finesse und Mineralität sowie feine Tannine sind spürbar und harmonisch eingebunden.

Ebenfalls ein Beispiel der hervorragenden Arbeit im Keller ist der 2019 Trenzado. Der Name ist auf die Wuchsform der Reben zurückzuführen, denn sie wachsen in der praktizierten traditionellen Methode, die "cordón trenzado" (geflochtenes Seil) heißt und die die Pflanzen wie extrem lange Zöpfe aussehen lässt. Rapunzel lässt grüßen.

Größtenteils besteht der Wein aus Listán Blanco. Ergänzend befinden sich mehrere autochthone Weißweinsorten, wie Marmajuelo, Gual, Vijariego Blanco, Verdello, Pedro Ximenez und Baboso Blanco in der Flasche. Ähnlich dem österreichischen "Gemischten Satz" wachsen diese Trauben in einem Weinberg und werden auch gemeinsam vergoren. Ebenso erfolgen beim Trenzado eine Spontanvergärung und der weitere Ausbau in gebrauchten 500-Liter-Fässern oder neuen 4500-Liter-Fudern aus Eichenholz Eine betörende "burgundische" Nase sowie Nuancen des Jura im Mund ergänzen die Vielschichtigkeit in dem charaktervollen Weißwein, dessen Aromen an Kräuter, Limonen, Rauch, Grapefruits und weiße Blüten erinnern.

7 Fuentes...
7 Fuentes...

 

Zu den Ausnahmeweinen dürfte der 2018 Vidonia gehören. Dieser Spitzenweißwein aus dem Hause Suertes del Marqués besteht zu 100 Prozent aus Listán Blanco. Die Trauben kommen aus drei Parzellen, die auf einer Höhe zwischen 350 und 520 Meter liegen. Nach der Vergärung mit natureigenen Hefen und der Fermentierung in 500-Liter Eichenholzfässern reift er darin mehr als elf Monate. Eine ausgefeilte Mineralität, eine steinige, karge Nase, zarte Raucharomen, ein klarer eleganter Duft sowie pikante Noten, dazu etwas Pfeffer, Zitrus, weiße Blüten und pikante Würze am Gaumen lassen den Weißwein geradezu vibrieren. Sehr elegant und extrem langer Abgang!

Opulenz und eine starke Persönlichkeit ist bei dem 2018 La Solana Listan Negro zu schmecken. Diskrete pinot-ähnliche Noten erinnern an Beerenfrüchte, Kirschen, Pflaumen, Gewürze, Eukalyptus und Raucharomen. Am Gaumen gibt sich der komplexe Wein, von dem nur 8000 Flaschen abgefüllt wurden, frisch, saftig und weich.

Der 2017 El Chibirique Listan Negro zeichnet sich unter anderem durch seine beträchtliche Expressivität aus. Ein betörendes Aromenspiel aus Waldbeeren, Orangenschale, dunkler Kirsche sowie Rauchnoten, gemischt mit Leder sowie Bitterschokolade gefällt in diesem Wein aus Finesse, Eleganz und Tiefgang.

Schließlich begeistert als ein Topwein von Suertes del Marqués, der 2016 El Ciruelo Vinas Vviejas. Dieser Rotwein bewegt sich auf einem noch höheren Level und ist eine Potenzierung des Chibirique. Ausdrucksstärke ist hier mit ausgefeilter Eleganz gepaart. Intensität, Struktur, Balance und ein ausgeprägtes Aromenspiel aus Kirsche, Schlehe, Waldfrüchten, Speck und Wacholderbeeren bleibt am Gaumen äußerst lang präsent.

Informationen unter:
Suertes del Marqués, www.suertesdelmarques.com 
Viniberica, www.viniberica.com

Fotos: Carola Faber

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Zuletzt bearbeitet am 13/11/2021

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Autor

Carola Faber

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