Excelsior Hotel Ernst Köln: Ruhepol der Kulinarik

Direkt am Kölner Dom gelegen, hat das Excelsior Hotel Ernst die wohl zentralste Lage die denkbar ist: und dies schon seit einer gefühlten Ewigkeit. Zu Besuch bei einer Hotel Legende am Rhein...

Als Mitglied in der Selektion Deutscher Luxushotels, hat das Excelsior einen festen Platz im Reigen der besten Hotels in Deutschland eingenommen. 137 Zimmer und Suiten stehen bereit, gerade auch internationale Gäste willkommen zu heißen. Aber wie sagte uns jüngst der nun zum Jahresende scheidende GM des Hotels, Henning Matthiesen: "Das Excelsior Hotel Ernst ist eine Institution hier in Köln. Es ist ein Treffpunkt der Generationen. Viele der heutigen Gäste kennen das Hotel noch aus ihrer Jugend, als sie mit den Eltern oder Großeltern bei uns zu Gast waren. Und da besteht natürlich eine enge Bindung zwischen dem Excelsior und diesen Stammkunden."

Mit dem neuen General Manager Georg Plesser, der von Henning Matthiesen das Hotel Ende des Jahres übernehmen wird, kommt demnächst eine äußerst erfahrene Führungskraft in die Domstadt. Aus der Villa Kennedy (Rocco Forte Hotels) kommend, bringt Plesser mehr als 25 Jahre Erfahrung und Leidenschaft mit in das Excelsior. Seine vorherigen Stationen waren unter anderem das New Yorker Waldorf Astoria, das Ritz-Carlton Marina del Rey in Kalifornien, das Naples in Florida, das Kempinski Beijing, das Ermitage am See Group Zürich und die Münchner Geisel Hotels mit dem Königshof.

Lobby des Excelsior Hotel Ernst...
Lobby des Excelsior Hotel Ernst...

 

Haus mit Tradition

Seit nunmehr 156 Jahren steht das Excelsior - zur Eröffnung am 16. Mai 1863 durch Carl Ernst trug es noch den Namen "Hotel Ernst" - in unmittelbarer Nähe zur Domplatte in Köln. Lediglich acht Jahre nannte sich Carl Ernst Eigentümer des Hotels, denn 1871 verkaufte er das Haus an den Hotelier Friedrich Kracht. Mit ihm kam eine Familie in den Besitz des Hotels, die entscheidend die Wege für das "Hotel Ernst" ausrichteten. Zwar starb Friedrich Kracht 1875, allerdings führten seine Frau und der Sohn Carl das Haus weiter. 1989 kam es zu einer "Hotel-Ehe", da Carl Kracht in Zürich in die bekannte Familie Baur (Eigentümer des Baur au Lac) einheiratete.

Im März 1909 kam es zum Abriss des Hotels und in der Folge zur erneuten Grundsteinlegung durch Carl Kracht. Fast wäre diese überflüssig geworden, startete das Hotel mit dem Bau doch ohne Baugenehmigung. Hinzu kam, dass der damalige Dombaumeister Bernhard Hertel Einspruch gegen den Bau des neuen Hotels erhob. Dieser verantwortete nicht nur die Baumaßnahmen an der Kathedrale, sondern auch die der unmittelbaren Umgebung. Erst nach verschiedensten Verhandlungen mit dem Dombaumeister und den Behörden, konnte der Bau des neuen Hotels fortgeführt und ein Jahr später abgeschlossen werden. Am 21. September 1910 konnten die ersten Gäste empfangen werden. Im gleichen Atemzug wurde auch der Name "Excelsior" kommuniziert.

1909: Grundsteinlegung des neuen Hotels durch Carl Kracht.
1909: Grundsteinlegung des neuen Hotels durch Carl Kracht.

