Zürich: weltweit erstes Ornellaia-Restaurant!

Exklusiv ist noch untertrieben: In unmittelbarer Nähe zur mondänen Zürcher Bahnhofstraße öffnete am 9.4.2018 das weltweit erste Ornellaia-Restaurant! 

Es ist ein Gemeinschaftswerk des toskanischen Super-Spitzenweingutes mit der Zürcher Gastronomen-Familie Bindella. Die importiert den Ornellaia aus dem toskanischen Weinmekka Bolgheri schon seit 1981. Und Rudolf "Rudi" Bindella, Grandseigneur des Familienunternehmens, ist dieser Coup zu danken. Der begann offenbar legendär: Bindella setzte sich 2016 per Email mit dem CEO von Ornellaia, Giovanni Geddes da Filicaja, in Kontakt, schlug das Projekt vor – und soll eine recht kurze, aber präzise Antwort erhalten haben: Ja!

Eröffnet wurde das weltweit Aufmerksamkeit erregende Ristorante im Gebäude der Volksbank an der St. Annagasse in unmitelbarer Nachbarschaft von Zürichs Bahnhofsstraße. Die Location ist also stimmig, denn hier erreicht die Bindella-Familie mühelos das angestrebte Klientel. Doch ein Ristorante mit dem Weltruf des Ornellaia zu eröffnen, verlangt mehr. Top-Design und natürlich Top-Küche. 

Also wurde für das Interior Design die renommierte Zürcher Architektin Tilla Theus gewonnen. Kein leichtes Unterfangen, denn der Hauptsitz der Volksbank war und ist denkmalgeschützt. Nun glänzt der lange Raum mit hoher Fensterfront in schnörkellos sachlichem, ultramodernem Design, Holzboden, Decke und moderne Kunst bringen Toskana-Flair ins Spiel. Für die Küche entdeckte Rudolf "Rudi" Bindella jr., der die gesamten Geschäfte von Vater Bindella am 23.4.18 übernahm, den jungen Giuseppe D`Errico, Souschef eines Drei-Sterne-Restaurants. Nun komponiert er mit seinem großen Team – gut sichtbar für die Gäste hinter einer Glaswand – höchst moderne toskanische und italienische Spitzenküche vom Feinsten. Und natürlich darf auch nicht am stets aufmerksamen Top-Service fehlen. Dafür sorgt Geschäftsführer Joao Jordao.

Gnudi im Ornellaia-Restaurant.
Gnudi im Ornellaia-Restaurant.

 

Vorweg: Den Besuch des Ristorante Ornellaia sollte man mit gut gefülltem Portemonnaie bzw. Kreditkarte angehen. Denn Speis wie Trank verlangen und haben ihren Preis. Und wer etwa die toskanische "Cucina povera" zum edlen Ornellaia erwartet, kann sich zwar relativ traditionell entlang der nach Vorspeisen (per iniziare; zum Start), erstem Gang (I Primi d`Italia), Fleisch und Fischgerichten (Continuando.. complicitá tra gusto e consistenze; Komplizenschaft zwischen Geschmack und Konsistenz), Beilagen (Contorni) sowie Desserts (Tentazioni Dolci, süße Versuchungen) gegliederten Speisekarte orientieren, und es gibt auch Kindergerichte sowie vegetarische und vegane Spezialitäten. Doch rasch wird man auch in andere Sphären verwiesen. Denn rein preislich könnte schon manche Vorspeise den Geldbeutel arg strapazieren. So werden für "Tartara di vitello e i suoi condimenti", Kalbs-Tatar toskanische Art, stolze 44 Stutz (Schweizer Franken) aufgerufen. Und für den Carciofo fritto, prezzemolo e limone, frittierte Artischocke mit Petersilie und Zitrone, werden 34 Sfr fällig. 

Aber das Menü und die ultramodernen Gerichte stehen auch unter einem besonders guten Stern. Der Küchenchef hat es "La stagione di Botticelli" genannt – und die Jahreszeit Botticellis ist natürlich der Frühling. So locken unter den Primi die Gnudi, Ricottaklösschen mit Salbei und Rohschinken (34 bzw. 42 Sfr) oder Fettucine mit geschnittener Entenkeule, Jus und Zitrone (39 bzw. 49 Sfr). Zum Hauptgang dürfen es durchaus Seeteufel mit mediterranen Aromen (Rana pescatrice ai profumi mediterranei; 59 Sfr) oder Lammrückenfilet mit Knoblauch, Pfefferminze und Rosmarin (Agnello all’aglio, menta e rosmarino; 78 Sfr) sein. 

Ornellaia 2015 12 Liter.
Ornellaia 2015 12 Liter.

