Ohne Inneres - ohne Ende: Anantara

Eine Wandelgeschichte zwischen Hinduismus, Wein und Burger King; europäischem Charme und Luxus an der Algarve: das Anantara ist das Flagship der Minor Hotels Gruppe – keine Frage...

Die heilige Sprache Indiens, Sanskrit, musste bei der Namensfindung der 2001 geborenen Anantara Hotels, Resorts & Spas die Bedeutung liefern. Irgendwo zwischen "Nichts im Inneren haben" und "Wasser ohne Ende" – also eine mehr als weitgefasste Begrifflichkeit – soll Anantara sein beziehungsweise bedeuten. Sich dem Namen zu nähern, sich des Konzepts anzuschließen und bei einem Besuch als Gast in sich aufzunehmen, dürfte nicht zwingend ganz einfach sein. Warum? Nun, die meisten Anantara Hotels befinden sich nicht gerade in greifbarer Nähe. Aber nur die meisten. Denn an Portugals Algarve, etwa 20 Autominuten von Faro entfernt, befindet sich mit dem Vilamoura Resort Anantaras einziges Hotel in Europa.

Das Anantara bei Nacht.
Das Anantara bei Nacht.

 

CEO Heinecker brachte fast-food nach Thailand

Zugehörig zu den Minor Hotels, sind die Anantaras durchaus als Luxus-Linie des Unternehmens anzusehen. Der Minor Hotel Gruppe steht der in Amerika geborene Thai-Businessman William Ellwood Heinecke als CEO vor. In seiner Vita finden sich neben der Schaffung der Minor Holdings (1967) und dem Aufbau einer "radio advertising company" so illustre Meilensteine wie die Markteinführung von amerikanischem fast-food in Thailand – wie zum Beispiel "Mister Donut" und "Burger King". Dass diese nicht Leitschnur über die nächsten Jahrzehnte in seinem Lebenslauf bleiben sollten, davon zeugen nicht zuletzt die weltweit verteilten Anantara Hotels. Denn in diesen Häusern stehen Luxus und Kulinarik stets an erster Stelle, sind Ausrichtung und Fokus des Hotelalltags in diesen Hotels der Gruppe.

Und damit die Werte der Hotels entsprechend zum Gast transportiert werden, kümmern sich die in jedem Hotel verfügbaren "Gurus" (Spezialisten) um die Gäste. Im Anantara Portugal steht zum Beispiel, um das Thema Wein an den Besucher zu tragen, nicht einfach nur ein Sommelier bereit, sondern ein sogenannter Wein Guru. Diesen Job inne hat hier der 28-jährige Bruno Cunha.

Wein-Guru Bruno Cunha.
Wein-Guru Bruno Cunha.

 

Seit gut sechs Monaten hält er im EMO Restaurant des Hauses das Zepter des Weinverstands fest in der Hand. Für interessierte Weinfreunde steht er gerne immer mit einer passenden Antwort parat, gerade wenn es um die Weine Portugals, aus einer der 14 Weinregionen geht.

Herdade da Malhadinha: aus einer Ruine entstanden

Eines dieser Weingebiete, dass sich im Süden Portugals in der Nähe des Anantara befindet, ist das Alentejo Gebiet. Eine gute Autostunde vom Resort entfernt, erreicht man mit den ersten Ausläufern des Weingebiets das Country House & Spa Herdade da Malhadinha. Die Eigentümer, die Brüder João (49) und Paulo Soares (48), bewirtschaften auf einer Gesamtfläche von 455 Hektar eine gut 75 Hektar große Rebfläche. Genug, um jährlich gut 350.000 Flaschen zu produzieren. Dabei entfallen etwa 60 Prozent auf Rotwein, 30 Prozent auf Weißwein und die restlichen 10 Prozent auf Roseweine. Allerdings sind die Weine der Soares Brüder nicht zwingend ganz einfach – oder zumindest nicht in größeren Mengen – zu beziehen. Etwa 80 Prozent der Weine verbleiben im eigenen Land, werden nicht nur an Hotels in der Region geliefert, sondern sind zum Verkauf in einem der 20 eigenen Shops zu erwerben.

João Soares: Eigentümer der Herdade da Malhadinha.
João Soares: Eigentümer der Herdade da Malhadinha.

 

1989 erstanden die Soares-Brüder das Gelände, damals lediglich mit einer Ruine darauf. Das hat sich in den letzten Jahren mehr als gewandelt. Ein kleines Boutique Hotel steht mittlerweile auf dem Areal, ein kleiner Spa, Swimming-Pool und verschiedene gerade im Bau befindliche neue Wohneinheiten sind entstanden. Sie thronen ein wenig über dem gesamten Gebiet. Um zum Haupthaus zu kommen quert man Weiden mit freilaufenden Rindern, Schafen und schwarzen Alentejano Schweinen. Und das eine oder andere Schwein kommt direkt aus dieser großzügigen Freilandhaltung mit Eicheln als Futter direkt in das Weingut eigene Restaurant.

