Costa Brava: ein Königreich der Kulinarik (Teil 1)

In langen Serpentinen windet sich der Weg nach oben. Hinter jeder Kurve öffnen sich neue Ausblicke, die ihre Krönung mit dem Anblick des Klosters Sant Pere de Rodes erreicht…

Wie ein majestätisches Anwesen aus einer Märchenwelt erhebt sich das Benediktinerkloster aus dem 10. Jahrhundert hoch über dem Naturpark vom Cap de Creus. Die zum nationalen Kulturgut erklärte Klosteranlage gehört zu den großartigsten romanischen Beispielen an der Costa Brava. Über einen langen Zeitraum reichte der Einfluss der Mönche von Barcelona bis weit in das Roussillon. Ihren ungewöhnlichen Reichtum verdankten die Mönche dem Weinanbau. Noch heute zeugen die Reste der Trockenmauern auf den umliegenden Terrassenanlagen von der Blütezeit des Weinanbaus und der ehemaligen Größe des Gebiets. Riesige Kellergewölbe im Kloster dienten der Lagerung der Weine, die zur Weiterverarbeitung mit Schiffen in die Nachbarländer transportiert worden.

Benediktinerkloster aus dem 10. Jahrhundert.

"Ab dem 14. Jahrhundert erlebte das Kloster eine Zeit der Dekadenz. Anstatt die Zeit dem Gebet und der Arbeit zu widmen, gaben sich die Mönche zunehmend weltlichen Freuden hin. Das Kloster verlor an Ansehen und somit an finanzieller Unterstützung. Der Niedergang begann. Im 17. und 18. Jahrhundert kam es während der Kriege in dem Gebiet immer wieder zu Plünderungen. Viele Kunstschätze verschwanden für immer. Manche tauchten erst Jahre später in Sammlungen wieder auf. Im Jahr 1798 verließen die letzten Benediktiner das Kloster. Die dicken Mauern verfielen zunehmend. 1935 wurde mit den Restaurierungsarbeiten des ehemaligen Pilgerklosters begonnen. Bis heute hüten die alten Mauern immer noch viele ungelöste historische Rätsel und Geheimnisse", berichtet Carla Torruella bei einer besonderen Führung mit Weinprobe. Nirgendwo sonst könnte besser nachempfunden werden, dass die Arbeit der heutigen Winzer, denen die ausgezeichneten Weine der Empordà zu verdanken sind, an die Weinbau-Kultur der Benediktiner anknüpft. Mit einem fantastischen Panoramablick über das Mittelmeer und die Steilküste von El Port de la Selva stellt Gastronom Xavier Bassaganya drei seiner Lieblingsweine direkt vom Fuße des Berges vor. Neben dem fruchtigen Espiadimonis der Bodegas Trobat wird ein frischer Espelt Lledoner Rosat 2016 vom Weingut Espelt Viticultors sowie einen Oriol Negre 2016 serviert. Es ist ein ehrlicher Wein, der mit einem reichen und komplexen Geschmack von reifen roten Früchten überzeugt.

Handvoll Wein...
Benediktinerkloster aus dem 10. Jahrhundert.

 

Während der Kostprobe an der Costa Brava, kann sich die Fantasie frei entfalten, es bleibt Zeit für die Sehnsucht, zum Träumen und Nachdenken über ein Land, das einen riesigen kulturellen Schatz, landschaftliche Schönheiten und viele Adressen für kulinarische Genüsse bietet.

Stern mittelalterlicher Architektur mit tief verwurzelter Weintradition

Ein majestätischer Baum steht fest verwurzelt am Einganstor des Peralda Resorts. Tiefe Furchen graben sich in den Stamm mit der knorrigen Rinde. "Dieser Baum ist schon mehr als 1500 Jahre alt. Oliven sind die Seele des Mittelmeerraumes und seiner Menschen", steht auf einem kleinen, unscheinbaren Bild. Passender als durch diesen Giganten hätte die Begrüßung auf dem Anwesen kaum sein können. Schließlich stellt es ein Paradebeispiel für landschaftliche Schönheit, kulturelle Schätze und authentische, katalanische Küche auf höchstem Niveau dar. Das Resort, zu dem auch das 5-Sterne-Hotel Peralada Wine Spa & Golf, ein Golfplatz mit 18 Löchern und einem P&P mit 9 Löchern, sowie das Weingut Vins i Caves Perelada gehört, befindet sich in einer der schönsten Gegenden des Alt Empordà im Norden Kataloniens. Die Küchenchefs des Restaurants l’Olivera, mit herrlicher Aussicht auf den Golfplatz, punktet durch eine schmackhafte, moderne Interpretation der traditionellen katalanischen Küche.

Das dazugehörige Castell mit seinen mächtigen Türmen beherbergt in seinem rund 77000 Quadratmeter großen Park unter anderem das weltweit einzige Casino in einer mittelalterlichen Burg, die Karmeliterkirche, den gotischen Kreuzgang, eine Bibliothek, das Wein-, Keramik- und Glasmuseum sowie das Sternerestaurant unter der Leitung von Küchenchef Xavier Sagristà und Sommelier Toni Gerez. Nach vielen erfolgreichen Jahren im El Bulli und Mas Pau hat das Duo für das Restaurant im Castell ein Konzept erstellt, das die kulinarische Tradition Kataloniens kreativ und mit avantgardistischen Elementen neu interpretiert.

