Lofoten zwischen Ballstad und Henningsvaer: Ein Vorgeschmack auf die Grüne Woche in Berlin (Teil 4)

Vom Festland von Bodø aus bis zum Flughafen Leknes, das im mittleren Teil der Lofoten, dieses wunderbaren Archipels Nordnorwegens liegt, ist es eine halbe Stunde Flugzeit!

Manchmal ruckeln starke Windböen am Flugzeug, doch die norwegischen Piloten gelten als die besten der Welt. Die Bergkämme der einzelnen Inseln und das Meer, grüne Wiesen und Bergformationen der Kommune Vestvågøy (øy bedeutet Insel) ziehen den Blick auf sich: das Farmland der Wikinger. Sie waren Farmer und Fischer. Bis in die 1960er Jahre lebte man auf den Lofoten noch wie im 19. Jahrhundert, es war mühselig und meist nur mit dem Boot möglich von Ort zu Ort zu kommen. Fischfang war die einzige Einnahmequelle.

Von Januar bis April besuchten große Fischschwärme des Skrei (arktischen Kabeljaus) aus dem Norden (Barent See) die Gewässer rund um die Lofoten um zu laichen. Wo wird heute mehr Skrei gefischt und exportiert, auf den Lofoten oder den Vesterålen? Die Fischerzunft der Lofoten sagt, es hänge von den Winterstürmen ab. Wenn die Stürme die Fischschwärme nicht in den Westfjord bringen, landen viele Schwärme an der nördlich anschließenden Inselgruppe der Vesterålen. Das war 2018 der Fall. Doch, so behauptet die Lofoten Fischereivereinigung, sie sei nach wie vor die größere. Wie dem auch sei. Fasziniert von dieser besonderen Kultur und der atemberaubenden Natur setzen junge Norweger ihre Träume um und stürzen sich in neue Unternehmungen.

Runa Sundfjord, eine in Oslo ausgebildete Designerin, beschloss back to the roots zu gehen – zu den Wurzeln ihrer Kindheit zurückzukehren. Sie kaufte zusammen mit ihrem Mann Erik in Valber, am Kongsfjord, eine halbe Autostunde von Leknes entfernt, das Ferienhaus ihrer Kindheit. Ein altes Holzhaus, das 1870 von Trøndelag hierher versetzt worden war. Traditionell diente es als Fischerhaus, nebenan lag der Schafstall. Nach umfangreichen Umbauten war das zweistöckige Schmuckstück 2014 fertig. Im Flo Lofoten Gammelstua Seaview Lodge, alten Stube-Lodge mit Seeblick, können 6 Personen mit Catering Urlaub machen (180€ in der Nebensaison, 350€ in der Hauptsaison). Inklusiv ist, Tiere - Otter, Fuchs, Hermlin, Nerz, Elche, Kaninchen – zu beobachten.

Die fast unwirkliche Landschaft der Lofoten...
Die fast unwirkliche Landschaft der Lofoten...

 

Runa kocht ausgezeichnet, auch ihre Desserts, "Trollcreme" – aus Blau-, rote Johannis- Preiselbeere, Eischnee und Sahne – hübsch in hauchdünnen Brandteigschalen serviert, sind köstlich. Auch Glamping im superausgestattetem Rundzelt ist möglich, die Lagerfeuerstelle steht immer bereit. Runa Sundfjord ist Pferdenärrin und betreibt auch einen Pferdehof Lofothest. Auf wunderschönen Isländern wird die herrliche Gegend erkundet und es lockt die Option bei einer Tour auf dem Lofoten Farm Trail (www.lofotenfarmtrail.no) über den Berg zu zwei Farmen zu reiten: nach Aalan Gård, der Ziegenfarm oder Reinmo Gård, dem Bauernhof mit Übernachtung. Natürlich steht die herrliche Tour von Bauernhof zu Bauernhof auch Wanderern offen, z. B. als geführte Wanderung. Lokale Geschichte erleben: das Ehepaar Knut und Tove Åland betreiben den Aalan Gård (www.aalan.no) seit den 1980er Jahren, heute mit Kindern und Enkelkinder.

Neben der höchst erfolgreichen Käserei – 10 Tonnen Käse werden jährlich produziert - spielen Kräuter, Blumen und Beeren als Mischungen und Tees eine große Rolle mit Verkauf im Hofladen. Der Hit sind die Nordlandkräuter unter den Kräutermischungen: Bärlauch (den schon die Wickinger kannten), Brennnessel, Liebstöckelt, Estragon. 25% der Kräuter werden im Garten gezüchtet und vorher ab März-April im Glashaus, die restlichen Kräuter in den Bergen gesammelt. Im Sommercafé serviert Tove Käsekuchen und andere Leckereien. Von Aalan Gård aus führt die Straße vorbei am Himmelsberg, rechts davon liegt der Rikberg und am Horizont sieht man eine beeindruckende Bergkette mit den über 1000 m hohen Gipfeln.

