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Mauritius im Sterneregen: das größte Kulinarik Festival im Indischen Ozean

Seit 2006 locken die Constance Hotels & Resorts die Genießer alljährlich im März an die Ostküste von Mauritius. Eine Woche Festival, eine Woche Genuss und Wettkampf unter Palmen. Prädikat vorneweg: auch in diesem Jahr... außergewöhnlich!

Für viele Menschen eine Traum-Destination, jährlich zieht es Menschen aus den verschiedensten Ländern auf die kleine Insel im Indischen Ozean. 1,2 Millionen Menschen leben auf Mauritius – und mit 1,4 Millionen Touristen in 2018 zog der Inselstaat mehr Menschen als noch im Vorjahr an (statista.com). Für diese Beliebtheit gibt es viele Gründe. Natürlich sind es zuallererst die Strände und das Klima, die Mauritius für viele Menschen so verlockend macht. Auf der Südhalbkugel liegend, beträgt die jährliche Durchschnittstemperatur etwa 23 Grad. Richtig kalt wird es hier also nie. Schon eher kann es sein, dass in den Monaten zwischen November und April die Insel sporadisch von Zyklonen heimgesucht wird, es zu Sturmverläufen mit bis zu 250 Stundenkilometer Windstärke oder starkem Regen kommt. Doch das ist eher die Ausnahme.

Die Regel ist eher, dass die Sonne den Urlaubern wohlgesonnen ist und die rund 160 Strandkilometer sonnenbadend genossen werden können. Während des Sommers auf der Insel (November bis April) sind täglich acht bis neun Sonnenstunden die Regel. Es weht im gesamten Jahr der Südostpassat und sorgt für das tropische und angenehme Klima mit relativ geringen Klimaschwankungen. Doch die Wetterlage auf der Insel ist dennoch unterschiedlich und abwechslungsreich. Sind der Norden und Westen der Insel eher regenarm und angenehm warm, kann es in den höheren Regionen im Zentrum der Insel wesentlich kühler werden.

Traumkulisse: Strandabschnitt auf der Ostseite der Insel. Hier: Strand am Constance Belle Mare Plage.
Traumkulisse: Strandabschnitt auf der Ostseite der Insel. Hier: Strand am Constance Belle Mare Plage.

 

Der Osten der Insel ist der weniger überfüllte Bereich vom Mauritius. Die Strände von Blue Pay, Palmar und Belle Mare schlängeln sich entlang der Küste. Dabei ist der Belle Mare einer der schönsten und längsten Strände von Mauritius – von Belle Mare beginnend bis etwa Trou deau Douce. Kein Wunder, dass sich gerade hier in der Region die etablierten Namen der Hotellerie einen (oder mehrere) Standorte schon frühzeitig gesichert haben. Allen voran die Constance Hotels & Resorts, die mit dem Belle Mare Plage und dem Prince Maurice Maßstäbe setzten. Sowohl in Sachen Hotellerie, als auch – und das ist alljährlich nicht zuletzt mit einem der außergewöhnlichsten Festivals belegbar – bezüglich einer Topp-Kulinarik.

Festival Culinaire Bernard Loiseau

Denn seit 2006 kommt es in diesen nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegenden Hotels zum Gipfeltreffen internationaler Chefköche im Rahmen des Festival Culinaire Bernard Loiseau. Und im Laufe der letzten mittlerweile 14 Festivals dürfte unumwunden feststehen, dass sich aus einer einst kleinen Veranstaltung das größte Kulinarik-Festival im Indischen Ozean entwickelt hat. Eine Woche – diesjährig vom 16. bis zum 24. März – bot das Programm des Festivals alles, was einen Kulinariker begeistern kann: eine herausragende Gastronomie, abwechslungsreiche Workshops bis hin zu besonderen Tastings (siehe auch hier: Rum Tasting und hier: Kaviar von Madagaskar).

Chamarell & Co.: Rum Tasting unter Palmen. Insgesamt sechs verschiedene Produzenten luden ein zum Probieren.
Chamarell & Co.: Rum Tasting unter Palmen. Insgesamt sechs verschiedene Produzenten luden ein zum Probieren.

