Ätna-Weingut Tenuta Tascante: Riesenweine vom Zauberberg!

Für Sizilien sind die Weingüter der Gruppe Tasca D`Almerita Aushängeschilder und beste Werbung zugleich. Das riesige Hauptgut Regaleali, der Name stammt übrigens aus dem Arabischen und bedeutet "Haus des Ali", produziert seit 1830 und damit heute in achter Generation...

Seit 2007 ist Siziliens Weinkoloss auch an Europas höchstem aktivem Vulkan präsent – und produziert dort kolossale Weine! Am 600 000 Jahre alten, heute ca. 3223 m hohen Ätna wuchs wilder Wein wohl schon vor 20 000 Jahren. Doch erst die antiken Griechen brachten neue Rebsorten mit und begannen hier den systematischen Weinbau. Eine ihrer Rebsorten, Carricante, ist bis heute mit 95 % Anbaufläche die wichtigste Weißweintraube im Weinbaugebiet Etna DOC, das seit 1968 besteht.

Heute stellen hier 120 Produzenten auf 908 Hektar Rebfläche über 35 000 Hektoliter DOC-Wein her. Dass Alberto Tasca mit Gattin Francesca als Weingut Tenuta Tascante seit 2007 mit zu diesem längst sehr illustren Kreis gehören, haben die zwei vor allem Albertos Bruder Giuseppe zu verdanken. Der hatte als früher Visionär die idealen Bedingungen im 1200 km² großen Areal des gewaltigen Bergriesen erkannt. Heute reißen sich Weingüter aus aller Welt um die attraktiven Weinberge, die sich derzeit von ca. 450 m bis in 1100 m Höhe von Randazzo im Norden über Milo im Osten bis an die Südhänge des Ätna ziehen.

Der Grund ist einfach: Der Klimawandel und die damit verbundene höheren Lufttemperaturen sorgen für neue Weinberge selbst in luftigsten, weil kühleren Höhen. Hinzu kommt natürlich das Terroir: Denn wo, wenn nicht hier, vereinigen sich die ursprünglichen Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft besser und zum grandiosen Spektakel, das auch zu herausragenden Weinen führt? Das hier am Ätna, der seit 2013 auch UNESCO-Weltnaturerbe ist, stets auch ein hohes Risiko mitschwingt, versteht sich von selbst.

Allein schon sein Name verweist darauf. Er stammt vom indo-europäischen "aidh", "brennen". Dieser "brennende Berg" also, zigfach auch in der Mythologie vertreten, besungen und verflucht, hat es allein schon wegen seiner zig Vulkanausbrüche in sich. Aber seine durch die Plattentektonik zwischen Afrika und Europa verursachten Eruptionen können sogar den gesamten Mittelmeerraum beeinflussen. So stürzten 6300 v. Chr. gleich 35 Kubikkilometer des Ätna ins Meer und verursachen den legendären Ätna-Tsunami, dessen Wellentürme sogar die Gestade Israels erreichten.

Weinbau am Ätna...
Weinbau am Ätna...

 

Am Vulkanmonster zurück blieb die bis heute klaffende Wunde des Valle del Bove! Dies ficht natürlich weder Touristen noch die Heerschar an Literaten an, die ihren "Mongibello", den "schönen Berg" feiern. Denn wenn der Ätna majestätisch vor strahlend blauem Himmel und von weißen Cumulus-Wolken umkränzt am Firmament aufsteigt und nur leise vor sich hin grummelt, sind alle zufrieden und loben ihn in höchsten Tönen. Eigentlich ist dieser "Mongibello" auch nur doppelt gemoppelt, führt aber ebenfalls tief in Siziliens Geschichte ein. Es besteht aus dem lateinischen "mons" und dem arabischen "djebel", was beides "Berg" bedeutet.

Und für "schön" benötigen die Sizilianer eigentlich gar kein Wort: Denn den Sinn für Schönheit, "bellezza", haben sie quasi schon mit der Muttermilch aufgenommen. Für die Einheimischen am Berg, und somit auch für Francesca und Alberto Tasca, ist der Ätna indes im Dialekt schlicht "a Muntagna", der "Berg", eher sogar der Bergklotz oder das Bergungetüm. Denn so ein Vulkan macht viel Arbeit, und kann das Werk von Generationen in nur wenigen Stunden und Tagen vernichten. Dies geschah beispielsweise 122 v. Chr., es geschah aber auch – zuletzt 2018 – in den großen Ausbruchsjahren 1646, 1879, 1911 und 1981. Manche dieser an der Oberfläche nachvollziehbaren Lavaströme und pyroklastischen Ablagerungen sind bis zu 15000 Jahre alt – und bestimmen durch ihre höchst unterschiedliche Zusammensetzung eben auch das Terroir.

So sind die insgesamt 132 ausgewiesenen "Contrade", Weinbauareale am Ätna, keineswegs qualitativ gleich. Und man kann daher mit Fug und Recht behaupten, dass Alberto und Francesca Tasca 2007 einen Glückstag erwischten, als sie sich spontan und entschlossen zum Ankauf entschieden. Alberto Tasca dazu: "Es war Liebe auf den ersten Blick: Glück gesucht und gefunden!"
Welche Resultate heute, nach 13 Jahren Tätigkeit, die Tenuta Tascante hervorbringt, beweis die Verkostung im Hotel Orania, das im durch manch legendäre Demonstration ebenfalls feuergestählten Berliner Bezirk Kreuzberg öffnet und so der passende Ort für diese grandiosen Weine war.

Überblick Tenuta Tascante...
Überblick Tenuta Tascante...