Wir kommen nach Ballstad, einem echten Fischerdorf auf Vestvågøy. Ab Ende Januar, der Hauptsaison zum Fischen, ist es voller Boote, so dass man im gesamten großen Hafenbecken von Boot zu Boot springen kann. Wer authentisch "fischermäßig" übernachten möchte, quartiert sich in ehemaligen Fischerhütten im Hotel Solsiden Brygge (Übernachtung inkl. Frühstück im DZ ab 145 €, in der Sommersaison 200€) ein. Der Zugang ist über den Steg am Hafen, näher am Wasser geht es nicht. Nebenan lässt sich im Restaurant Himmel og Havn (Himmel und Hafen) köstlich speisen. Bis 1960 befand sich hier die ehemalige Fischerei. 2011 verwandelte der Besitzer das Holzhaus in ein lokales Café und Restaurant. Bis heute bleibt die Küche lokalem Essen treu: Klippfisch gewürzt mit einem gerösteten Weidenröschen, Chorizostückchen on top dazu Erbsen und Kartoffeln (aus eigenem Anbau), sehr lecker.

Skrei: trocknet drei Monate an der Luft.
Skrei: trocknet drei Monate an der Luft.

 

Ebenfalls Fischereigeschichte geschrieben hat das auf einer kleinen vorgelagerten Insel und nur über Brücken zu erreichende gelegene Henningsvær. Wegen seiner Brücken und der imposanten Hafeneinfahrt gilt es als das Venedig des Nordens. In der ehemaligen Kaviarfabrik an exponierter Stelle hat die Kunstexpertin und -sammlerin Venke Hoff eine Kunsthalle eröffnet, die ihre private Sammlung zeitgenössischer internationaler Kunst zeigt und spektakuläre Ausstellungen und Vernissagen namhafter internationaler Künstler, z.B. Nam Jun Paik und Künstlerinnen www.kaviarfactory.com.

Vom zweiten Stock aus öffnet sich ein wunderbarer Panoramablick auf Henningsvær, die verzweigten Wasserstraßen der Bucht und die Berglandschaft. Hier veranstaltet Venke Hoff auch Dinner, die Kunst und kulinarische Highlights verbindet. Große Anziehungskraft auf Gourmets hat das von Chefköchin Siv-Hilde Lillehaug und Geir Robertsen betriebene kleine Restaurant Lofotmat. Alles, was frisch aus dem Meer kommt, sei es die edle Königs- oder Kaiserkrabbe – die Aktivitäten des lokalen Fischers werden auf Facebook verfolgt um möglichst schnell nach erfolgreichem Fang bestellen zu können und als erstes Restaurant beliefert zu werden – Seewolf und im Sommer Seetang, wird spielerisch kombiniert. Gerste, Graupen, frittierter Grünkohl, rote Beete, getrocknete Pilze, diese traditionellen Produkte spielen eine große Rolle. Ihr Motto lautet: "Das Leben ist zu kurz um es mit schlechtem Essen zu verbringen". Und wer wollte da widersprechen?

Norwegen und Nord-Norwegen auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) Berlin, 18.1. – 27.1.2019:

Halle 8.2, Stand 114, www.gruenewoche.de/DieMesse/Aussteller/InternationaleAussteller/ ;
Tageskarte 15€, Happy Hour-Ticket (Mo. – Fr. ab 14.00 Uhr) 10€

Aussteller und Produkte aus Nord-Norwegen auf der IGW 2019, u.a.:

Bark Spiseri & Bar (das Restaurant bezieht seine lokalen Produkte aus der Gemeinde Kvaefjord, bekannt für seine Spitzenqualität), Besitzer Nils Arthur Gjeitanger und Håkon Johnsen, Rikard Kaarbøs gate 6, 9405 Harstad, Tel. +47 40 55 55 50, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.barkspiseriogbar.no  Restaurant BARK http://www.barkspiseriogbar.no/
Gastgeber:

Nordtun Gård (Farm, Käserei, Café/Restaurant, Festessen, Feiern), Besitzer: May und Stig Johannessen, Bø i Andøy, 8484 Risøyhamn, Tel. + 4792 64 49 06,
www.nordtungard.no , This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Dalheim Gård (Schafzucht, Fleisch und Fell, insbesondere norwegisches Wildschaf bzw. Wikingerschaf), Besitzer: Arvid Nordskott, 9475 Borkenes, Refsnes, Tel. +47
https://www.facebook.com/dalheimgaard/ 

Lofoten Farm Trail (Wanderweg von Bauernhof zu Bauernhof), geführte Wanderung, Reiten, Essen, Übernachtung, lokale Geschichte erleben), www.lofotenfarmtrail.no ; und Lofothest, Pferdehof (Isländer), Besitzer: Runa und Erik Sundsfjord, Valbergsveien 981, 8357 Valberg, Tel. +47 902 54 111 oder +47 454 73 355; www.lofothest.no/ 

