Eindrucksvolles Trio aus Ästhetik, Qualität und Architektur

"Gute Weine zu machen, ist Handwerk. Große Weine zu machen, ist eine Kunst": Treffender könnte die Arbeit der Kellerei Bozen kaum beschrieben werden. Mit zahlreichen Preisen werden die Weine, die in dem modernen Klimahaus in Moritzing produziert werden, honoriert...

Mehr als 100 Jahre reichen die Anfänge der Kellerei zurück. Damals gründeten 30 Winzer im Stadtteil Gries eine Winzergenossenschaft, um die autochthone Sorte Lagrein zu vinifizieren. Gut 20 Jahre später schlossen sich weitere 18 Winzer zu einer Genossenschaft zusammen, um im Stadtteil St. Magdalener die Vernatsch-Trauben zum St. Magdalener-Wein zu verarbeiten. Im Jahr 2001 fusionierten die Genossenschaften zur Kellerei Bozen, der inzwischen 224 Mitglieder angehören. Seit 2018 wird die Weinlese vollständig in Moritzing in dem neuen Sitz der Kellerei Bozen gekeltert. Diese erste KlimaHaus-Wine-Kellerei Italiens beeindruckt durch Ästhetik, Funktion und Architektur gleichermaßen. Produktionsanlagen, der insgesamt 20.000 Quadratmeter großen, energieoptimierten Kellerei, sind überwiegend unterirdisch angelegt. Die bronzefarbenen Außenfassaden des sichtbaren Gebäudeteils in Form eines Würfels stilisieren riesige Blätter der Reben. Die schonend und von Hand gelesenen Trauben werden am höchsten Gebäudepunkt angeliefert. Von dort gleiten sie nach unten bis hin zur Lagerung im Keller. So werden gleichzeitig mechanische Einwirkungen verringert und hohe Weinqualitäten garantiert.

Aushängeschild in der Weinlandschaft Südtirol

Auf eine Fläche von 340 Hektar und auf Höhen zwischen 200 bis 1.000 über dem Meeresspiegel werden die Rebsorten Lagrein, Vernatsch/St. Magdalener, Cabernet, Merlot, Blauburgunder, Weißburgunder, Sauvignon, Chardonnay, Gewürztraminer, Pinot Grigio, Sylvaner, Müller Thurgau, Kerner, Riesling, Rosenmuskateller und Goldmuskateller angebaut.

Erstklassige Weine werden in der Kellerei Bozen produziert / © Kulinariker.de, Foto: Carola Faber
Erstklassige Weine werden in der Kellerei Bozen produziert / © Kulinariker.de, Foto: Carola Faber

 

Mit dem Ziel, exzellente Weine herzustellen, wurde 1988 zur Aufwertung der Weinberge ein Qualitätsprojekt ins Leben gerufen. Dabei richten die Weinbauern ihre Arbeit nach strengen Qualitätsstandards in Bezug auf Lage, Böden, Pflanzendichte und Alter der Reben aus. Geringe Erträge zugunsten einer höheren Qualität sind selbstverständlich. "Jede Rebsorte hat ihre Besonderheiten, aber vor allem spezifische Anforderungen, die wir berücksichtigen müssen, um Trauben von exzellenter Qualität zu erhalten," bestätigt Önologe Stephan Filippi. Er erhielt bei der "Vinitaly 2018“ den "Cangrande-Preis“ für besondere Verdienste im Weinbau. Die Kellerei Bozen gilt inzwischen längst als ein Aushängeschild im Südtiroler Weinbau. Jedes Jahr werden die Weine mit zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen honoriert.

 

Zahlreiche preisgekrönte Weine

Das Flaggschiff, ein Lagrein Riserva Taber, überzeugt mit jedem Detail. Er erhielt bereits 19 Mal "Drei Gläser" von Gambero Rosso. Die Reben für den hervorragenden Wein sind bereits mehr als 80 Jahre alt. Nach der traditionellen Rotweinvergärung im Holzfass reift der Wein etwa ein Jahr in französischen Barriques. In der Nase sind Nuancen von Kirschen und Veilchen sowie Wildrose zu vernehmen. Im Geschmack gefällt der harmonische und weiche Wein mit seiner enormen Fülle sowie Eleganz. Eindrucksvoll ist auch der lange Abgang.

Ebenfalls zu den vielfach prämierten Rotweinen gehört der Mumelter Cabernet Riserva. Nach der traditionellen Rotweinvergärung im Holzfass reift der junge Wein ebenfalls für rund zwölf Monate in französischen Barriques und im großen Holzfass. Ein ausgeprägter Duft von Waldbeeren entströmt der Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc schon beim Einschenken. Betörend dann die sensiblen Zwischennoten von Pfeffer. Im Geschmack gibt sich der feine, intensive Tropfen kraftvoll und ausbalanciert.

Stark selektiertes Traubenmaterial aus den besten Lagen wird für den Prestige Grieser Lagrein Riserva verwendet. Eine wunderbare Aromenfülle aus Beeren und Kräutern, untermalt mit ein wenig Holz, Vanille und Schokolade kennzeichnen den saftig-eleganten Spitzenrotwein, dessen langer Abgang ebenfalls begeistert.