 

In der damaligen Zeit war die Architektur und Technik des neuen Excelsior richtungsweisend für die deutsche Hotellerie, keine Frage. Neben zu verbindenden Zimmern, Ventilatoren, einem Heizungssystem und Aufzügen, verfügten die Zimmer teilweise über eigene Bäder – und vor allem über fließend warmes Wasser, was zu dieser Zeit als ein Zeichen für Luxus und Wohlstand angesehen wurde. Auch neu war die Hotelküche, die sich jetzt im Erdgeschoss befand und so der Kulinarik eine neue Bedeutung gab.

taku – asiatisch, crossover and fusion

Natürlich hat die Gastronomie heutzutage eine der wichtigsten Rollen im täglichen Hotelbetrieb eingenommen. Für das Excelsior gilt dies im besonderen Maße, steht doch mit dem "taku" ein Sternerestaurant parat, dass sich unter der Leitung von Küchenchef Mirko Gaul einen festen Platz in der Kölner Gastronomie erkocht und gesichert hat. Ein Stern im Michelin und 16/20 Punkte im GaultMillau stehen mittlerweile zu Buche. Kommuniziert wird für das "taku" eine ostasiatische Küche.

Restaurant taku - Raum der asiatischen Genüsse.
Restaurant taku - Raum der asiatischen Genüsse.

 

Die Gäste haben hier die Wahl zwischen 5-, 6- oder 7-Gänge Menüs. Inklusive einer passenden Weinbegleitung, ausgesucht von Restaurantleitung Christoph Gonzalez, liegen die Preise zwischen 200 und 250 Euro. Damit dürfte das "taku" preislich schon zum gehobenen Mittelfeld der "Einsterner" liegen, allerdings zeigt ein Blick auf die Karte sofort: hier werden hochwertigste Produkte verwendet. Passend zum Erscheinungsbild des Restaurants. Schon beim Betreten strahlt das "taku" eine angenehme Ruhe aus. Sehr positiv: eine gewisse Weitläufigkeit. Störgeräusche vom Nachbartisch bei unserem Besuch: Fehlanzeige.

Und gleich vorneweg: Restaurantleiter Gonzalez traut sich was. Denn wer kombiniert einen Gewürztraminer von Schloss Ortenberg mit Felsenoktopus und Sardellen? Nicht viele, aber die leichte Säure, Anis und die Citrusnoten der Spätlese gehen auf. Oder einen österreichischen Bio-Perlwein "In a Hell Mood" aus dem Burgenland zum Zander mit Miesmuscheln (mit prägnanter Salznote) und Sake? Auch wohl eher wenige Sommeliers und Restaurantleiter würden hier mit einem Naturwein kombinieren. Aber die schöne Frucht fängt die Salznoten der Muscheln schön ein. Experiment absolut geglückt!

Zander mit Miesmuscheln und Sommergemüse...
Zander mit Miesmuscheln und Sommergemüse...

 

Aber es geht natürlich auch klassisch zu im "taku". Zum Beispiel mit einem Sauvignon Blanc von Zeter zur Jacobsmuschel. Oder aber auch zu dem wunderbaren Gang "Challans-Ente" einen Knipser Spätburgunder (GG). Hier gab es wirklich eine anständige scharfe Note über den Pfeffer-Sud auf die Teller – aber richtig lecker. Der vielleicht beste Gang des Menüs.

Letztendlich bleibt aber festzuhalten, dass auch nach dem letzten Gang "US Shortrib" (14 Stunden gegart) mit einem 14,5 % Vol Duero-Wein Pequera, die Weinbegleitung wohl ausgesucht und passend war. Mirko Gaul kann sich ziemlich sicher sein, dass sein Restaurantleiter da ein gutes Händchen hat. Und nach guten vier Stunden verlassen wir nach einem fantastischen Menü das Restaurant. Natürlich erst nachdem die süßen Pralinen gereicht wurden...

Küchenchef Mirko Gaul.
Küchenchef Mirko Gaul.

 

Fazit: Das "taku" ist ein nüchtern-elegant eingerichtetes Restaurant. Schöne Wohlfühlatmosphäre. Küchenchef Mirko Gaul schafft den Balanceakt, asiatische Küche zu europäisieren, ohne den gewissen Asia-Touch zu verlieren. Weinauswahl: grandios ungewöhnlich! Übrigens: gut angenommen wird im Restaurant auch das "geteilte Freude"-Konzept. Die klassische Menüfolge wird hier durch individuelle Gestaltung und Auswahl von Speisen abgelöst.

Weitere Informationen unter: https://www.selektion-deutscher-luxushotels.com und https://www.excelsiorhotelernst.com

Fotos: Michael Schabacker, Excelsior Hotel Ernst Köln

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Zuletzt bearbeitet am 15/10/2019

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