Lofotenmat (Lofoten Essenskultur), Restaurant und Spezialitätenladen, Besitzer: Siv-Hilde Lillehaug und Geir Robertsen, 8312 Henningsvaer, Tel. +47 97 71 70 59, https://www.lofotmat.no

Information:
Vor der Reise:

Visit Norway, c/o Innovation Norway, Büro Hamburg: Caffamacherreihe 5, 20355 Hamburg, Tel.: +49 40 2 29 41 50, www.visitnorway.de , www.visitnorway.com/de 
Visit Norway, c/o Innovasjon Norge (Zentrale): Akersgata 13, 0158 Oslo, Norwegen, Tel. +47 22 00 25 00, www.innovationnorway.no , www.visitnorway.com , Visit Northern Norway, Northern Norway Tourist Board, Tel. +47 901 77 500, www.northernnorway.com 

Visit Harstad, Sjøgata 1 B/3, 9405 Harstad (Postanschrift: P.O. Box 654, NO-9486 Harstad), Tel. +47 77 01 89 89, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., https://www.visitharstad.com; https://en.visitharstad.com/

Visit Vesterålen, Kjøpmannsgata 2, 8400 Sortland, Tel. +47 76 11 14 80,
https://visitvesteralen.com/de 

Visit Andøy, Kong Hans Gate 8, 8480 Andenes, Tel +47 41 60 58 52,
www.visitandoy.info/en

Örtliche Tourismusbüros:

Büro Harstad P.O. Box 654, 9486 Harstadt; Tel. +47 77 01 89 89;
Büro Bodø: Tollbugata 13, P. O. Box 434, 8001 Bodø; https://visitbodo.com/home
Büro Lofoten P. O. Box 210, 6301 Svolvaer; Tel. + 47 99 04 11 64; www.lofoten.info 

Nord-Norwegen, Anreise per Flug:

Anreise:
Von Deutschland, der Schweiz und Österreich bestehen mehrmals täglich Nonstop- und Onestop-Flugverbindungen nach Oslo oder Kristiansand, z.B. mit SAS ( www.flysas.com/de/de/ ) oder Norwegian ( www.norwegian.no/de/ ).
Ab Berlin fliegen SAS (Star Alliance-Mitglied, Codeshare-Partner der Lufthansa), Norwegian mehrmals täglich und Easyjet (www.easyjet.com) täglich direkt nach Oslo.
Ab München fliegt auch die Lufthansa (www.lufthansa.de) täglich direkt sowie Mo., Mi. und Fr. auch Norwegian direkt nach Oslo.
Ab Hamburg geht es auch mit Lufthansa, SAS und Norwegian direkt nach Oslo.
Ab Frankfurt fliegt Lufthansa mehrmals täglich direkt nach Oslo.
Ab Düsseldorf fliegen SAS bzw. Lufthansa via Kopenhagen nach Oslo.

Flugpreise variieren je nach Airline zwischen 200€ bis 600€ hin und zurück.

In Norwegen:
Widerøe (www.wideroe.no), SAS und Norwegian fliegen ab Oslo mehrmals täglich nach Narvik/Harstad, Tromsø oder Bodø, teilweise auch mit Zwischenstopps (z. B. via Trondheim).
Die Flugpreise variieren je nach Airline (200 – 600 € für Hin- und Rückflug). In Tromsø und in Bodø ist der Flughafentransfer problemlos mit dem Flughafenbus (Flybussen) zu realisieren.

Stopover Oslo:
Der Flughafen Oslo-Gardamoen (https://avinor.no/flyplass/oslo/) liegt 48 km bzw. 60 Busminuten nordöstlich vom Zentrum Oslos.
Flughafentransfer Oslo: Der Flughafen-Bus (Flybussen) hält an vielen zentral gelegenen Hotels der Stadt (5 Routen, 120 Haltestellen). Alternativen: Flughafenzug (Flytoget), Express in 19 Min.; Regionalzug der NSB ca. 50 Min; www.visitoslo.com/de/transport/transport-flughafen/oslo-gardermoen 

Transport vor Ort:
Fliegen:
Sehr attraktiv ist das Flugangebot von Widerøe (www.wideroe.no). Schnäppchenjäger können das Flugnetz von Wideroe z. B. schon ab Kopenhagen mit Spezialtickets nutzen. Hochattraktiv ist im Sommer z. B. das Explore Norway Ticket (https://www.wideroe.no/en/tickets/explore-norway-ticket), das das Airport Hopping in Norwegen über zwei Wochen erlaubt. In Zonen eingeteilt, ist es für 345 (Zone 1) bzw. 420 (Zone 2) oder 493 € für ganz Norwegen zu haben. Die Zusatzwoche kostet 220 €, Kinder erhalten 25 % Rabatt! Ideal ist z. B. die Weiterreise von Bodø nach Stokmarknes auf den Vesterålen mit Widerøe!

Fotos: Michael Schabacker

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Zuletzt bearbeitet am 22/05/2019

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