Die Weine der Kellerei Bozen erhalten regelmäßig nationale und internationale Auszeichnungen / © Kulinariker.de, Foto: Carola Faber
Die Weine der Kellerei Bozen erhalten regelmäßig nationale und internationale Auszeichnungen / © Kulinariker.de, Foto: Carola Faber

 

Einen wahren Gaumengenuss bereitet der Stegher Chardonnay Riserva. Seine Exotik in den Aromen, seine Mineralik und seine harmonisch eingebundene Säure umspielen gekonnt die Geschmacksnerven. Die Trauben für diesen kräftig-eleganten Chardonnay wachsen oberhalb von Bozen am Ritten auf einer Höhe von 650 Metern über den Meeresspiegel.

Veilchen, Vanille, Mandel, Kräuter, Himbeere, Rose: ein zarter Duftstrauß ziert den St. Magdalener Classico Huck am Bach. Blumig und fruchtig gefällt die Cuvée aus Vernatsch und Lagrein, dessen Traubengut traditionell vergoren und in großen Eichenfässern ausgebaut wurde, durch eine enorme Samtigkeit und Kraft.

Eine besondere Freude bedeutet auch der Genuss des Dellago Weißburgunder. Seinen Namen verdankt der Edeltropfen Friedrich Dellago, der mehr als 40 Jahre Bürgermeister von Eppan war. Fülle, Dichte, Harmonie sowie ein ausgewogenes Spiel zwischen Süße und Säure prägen den Weißburgunder. Fruchtaromen von Äpfeln und Birnen mit etwas Weinbergpfirsich mischen sich mit der feingliedrigen Mineralik des ausdrucksstarken Weines.
Komplexität steht für den Mock Sauvignon. Er vereint gekonnt Fruchtfülle, florale Noten. Daneben sind es filigrane, grüne Aromen in Verbindung mit Holunderblüten, Pampelmuse und Pfefferminze, die den Sauvigon so einzigartig schmecken lassen. Für die Qualität des Weines ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Rebsorte, Boden und Mikroklima verantwortlich.

Der Gewürztraminer vom Hof Kleinstein gehört zu den nussig duftenden Weinen. Aromenkomplexität mit reifen Früchten, Blumen und ein wenig Rose scheinen noch mit Melone, Wildkräutern, Zitrusfrüchten und einer angenehmen Würzigkeit ergänzt. Bei der Weinbereitung erfolgt nach einer kurzen Kaltmazeration eine leichte Abpressung und Vergärung im Stahlfass. Ausdrucksvoll und aromenstark.

Der Kleinstein Chardonnay überzeugt mit seiner angenehmen Fülle und einer fein eingebundenen Säure. Exotische Noten, wie Ananas, Maracuja, Vanille und Honigmelone prägen den Duft des Chardonnays. Am Gaumen ergänzen Eleganz, Frische und Schmelz das genussvolle Weinerlebnis.

Modern: Die Kellerei Bozen / © Kulinariker.de, Foto: Carola Faber
Modern: Die Kellerei Bozen / © Kulinariker.de, Foto: Carola Faber

 

Stachelbeere, Kiwi, Holz und Holunder: das Potential der Hänge am Ritten oberhalb von Bozen wirkt sich auch im Greel Sauvignon Blanc Riserva aus. Bei diesem facettenreichen Wein begeistert die Harmonie genauso wie die elegant eingebundene Fruchtsäure. Es ist wieder deutlich schmeckbar, dass die Premium-Linie der Kellerei Bozen für Authentizität, Charakterstärke und Finesse steht. Balance und ein vielfältiges Aroma ergeben ein charmantes Geschmacksspiel.
Eine Polyphonie der Düfte und Aromen spiegelt sich im Thalman Pinot Noir Riserva. Neben Kräutern, Pfeffer, blumigen Noten umschmeicheln unter anderem leicht rauchige Holznoten, Schokolade und ein dezenter Duft nach Leder den Geruchssinn. Im Geschmack betört der strukturstarke Blauburgunder, dessen Trauben ebenfalls am Ritten geerntet werden, schließlich durch seine samtige Vollmundigkeit.

Die Reben für den Moar St. Magdalener wachsen in den Hanglagen des St. Magdalener-Gebietes oberhalb von Bozen zwischen 200 und 300 Metern über dem Meeresspiegel. Der St. Magdalener "Moar“, der in großen Eichenfässern ausgebaut wird, erhält seine hervorragenden Qualitäten durch das ungewöhnliche Zusammenspiel von Lage, Alter und Bewirtschaftung des Weinbergs. Der Duft von Himbeeren, Veilchen, Mandeln und Rosen bleibt in dem langen Abgang des vollmundigen Weins noch lange präsent.

Infos unter: Kellerei Bozen www.kellereibozen.com / This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Fotos: Carola Faber

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Autor

Carola Faber

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