 

Aber im absoluten Fokus stand über den Verlauf der Festival-Woche der kulinarische Wettbewerb, der sechs Chefköche der Constance Hotels gegeneinander antreten lies. Und da die Constance Hotels nicht nur auf Mauritius vertreten sind, sondern auch auf Sansibar, Madagaskar, den Malediven und auch auf den Seychellen Hotels besitzen, kamen verschiedene Chefköche eben u.a. auch aus diesen Destinationen. Und um den Wettkampf ein wenig zu steigern und qualitativ aufzuwerten, bekam jeder der sechs Constance Chefköche einen internationalen Sternekoch zugelost, mit dem er den Contest bestreiten sollte.

Sascha Kemmerer aus der Kilian Stuba

Und da waren einige altbekannte Namen dabei. Glynn Purnell kam aus Birmingham (England) mit seiner typischen englischen guten Laune angereist, ebenso Takashi Kinoshita aus Frankreich, Maryline Nozahic (La Table de Mary in der Region Yverdon - Cheseaux-Noréaz) und Julien Poisot aus den Weinbergen von Mercuès (Frankreich). Mit Mikael Svensson (Kontrast / Oslo - Norwegen) folgte vielleicht das international bekannteste Gesicht dem Ruf der Constance Hotels. Der gebürtige Schwede (Skåne), der schon im Quique Dacosta und Martin Berasategui arbeitete, hat in Oslo mit seinem Restaurant "Kontrast" einen festen Platz in der Sternegastronomie Norwegens eingenommen.

Aus dem Kleinwalsertal kam Sascha Kemmerer nach Mauritius. Hier mit Sasha Dinoo, Chefköchin im Constance Prince Maurice.
Aus dem Kleinwalsertal kam Sascha Kemmerer nach Mauritius. Hier mit Sasha Dinoo, Chefköchin im Constance Prince Maurice.

 

Und ein deutscher Vertreter war auch in diesem Jahr (nach Michael Reis 2018) als Sternekoch vertreten. Aus der Kilian Stuba (Ifen Hotel Kleinwalsertal) kam Sascha Kemmerer (1*, 17 Punkte, 3 Hauben) angereist – und fand mit Sasha Dinoo (Constance Prince Maurice) nicht nur eine gleichalte Teampartnerin, sondern ebenso seine (fast) Namensvetterin. Und für sie und die anderen Teams hieß es dann, sich mit je einem Starter, Hauptgericht und Dessert der Jury zu stellen.

Die Kreationen trafen dort auf die Gaumen von Dominique Loiseau, der Präsidentin von Bernard Loiseau SA, Patrick Bertron (Relais Bernard Loiseau), Nick Lander (Restaurantkritiker der Financial Times), Kjartan Skjelde (u.a. Jurymitglied Masterchef Norway), Jancis Robinson (Weinkritikerin/England) und Heinz Winkler aus der Residenz Heinz Winkler in Aschau im Chiemgau. Letzterer reiste zum Festival nach Mauritius ebenfalls mit seinem Sous-Chef an, da er sich am vierten Tag des Festivals im Deer Hunter Restaurant des Belle Mare Plage noch für ein komplettes Menü zu verantworten hatte.

Erst in der Jury, dann an den Töpfen: Heinz Winkler (r.) mit Sous Chef im Deer Hunter Restaurant des Constance Belle Mare Plage Hotel.
Erst in der Jury, dann an den Töpfen: Heinz Winkler (r.) mit Sous Chef im Deer Hunter Restaurant des Constance Belle Mare Plage Hotel.

 

Nachdem die Gänge die Münder der Jury passiert hatten, stellte Heinz Winkler schon fest: "Die Teams lagen recht eng zusammen. Für wen es gereicht hat, werden wir am Ende der Festivalwoche erfahren. Aber ein oder zwei Favoriten sehe ich da schon". Am letzten Abend des Culinaire Bernard Loiseau sollte es dann nicht nur zur Verkündung der Sieger der "Culinary Competition" kommen, sondern auch zu der Bekanntgabe der Gewinner aus den an den restlichen Tagen laufenden Wettbewerben wie der "Pastry"-, "Nespresso Cafe Gourmand "-, "Sommelier"- oder auch der "Cocktails"-Competition.

Sterne-Dinner unter Sternen

Und natürlich darf zu solch einem Festival das eine oder andere Dinner nicht fehlen. An verschiedenen Abenden - und in verschiedenen Restaurants der beiden teilnehmenden Hotels - kam es zu "Special", "4-hand" und "6-hand"-Dinnern. Wie beschrieben war auch Heinz Winkler mit von der Partie. Das Menü, dass Deutschlands Koch-Ikone präsentierte, war eine abwechslungsreiche und schmackhafte Trilogie (Amuse und Dessert ausgenommen).