Teller im Castell...
Geschmackvoll...

 

Das facettenreiche Ensemble mit den Grüßen aus der Küche besteht aus Kabeljauwolke mit Ratatouille, Blauschimmelkäse Biskuit mit Birne und Walnuss, Tintenfisch mit Puffreis und Erbsen, geröstetem Thunfisch, Pastete mit Foie gras, Suppe als Hommage an Paul Bocuse sowie frittierter Makrele in Relish. Zu einem 2017 Viñas del Vero, Gewürztraminer DO 2017 wird der erste Gang gereicht. Der Wein mit seinen intensiven Fruchtaromen, Fülle und Eleganz ergänzen geschmeidig den ersten Gang, sphärifizierter grüner Spargel mit Mayonnaise. Ein weiteres erfreuliches Bild auf dem Teller bedeutet der dekorative Halbkreis mit einem Salat aus Ackerbohnen, Erbsen, Minze und Baby Calamari. Dazu ein 2016 Nomes von Perelada: Sehr schön als Weinbegleitung gewählt. In der Nase sind Noten von süßen Früchten und florale Aromen zu vernehmen, Am Gaumen ist der Wein des Haues rund, ausbalanciert und voller Geschmack. Liebevoll, eingesetzte Finessen bereichern überhaupt das Menü. Es folgt delikat angerichteter Seeteufel, Algen und Cremesuppe. Eleganz und Komplexität kennzeichnen den 2016 Hermanos Lurton Valentín Rosé. Ebenfalls sehr gut gewählt. Zur fein würzigen Ente mit getrockneten Zitrusscheiben und Kürbis gefällt der ausdrucksstarke 2014 Perelada Finca Espolla.

Ein weiteres Vergnügen bietet sich den Gästen mit dem Käsewagen, der eine verlockende Auswahl von mehr als 70 verschiedene Sorten enthält.

Bei den Desserts beweist Sommelier Toni Gerez wieder sein Geschick für den richtigen Tropfen. Zur Rhabarber- und Erdbeersuppe mit Finca Malaveina Wein an Joghurt- und Roseneiscreme sowie Dessert Nummer II "Aorund the world" - fünf Kontinente, fünf Gewürze und drei Schokoladen sind es ein De Muller »Vino de Misa« Dulce Superior, der ursprünglich als Messwein produziert wurde und ein wunderbarer, vollmundiger, zwölf Jahre alter Garnatxa Castillo de Perelada ist.
Aufbauend auf der Weinbautradition, mit der im 14. Jahrhundert die Karmelitermönche begannen, wird heute in Peralada herausragender Wein angebaut. Die Vielfältigkeit seiner Böden und das ausgezeichnete Klima des Empordà wird optimal genutzt. Kennzeichnend sind Reb- und Weinbauerfahrungen an unverwechselbaren Orten, angefangen bei den Weinbergen von Malaveina, einem der fünf Güter von Peralada im Empordà, bis hin zu dem spektakulären Saal mit 5.000 Fässern oder dem historischen Weinkeller, in dem seit dem Mittelalter Wein hergestellt wird.

Teller im Castell...
Teller im Castell...

 

Castillo Perelada ist ein Glanzlicht mittelalterlicher Architektur mit einer tief verwurzelten Weintradition. In den alten Gemäuern des ehemaligen Karmeliterklosters reifen Weine von großer Persönlichkeit heran. Sie positionieren die Weinbauregion Empordà an der Costa Brava auf der spanischen und internationalen Weinkarte neu. Die Weine von Perelada besitzen Identität, verkörpern Geschichte und Landschaften. Die Weine sind nicht nur geprägt von der Landschaft und versprühen die Aromen ihrer Herkunft mit Thymian, Rosmarin, Eukalyptus, Pinien und anderen. Insbesondere die Fincaweine sind komplexe Weine, die das Terroir widerspiegeln. Eindeutiges Aushängeschild des Weinguts stellt der Perelada "Finca Garbet" dar. Die Syrah-, Cabernet und Sauvignon-Trauben für diesen erstklassigen Wein stammen aus kleinsten Erträgen, werden handselektioniert und nach der langsamen, temperaturkontrollierten Fermentierung 15 Monate in Barriques aus feinster französischer Tronçais-Eiche ausgebaut.

"Und so entsteht wahrlich ein Wein, aus dem die Träume echter Weinkenner bestehen: Eine eindrucksvolle Meisterleistung mit intensiven, vielfältigen Aromen. Am Gaumen ist die Komplexität ebenfalls zu vernehmen", bestätigt Weinexpertin Leonora Saavedra Castillo. Ein großer spanischer Wein in einem großartigen Land!

Fotos: Carola Faber

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Zuletzt bearbeitet am 15/10/2018

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Autor

Carola Faber

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