Dafür zeichnet sich Kreativberater und Sternekoch Joachim Körper zuständig. Das Restaurant ist ein Aussichtspunkt für die Umgebung, nüchtern und mit schlichter Eleganz. Und wer hier die Möglichkeit hat, sich die Schweinefilets auf die Teller bringen zu lassen, sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen. Selten kommt man in einen solchen Hochgenuss, der bestimmt ist durch das erdig-nussige Aroma der Fütterung. Dazu kredenzt werden natürlich die hauseigenen Weine.

Filet vom schwarzen Alentejano Schwein.
Filet vom schwarzen Alentejano Schwein.

 

Organic und Weinlager für die nächsten 100 Jahre

"Unsere gesamte Produktion ist `organic`, das ist uns wichtig", sagt uns João Soares im Gespräch. "Aber um dorthin zu kommen, wo wir heute sind, war es ein langer Weg. 1983 fing alles mit einem kleinen Wein Shop meiner Eltern an. Nach dem Kauf dieses Grundstücks, pflanzten wir 2001 unsere ersten Reben. Jetzt haben wir etwa 3500 Pflanzen auf einem Hektar. Und gerade dieses Jahr haben wir 70.000 neue Pflanzen gesetzt", erklärt er weiter.

Doch hier ist es nicht nur die Anbauweise, der Freilauf der Rinder und Schweine auf dem gesamten Gelände oder aber auch die ruhig-romantische Stille, die diesen Ort so besonders macht. Es ist der Odem alter Weintradition, wenn nach der Lese die Männer in die großen Behälter steigen und die ersten Tritte in einer Reihe auf die Trauben ausüben. Heute wie früher. "Aber das ist nur der Anfang der Produktion. Später kommen natürlich Roboter zum Einsatz, um die Arbeit zu beenden", erzählt er uns lächelnd weiter. Und damit keine Flasche der Produktion für die nächsten 100 Jahre vergessen wird, lagern die Brüder genügend "Reserven" - je 600 - in einem speziellen Raum, der nur für die Familie gedacht ist, ein. Jährlich werden dann lediglich sechs Flaschen eines jeden Jahrgangs geöffnet. "So können auch unsere zukünftigen Generationen sehen und schmecken, was wir hier geleistet und produziert haben", so João Soares weiter.

Traditionelle Weinproduktion: Fußarbeit...
Traditionelle Weinproduktion: Fußarbeit...

 

Und geleistet haben das Bruderpaar und ihre Ehefrauen eine Menge. Neben der Landwirtschaft stehen das Hotel und die Weinproduktion im Fokus. Dabei wollen sie beste Qualität produzieren, keine Mainstreamprodukte für wenige Euros auf den Markt bringen. Zumindest das haben sie bereits geschafft. Denn selbst die jungen Weißweine sind kaum unter zwölf Euro zu bekommen, andere Weine kosten dann auch schon mal gerne 40 oder 60 Euro. Und das dies nicht zwingend ein Ausschlusskriterium sein muss, zeigen nicht nur die Verkäufe an diverse Hotels und die Gastronomie, sondern auch die Akzeptanz der Weine in Online Shops und eben auch den eigenen Shops in Portugal, in denen sie jährlich bis zu 70.000 Weine verkaufen.

Kulinarik-Tipp: Peppers`s Steakhouse

Nicht zuletzt sind diese – aber auch viele andere Weine – wie beschrieben nicht nur im EMO Restaurant des Anantara zu finden, ein weiterer Tipp ist das ebenfalls zur Minor Hotel Gruppe zugehörige Tivoli Marina Vilamoura Algarve Resort. Warum? Ganz einfach: Im hoteleigenen Restaurant `Peppers`s Steakhouse` wird neben tollen Fischgerichten vor allem eines perfekt zugerichtet – Fleisch in diversen Variationen in fantastischer Qualität. Und zum Abschluss eines Dinners bietet sich ein Gang durch die Marina wunderbar an...

Variation im Peppers`s Steakhouse.
Variation im Peppers`s Steakhouse.

 

Weitere Informationen unter:
Vilamoura Resort Anantara: https://vilamoura.anantara.de.com/
EMO Restaurant im Anantara: https://vilamoura.anantara.de.com/emo-restaurant
Tivoli Marina Vilamoura Algarve Resort: https://www.tivolihotels.com/de/tivoli-marina-vilamoura
Peppers`s Steakhouse: https://www.tivolihotels.com/de/tivoli-marina-vilamoura/restaurants/peppers-steakhouse

 

Impressionen:

Fotos: Vilamoura Resort Anantara, Michael Schabacker

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Zuletzt bearbeitet am 01/11/2018

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