Heinz Winklers Menü bot vom Thunfisch R&O mit einem Limetten Dressing, über Lachs und Lamm in Kruste eine abwechslungsreiche Kulinarik.
Heinz Winklers Menü bot vom Thunfisch R&O mit einem Limetten Dressing, über Lachs und Lamm in Kruste eine abwechslungsreiche Kulinarik.

 

Als Starter kam mit "Red tuna fillet" nicht nur ein farbenfroher, sondern auch geschmacklich mit feiner fruchtiger Säure aus der Limette ein fantastischer Teller auf die Tische. Gefolgt von einem "Irish Salmon" (mit roter Butter und Fenchel) war der abschließende Hauptgang "Lamb fillet Wammco from The Gourmet Emporium" ebenfalls absolut deliziös. Der Anbieter "The Gourmet Emporiun" ist ein Unternehmen von der Insel, dass seit 2010 die hochwertigsten Produkte nach Mauritius bringt, um den hohen Ansprüchen der dortigen Gastronomie gerecht werden zu können. So wird zum Beispiel Rougie Foie Gras, Sturia Caviar, Pebeyre truffles, Monin Syrups oder auch Tsarskaya oysters von Parc St Kerber importiert. Und auch das Lamm des Winklerschen Hauptgangs konnte in Bezug auf die Fleischqualität absolut überzeugen.

Chefs at work

Natürlich kam es parallel und an anderen Tagen ebenfalls zu exzellenten Menüs durch die teilnehmenden Chefs. Im "6 hand" (3 mal 1-Sterne-Menü) von Purnell, Nozahic und Kinoshita im Restaurant des Prince Maurice gab es nicht nur einen Fischgang mit Kaviar von Madagaskar, sondern auch ein vorzügliches Wagyu mit aromatischen frischen Noten von Orangen und Pfeffer. Ebenfalls für einen Dinner-Abend kam Patrick Bertron, der nach dem Tod seines Chefs Bernard Loiseau das Drei-Sterne-Restaurant Côte d'Or in Saulieu im Burgund übernahm. Und natürlich trumpfte auch Sascha Kemmerer in einem "6 hand"-Dinner mit Mikael Svensson und Julien Poisot (alle 1*) auf, ebenso wie Orjan Johannessen (Bocus dÒr 2015) mit Kjartan Skjelde im "4hand"-Dinner.

Glynn Purnell aus Birmingham beim Anrichten. Er brachte zum 6-hand-Dinner den Hauptgang auf die Teller.
Glynn Purnell aus Birmingham beim Anrichten. Er brachte zum 6-hand-Dinner den Hauptgang auf die Teller.

 

Die Liste der Veranstaltungen ließe sich fast endlos weiterführen, so abwechslungsreich und interessant war das Programm des Festivals. Doch letztendlich wurde der Final-Abend mit Spannung von allen Teilnehmern erwartet. Und da kam es vor allem auf eine Entscheidung an: auf die "Culinary Competition". Im vergangenen Jahr gewann diesen Wettbewerb Michael Reis aus dem Johanns in Waldkirchen. Damit hätte Reis, der Erfahrungen bereits im Tristan und Steirereck sammelte, in diesem Jahr eigentlich in der Jury sitzen sollen. "Allerdings hatte er leider kurz vor der Veranstaltung einen Unfall, der ihn zur Absage zwang", berichtet uns General Manager des Constance Belle Mare Plage Gert Puchtler.

Jedoch konnte am letzten Abend der Veranstaltung abermals ein Deutscher triumphieren. Denn mit Sascha Kemmerer und seiner Teampartnerin Sasha Dinoo wurde abschließend das Gewinner-Team gekürt. Und zumindest eine Ahnung über den Ausgang hatte der 37-Jährige schon vor der Bekanntgabe: "Ich habe uns schon mit vielleicht noch einem anderen Team zusammen weit vorne gesehen. Jetzt hat es letztendlich für uns gereicht. Super", freut sich der sympathische Sternekoch. Und nun darf er schon erwartungsvoll in das nächste Jahr schauen und gespannt auf die 15. Jubiläumsausgabe des Festival Culinaire Bernard Loiseau warten, wenn es dann wieder heißt: Mauritius im Sterneregen...

 

Impressionen:

Fotos: Michael Schabacker, Constance Hotels & Resorts

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Zuletzt bearbeitet am 22/05/2019

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