Viva Italia – Münchner Acetaia feiert 20 genussvolle Jahre

Von der einfachen Pizzeria an der Ecke bis zum Sterne gekrönten Gourmettempel - in keiner anderen deutschen Stadt gibt es mehr italienische Restaurants als in München. Rund 500 sollen es aktuell sein und damit tatsächlich mehr als in ganz Florenz und Siena zusammengenommen.

Gar nicht so einfach da den Überblick zu behalten und zwischen dem reichlich vorhandenen Mittelmaß und selbstverliebter BussiBussi-Gastronomie die wahren Perlen der Szene nicht aus den Augen zu verlieren. Eine der vielleicht schillerndsten: das Acetaia im geschichtsträchtigen Münchner Stadtteil Nymphenburg unter Ägide von Gastgeber und Sommelier Michele Perego und seines Partners Andreas Schlapa, echtes Münchner Gastro-Urgestein der ersten Stunde, sowie ihres langjährigen Küchenchefs Giorgio Maetzke, das Freunde gehobener italienischer Küche mittlerweile seit zwei Dekaden begeistert.

Im Gault Millau seit Jahren auf Grund der konstanten Küchenleistung mit hervorragenden 16 Punkten geführt, loben auch die Tester des Guide Michelin die modern interpretierte, nichts desto trotz im besten Wortsinne traditionelle italienische Küche, die dort aufgetischt wird. Außerdem erwähnen die Inspektoren die hervorragend sortierte, nach Rebsorten gegliederte Weinkarte mit knapp 300 Positionen, die neben zahlreichen großen Namen einen besonderen Schwerpunkt auf autochthone Varietäten legt. Voll des Lobes sind die Kritiker aber auch für das authentische Jugendstil-Flair, der das Restaurant in Sachen Atmosphäre zu einem sympathischen Kleinod mache. Kein Wunder, dass das mit viel Liebe zum Detail eingerichtete Restaurant in den vergangenen Jahren deshalb auch regelmäßig Schauplatz hochkarätiger Modeshootings war - u.a. für die deutsche Vogue - bzw. auch bereits zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen als Kulisse diente. Gründe genug für den Kulinariker dem Acetaia im Jubiläumsjahr (mal wieder) einen Besuch abzustatten.

Küchenchef Giorgio Maetzke.
Küchenchef Giorgio Maetzke.

 

Seinen Namen verdankt das Acetaia natürlich dem edelsten aller Essige – Aceto Balsamico Tradizionale di Modena, der bei diversen Gerichten Maetzkes als Zutat bzw. i-Tüpfelchen zum Einsatz kommt. So z.B. beim langjährigen Signature Dish des Acetaia, das noch Maetzkes Vorgänger Sandro Miragoli kreiert hatte: frische Schafkäseravioli mit Butter und Majoran. Und natürlich können sich Gäste das edle Elixier der geschichtsträchtigen Acetaia Pedroni im Restaurant auch direkt vom Fass in kleine Phiolen abfüllen lassen (nein, es gibt diverse Flaschen in verschiedenen Alterungsstufen zu kaufen) , um die kostbare Delikatesse mit nach Hause zu nehmen. Doch der Reihe nach.

Tatsächlich wirkt das stilechte Jahrhundertwende-Dekor des Acetaia überaus edel und man fühlt sich in dem kleinen Gastraum mit original venezianischem Terrazzoboden, großen Glasvitrinen und imposanten Kronleuchtern, der maximal 40 Gästen Platz bietet und im Sommer noch durch einen romantischen kleinen Garten ergänzt wird, auf Anhieb wohl. Dazu trägt neben der heimeligen Atmosphäre aber auch der unprätentiöse Service des Acetaia-Teams bei. Natürlich wählen wir bei unserem Besuch das offizielle Geburtstagsmenü in 4 Gängen inklusive Weinbegleitung (99 Euro), zu dem Michele, der ursprünglich aus der Lombardei stammt und schon für so legendäre Häuser wie das Splendido in Portofino oder das Four Seasons in Mailand tätig war, vier ganz besondere Tropfen ausgewählt hat, die er - dem Anlass angemessen - aus Großflaschen ausschenkt.

Teller des Geburtstagsmenüs: 4 Gänge inklusive Weinbegleitung für nur 99 Euro.
Teller des Geburtstagsmenüs: 4 Gänge inklusive Weinbegleitung für nur 99 Euro.

 

Den Auftakt macht in der Salzkruste gegarter Topinambur, ein typisches, in Italien sehr beliebtes Winterknollengemüse mit leicht süßlich-rauchigem Artischockenaroma und fluffiger Fontina-Zabaione sowie knusprigem Brotcrumble und etwas Rucola, begleitet von einem exzellenten 2015er Pinot Bianco aus der Spitzenlage "Vorberg" der Kellerei Terlan, der die erdigen Aromen und die cremige Textur des Gerichtes perfekt unterstreicht. Als Pastagang hat sich Küchenchef Maetzke dann natürlich für die schon erwähnten Schafkäseravioli mit Pecorino, Butter und Majoran entschieden – echt italienisches Soulfood ganz ohne Schnörkel und Chichi – die Michele kongenial mit einem druckvollen, aber nicht zu opulenten 2015er Primitivo di Manduria "Elegia" der Cantina Produttori aus der 5 Liter Flasche begleitet.

Im Hauptgang verwöhnt uns die Küche schließlich mit butterzartem, auf der Zunge zergehenden geschmorten Rinderbäckchen auf einem Püree von herbstlichem Wurzelgemüse, begleitet von einem eleganten und bereits erstaunlich zugänglichen 2015er Barolo "Garretti" von La Spinetta, der einen exzellenten Kontrapunkt zu dem kraftvollen Aroma des Fleischgangs bildet. Als süßes Finale steht dann schließlich noch eine knuspriges Birnen-Tartelett mit cremigem Eis und einem 25 Jahre in Kirsch- und Kastanienholz gereiften Aceto Balsamico auf dem Programm, begleitet vom einem 2017er Passito di Noto des sizilianischen Weinguts Planeta.

Zum Menü: Garretti 2015.
Zum Menü: Garretti 2015.

 

Ein Menü, das nicht nur hervorragend in die kalte Jahreszeit passt und sich als echter Seelenwärmer erweist, sondern das auch ganz typisch ist, für den auch ansonsten im Acetaia gepflegten Küchenstil: mit ruhiger Hand behutsam modernisierte italienische Klassiker, bei denen stets die exzellenten Grundprodukte im Fokus bleiben. Ein wahrhaft schmackhaftes Erfolgsrezept.

Restaurant Acetaia
Nymphenburgerstraße 215
80639 München
Tel: +49 (0) 89 13 92 90 77
www.restaurant-acetaia.de
Mittags: Mo bis Fr und So 12 – 14 Uhr (letzte Bestellung)
Abends: Mo bis So 18.30- 22 Uhr (letzte Bestellung)

Fotos: Restaurant Acetaia

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Zuletzt bearbeitet am 25/12/2019

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Autor

Thomas Hauer

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