 

Richtig toskanisch – und kostspielig – wird es mit dem Scampo im Lardo-(Speck-)Mantel (74 Sfr) oder «Cinta Senese»-Schweinsentrecôte vom Sieneser Gürtelschwein mit Fenchel (Costata di cinta senese infinocchiata; ab 2 Pers., p. P. 73 Sfr). Als Beilagen werden Kartoffelgratin, die Hommage an Zürich, zu den Fleischgerichten und Fenchel-Mandel-Püree zu Fisch angeboten. Modest geht es hingegen bei den Desserts zu. Auch hier dominiert Toskanisches, etwa beim Alchermes-Flan mit Kakao-Crumble, Tahiti-Vanillecreme und Fior di latte- Glace 822 Sfr) oder beim Mandelbisquit aus Prato mit Marsala-Zabaione und Marsalaglace (22 Sfr). Gut beraten ist, wer sich gleich für das Menü entscheidet, das unter dem Namen "Il Carisma" firmiert und so eine perfekte Werbung für den gleichnamigen neuen Ornellaia-Jahrgang 2015 ist, dem Jahrhundertwein-Qualität zugesprochen wird.

Für das Sechs-Gänge-Menü werden 140 Sfr, für Fünf Gänge 120 Sfr fällig. Noch günstiger fällt das Mittagsmenü aus. Für den Streifzug durch die italienische Küche ("In Giro per l`Italia") zählt man 65 SFR (2 Gänge), 75 (3 Gänge) oder 85 Sfr (4 Gänge).

Und auch die kleine, aber äußerst feien Weinkarte hat es in sich. Denn sie führt neben diversen Spumante und Prosecco, die teils auch offenen zu haben sind (0,1 l-Glas 10 bis 18 Sfr) ausschließlich Weine von Ornellaia und von Bindellas toskanischem Weingut Tenuta Vallocaia in Montepulciano. Das bietet den Gemella, einen Sauvignon Blanc Toscana IGT 2017, oder den Gemella Rosato aus Sangiovese und Syrah für je 52 Sfr die Flasche bzw. 7,50 Sfr pro Glas (0,1 l) an. Erfreulich, das auch einige Ornellaia offen zu haben sind. So wird der weiße Le Volte dell`Ornellaia, ein Vermentino Toscano Bianco IGT 2017, für 8,50 Sfr ins 0,1 l-Glas eingeschenkt (Flasche: 52 Sfr), der Poggio alla Gazze dell`Ornellaia (Sauvignon Blanc, Viognier, Vermentino, Verdicchio) gelangt für 14,50 Sfr hinein ins Glas (Flasche: 102 Sfr). 

Le Serre Nuove dell'Ornellaia 2015.
Le Serre Nuove dell'Ornellaia 2015.

 

Und auch bei den Roten von Ornellaia wird man fündig. Beim Le Volte dell`Ornellaia (Merlot Sangiovese, Cabernet Sauvignon), einem Toscana IGT 2016, ist man für 8,50 Sfr dabei (Flasche: 59 Sfr), beim schon wunderbar grandiosen Le Serre Nuove dell`Ornellaia, einem Bolgheri DOC 2015 aus Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet franc und Petit Verdot, und der Tipp, sind 14,50 Sfr aufgerufen (Flasche:102 Sfr). Aber fröhliche Bankerrunden können vom Serre Nuove natürlich auch Jahrgänge bis zurück ins Jahr 2011 genießen, in der Magnum- oder Imperial-Flasche, wo 6 Liter gegen satte 850 Sfr getauscht werden. Der klassische Supertoskaner, der Ornellaia aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot, ist dann für die Jahrgänge 2014 (der sogar offen, Flasche 230 Sfr), 2012 (275 Sfr), 2009 und 2008 (je 375 Sfr) abrufbar. Einzigartig sind dann Ornellaias lang gelagerte Tropfen, die hier als Archivio Storico, historisches Archiv firmieren und bis ins Jahr 1994 (Flasche 495 Sfr) zurückdatieren. Man kann also gut und gerne eine Vertikale starten und z. B. mit dem 1999er enden, der für 595 Sfr im Angebot ist. Mühelos ruinieren kann man sich mit einer Flasche Ornellaia Imperial 86 Liter) des Jahrgangs 2005: Hier werden 3500 Sfr fällig, die manches Kreditkartenlimit sprengen dürften.

Aber man kann eben auch – zu zweit und bei geschickter Wahl – mit deutlich weniger für Speis und Trank ans Ziel auch der meisten Ornellaia-Wünsche gelangen.

Information:
Ristorante Ornellaia, St. Annagasse 2, 8001 Zürich, Tel. +41 44 212 00 22, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.ristorante-ornellaia.ch/de , www.bindella.ch/de/ornellaia-ristorante.html
Öffnungszeiten: Mo – Sa 11.30 – 243.30 Uhr, Küche 11.30 – 14.00, 18.30 – 22.00 Uhr

Fotos: Ornellaia

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Zuletzt bearbeitet am 04/05/2018

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