 

Los ging es mit dem "Buonara 2018", einem säurig frischen Wein, der wunderbar als Aperitif dienen kann. Er stammt von der Ost- und Nordostflanke des Ätna, wo schon seit dem 17. Jahrhundert Wein angebaut wurde. Im 19. Jahrhundert wurden hier vor allem Fassweine hergestellt, ehe die Steuergesetze von 1870 alles erschwerten. Der Boden ist hier wie überall vulkanisch und extrem reich an Mineralien. Hauptbestandteile sind Lava, Asche und Sand.

Aber wichtig ist eben dieser Zerfallsboden aus unterschiedlich altem eruptivem Material. Eisen, Kupfer, Phosphor, Magnesium und weitere Mineralien sorgen für die gute bis exzellente Ernte. Der Buonara 2018, ein Etna DOC, ist ein 100-prozentiger Carricante, gärt in Edelstahltanks und wird dort vier Monate ausgebaut. Diese Rebsorte verkörpert die Seele des Ätna, wird seit je hochgeschätzt, gedeiht am besten über 1000 m Höhe und sollte spät geerntet werden, um den hohen Säuregehalt abzumildern. Dann entsteht ein rassiger Wein mit niedrigem Alkoholgehalt, der mit Aromen von grünem Apfel, Zitrusfrüchten, Anis, Orange, Kamille und unreifer Aprikose glänzt.
Ihm folgt der Chardonnay Tascante 2017, ein Sicilia DOC, von dem 5000 Flaschen abgefüllt wurden.

Dieser mineralisch-frische Chardonnay (100 %) wird auf nur einem Hektar auf der Contrada Rampante angebaut, die in 700 bis 1000 m Höhe liegt. Er reift in französischen Eichenfässern (300 l).

Mit dem Ghiaia Nera 2016 kommt dann ein Wein, dessen Trauben auf jungen Weinbergen gedeihen. Zu 100 % besteht er aus der nach der Mascali-Ebene nordöstlich von Catania benannten Rebe Nerello Mascalese. Lokal wird sie "Niureddu" genannt und gilt als Königsrebe am Ätna, aber auch in den Gebieten um Agrigento und Palermo. Die kräftige Traube produziert allerdings qualitativ sehr unregelmäßige Jahrgangsweine, beeindruckt aber mit weichen Tanninen, guter Trinkbarkeit, Frische, dem zartroten Farbton im Glas und subtilen Aromanoten von Sauerkirsche, Tabak und Kräutern.

Die Tenuta Tascante: auf 700 bis 1000 m Höhe.
Die Tenuta Tascante: auf 700 bis 1000 m Höhe.

 

Dieser Etna DOC reift 12 Monate in slawonischer Eiche (12 Hektoliter-Fässer). Ein Höhepunkt ist dann der "Il Tascante 2014", der im Vergleich mit dem Ghiaia Nera 2016 deutlich besser abschneidet. Und einen noch deutlicheren Qualitätssprung macht dann der "Contrada Rampante 2016", auch er ein reiner Nerello Mascalese, dessen Trauben auf dem im Jahr 2000 angelegten Weinberg wachsen. Dieser Etna DOC geht für 12 Monate in Fässer (25 Hektoliter) aus slawonischer Eiche. Die Contrada Rampante liegt in 740 m Höhe zwischen Passopisciaro und Randazzo und besitzt 4,6 ha Rebfläche. Die vulkanischen Ablagerungen sind hier zwischen 4000 und 15 000 Jahre alt – es ist also auch ein ziemlich sicheres Gebiet.

Schon 60 Jahre alt sind hingegen die Weinberge der Contrada Sciaranova. Hier, in 730 m Höhe und auf 4000 bis 15000 Jahre altem Lavagrund zwischen Montelaguardia und Passopisciaro gelegen, werden 14,40 Hektar bewirtschaftet, davon 4,9 Hektar Weinberge. Gut ist der "Contrada Sciaranova 2016 Etna DOC" (100 % Nerello Mascalese), der 12 Monate in 25-Hektoliter-Fässern aus slawonischer Eiche reift. Weniger überzeugte der "VV 2016", ebenfalls zu 100 % ein Nerello Mascalese. Top hingegen war der "Contrada Pianodario 2016".

Dieser Etna DOC (100 % Nerello Mascalese) reift ebenfalls 12 Monate in slawonischer Eiche (25 Hektoliter). Seine Trauben wachsen indes auf der Contrada Pianodario, wo 98 Weinterrassen und 150 insgesamt 4200 m lange Trockenmauern Platz für 310 000 Rebstöcke, aber auch für 55 Olivenbäume und Kastanien bieten. Auch dies 7,91 ha große Areal in 775 m Höhe zwischen Montelaguardia und Randazzo besitzt eine 4000 bis 15000 Jahre alte vulkanische Bodendecke, die wiederum auf einer bis zu 40 000 Jahre alten vulkanischen Schicht ruht. Die Tenuta Tascante wird auch weiterhin mit den autochthonen Rebsorten Nerello Mascalese, Carricante und auch Nerello Cappuccio Weine mit einzigartiger Persönlichkeit erzeugen.

Und für die Weine vom Ätna muss man zukünftig sowieso ein ganz besonderes Augenmerk haben.

Information:
Tenuta Tascante (Cantina), SS 120 Km 194, Contrada Rampante, Passopisciaro, 95012 Castiglione di Sicilia, Provinz Catania, Region Sizilien, Italien, Tel. +39 0921 54 40 11, www.tascadalmerita.it sowie Contrada Pianodario, SP 230, Frazione Montelaguardia, 95036 Randazzo, Provinz Catania, Region Sizilien, Italien, Tel. +39 334 622 90 42, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.tascadalmerita.it 

Tenute Tasca D`Almerita: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.tascadalmerita.it 

Fotos: Tenuta Tascante

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