DER KULINARIKER trifft: Joachim Christ (Weingutsbesitzer in Frankreich)

"Weinhändler zu sein ist das eine, Weingutsbesitzer zu sein aber noch einmal etwas völlig anderes", sagt Joachin Christ über seine Arbeit und sein Weingut im französischen Roussillon.

DER KULINARIKER im Gespräch...

Sie leben und arbeiten in Hannover, besitzen aber ein Weingut in Frankreich. Wie sind Sie zu Ihrem Weingut gekommen?

Das kam durch eine lange Freundschaft zu einem Studenten und späteren Önologen Thomas Teibert, mit dem ich oft, viel und lange über den perfekten Wein diskutierte. Irgendwann endete eine solche "mühsame" Diskussion in: "Dann lass es uns doch selbst machen..." Und die Suche begann...

Was bereitet Ihnen die meiste Freude bei der Arbeit mit Wein?

Alles, aber vor allem diese naturbedingte Vielfalt unterschiedlicher Jahrgänge perfekt in der Flasche abzubilden.

Wie groß ist Ihr Betrieb? Wie viele Mitarbeiter sind auf Ihrem Weingut und im Weinberg beschäftigt und wie ist die Arbeitsaufteilung?

Wir bewirtschaften 15,5 ha im Moment, mit vier Festangestellten und entsprechend der anfallenden Arbeiten saisonale Kräfte, die es vor Ort in großartiger Qualität gibt.

Wie viel Zeit verbringen Sie auf Ihrem Weingut?

Bisher viel zu wenig. Ändert sich ab 2021, dann will ich regelmäßig einmal pro Monat zwei bis drei Tage vor Ort sein.

Wann ist der richtige Lesezeitpunkt? Wie sollten die Trauben im besten Fall sein?

Reif unbedingt reif. Die Kunst besteht darin, die exakte Reife zu erkennen, ohne dass die Traube ihre Säure und Frische verliert.

Wo liegt die Stärke des Weingutes?

Unsere Stärke ist das kompromisslose Qualitätsdenken. Alle Arbeiten sind der natürlichen Qualität der Weine gewidmet.

Was macht den ganz persönlichen Fingerabdruck aus?

Der persönliche Fingerabdruck ist das Terroir, in unserem Fall die uralten Reben, sowie die perfekten Böden aus Kalk, Schiefer und eisenoxidhaltigen Lehmböden. Das besondere an dem Ort Calce ist die Kühle, die durch einen permanenten Wind die Weinberge extrem frisch und kühl hält.

Wie lange lassen Sie die Rotweine lagern?

Der Esprit ist bereits nach drei bis vier Jahren gut zu trinken. Der Grand Vin sollte je nach Jahrgang mindestens fünf bis acht Jahre reifen.

Was ist Ihr eigener Lieblingswein vom eigenen Weingut und gibt es Weine von anderen Weingütern, die Sie sehr schätzen?

Mein Lieblingswein ist unser 2008er Blanc, der durch seine Frische, Kühle und seinen wahnsinnigen Druck überzeugt. Ich schätze viele Weine verschiedener Kollegen. Im Moment habe ich ein großes Faible für Cabernets von der Loire sowie feine Syrahs von der Nord Rhône.

Haben Sie Wünsche/Visionen für die Zukunft?

Ja klar. Wieder normal leben ohne die momentan berechtigten Einschränkungen. Natürlich Gesundheit, Frieden und gegenseitiges Verständnis in allen Situationen…

Foto: Carola Faber

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Zuletzt bearbeitet am 27/11/2020

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Autor

Carola Faber

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