Uromas Brotpudding: kleine Auszeit im Hotel Erholung

Es ist herrlich. Ein leichter Wind streicht über die weite Küstenlandschaft von Kellenhusen. Die Abendsonne lässt die Wellen der Ostsee glitzern...

Vor dem Dinner sorgt ein kurzes Badevergnügen für Erfrischung. Ankommen und sich sofort wohlfühlen - das ermöglicht eine kleine Auszeit im Traditionshotel Erholung in unmittelbarer Nähe zum Meer. "Ich empfehle den geehrten Herrschaften mein Pensionat Erholung angelegentlichst", so warb Friedrich Reichardt, gelernter Bäckermeister und Gründer des `Hotel Erholung` in Kellenhusen, im Jahr 1903 für sein neues Hotel. Er führte die Bäckerei und das Hotel mit seiner Frau Marie-Luise und ihren vier Töchtern.

Bereits im Jahre 1928 entstand das Gästehaus Erholung. Begleitet von der über 125-jährigen Entwicklung Kellenhusens vom kleinen Fischerdorf zum Ostseebad mit 1000 Einwohnern und 4000 Gästebetten, stellten sich auch die Familien Reichardt und Schnoor den Anforderungen der Zeit. Inzwischen führt Urenkel Markus Schnoor den Betrieb. An die alte Bäckerei erinnert nur noch die Front des Ofens, der im Jahr 1900 gebaut wurde und ziert heute als Blickfang den Eingang zum Restaurant des Hotels.

Ehemals wurden in dem Ofen, der eine halbe Tonne wog und dessen Innenraum vier Meter tief war, täglich bis zu 10.000 Brötchen, 200 Brote und 100 Blechkuchen sowie Tortenböden gebacken. Zu der Zeit musste bereits am Nachmittag des Vortages mit dem Heizen begonnen werden bevor der Ofen im Jahr 1960 modernisiert und auf Ölheizung umgestellt wurde.

Markus Schnoor.
Markus Schnoor.

 

Küchenmeister und Hotelbetriebswirt Markus Schnoor hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das Traditionshaus wieder mit Leben zu füllen. In den Zimmern und im Restaurant zeugen historische schwarz-weiß Familienfotos mit Szenen vom Strand von der guten Laune in Kellenhusen. "Kochen macht mir in dieser wunderbaren Landschaft zwischen Wald und Meer richtig Spaß und immer, wenn es mir die Zeit erlaubt, gehe ich in die Ostsee baden", berichtet der Küchenmeister bevor er seine Gäste mit einer bodenständigen, kreativen und frischen norddeutschen Küche verwöhnt. "Mir ist es einfach sehr wichtig, dass die Produkte gut sind", bestätigt Markus Schnoor.

Von der Pike auf hat er das Kochhandwerk erlernt undkochte zum Beispiel während seiner Lehrzeit unter anderem im Hotel Bachmair Weissach in Rottach-Egern. Gern verwendet er Zutaten von regionalen Produzenten. Dazu gehören Produkte vom Hof Klostersee, der biologisch-dynamisch bewirtschaftet wird, von Steensens Bauernhof, der Destillerie Gottesgabe oder vom Bauernhof Krebs.

Nur wenige Meter vom Hotel Erholung entfernt, gibt es frischen Fisch von Peter Path. Der passionierte Fischer und Lehrer kaufte sich sein erstes eigenes Boot von seinem Konfirmationsgeld und somit war auch die Leidenschaft für die Fischerei geboren. Es vergeht kaum ein Tag, an dem der Naturwissenschaftslehrer an einer Gemeinschaftsschule nicht in seinem Boot oder vor seiner Fischhütte in Kellenhusen anzutreffen ist.

"Mein Studium finanzierte ich mit den Einnahmen aus der Fischerei am Wochenende und in den Semesterferien", berichtet Peter Path. In seinen Netzen fängt er meistens Dorsch, Scholle, Steinbutt, Meerforelle, Meeräsche oder Kliesche.

Peter Path.
Peter Path.

 

Eine Kostprobe von Markus Schnoor zeugt von seinem Potential. Als Vorspeise bereitetet er rote, grüne und gelbe Tomaten vom Hof Steensen mit geflämmtem Ziegenfrischkäse und Pfifferlingen zu. Ebenfalls sehr köstlich gelang der Hauptgang: Ostseedorsch auf der Haut und in Katenschinken gebraten mit Senfrahm und Kartoffel-Lauchstampf. Mit Blick auf ein Foto der lächelnden Urgroßmutter im Riesenformat schmeckte das Dessert besonders gut, "Groten Hans nach Uroma Schnoor", Brotpudding mit Kirschen und Vanilleeis.

Adressen:
Hotel Erholung, www.hotel-erholung.de
Hof Klostersee, https://klostersee.org/
Steensens Bauernhof, https://steensens-bauernhof.de/
Destillerie Gottesgabe, http://www.destillerie-gottesgabe.de
Bauernhof Krebs, https://www.bauernhof-krebs.com/

 

Impressionen:

Fotos: Carola Faber

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Zuletzt bearbeitet am 22/10/2019

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Autor

Carola Faber

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