Brillanter Barolo Cannubi aus dem Hause Damilano: "König der Weine"

Der neue, sehr gute Barolo Cannubi 2013 von Damilano überzeugt in vollen Zügen. Doch die »wahre Essenz« der Weinbauphilosophie dieses Familientraditionsguts ist der Cannubi Riserva »1752«!

Schlachten Sie noch rasch ihr Sparschwein, plündern Sie ihr Aktiendepot! Es lohnt! Denn ob nun die 2008er, die 2009er oder der neu auf dem Markt befindliche Barolo Cannubi Riserva "1752" 2010: Hier warten Jahrhundertweine, die auch allergrößte Barolo-Skeptiker ins Schwärmen bringen. Denn die Damilano-Weine stehen für Sorgfalt, Geschick und Nachhaltigkeit ebenso wie für unendliche Passion und – grandiose Poesie.

Hatten Sie auch schon "Probleme" mit dem Barolo? Womöglich wegen zu vieler Tannine? Dann hatte er womöglich noch nicht lang genug "Luft geschnuppert" – oder hätte gut und gern noch ein weiteres Jährchen lagern dürfen. Nicht so bei der Weinverkostung, zu der Guido Damilano und Exportmanager Marco Montali ins Spitzen-Ristorante Bocca di Bacco an der Berliner Friedrichstraße luden. Vorweg: Die Küche des Hauses entpuppte sich als kongenial und ist dank des hauseigenen "Weintresors" auch und gerade für bacchantische Freuden nur zu empfehlen.

Erst einmal präsentierte Guido Damilano eine neue Überraschung aus dem 1890 von Urgroßvater Giuseppe Borgogno in La Morra, im Herzen des Barolo-Gebiets gegründeten Weinbaubetriebs: Zum Carpaccio vom geräucherten Thunfisch wurde ein Chardonnay gereicht! Exakt ein Langhe DOC Chardonnay "GD" 2015, eine neue Damilano-Weinkreation erlesenster Klasse: Sechs Monate im Fass, sechs Monate im Stahl: großartig fruchtig, angenehm herb – und auf nur 2400 Flaschen limitiert! Das hat natürlich seinen Preis. 45 Euro – ab Weingut – kostet die gehobene Versuchung von den Damilano-Weinhängen in Monforte! Ein stolzer Preis, den vermutlich vor allem der US-Markt bezahlt, wohin Damilano über 50 Prozent der breitgefächerten Produktion von jährlich ca. 322.000 Flaschen exportiert.

Guido, Mario und Paolo Damilano.
Guido, Mario und Paolo Damilano.

 

Das "GD" steht übrigens nicht für Guido Damilano, sondern ist Hommage an den eigentlichen Gründer des Weingutes, Giacomo Damilano, von dem Guido und seien Cousins, die Brüder Paolo und Mario Damilano, 1997 nicht nur das Gut, sondern auch Akkuratesse und Leidenschaft, Familientradition und Enthusiasmus übernahmen. Denn natürlich produziert das Haus auf den 53 ha Weinbergen auch weitere Klassiker. Etwa in Alba den Nebbiolo DOC (100 %), in Barolo-Serralunga den Barbera d`Alba DOC LaBlu (14,5 % Alkohol), in Asti den Barbera Asti DOCG, einen reinen weißen Langhe DOC Arneis (100%; 13,5 % Alk.) vom Kalklehm- und Sandboden in Vezza d`Alba, einen Rosato, einen Moscato oder den geradezu unschlagbaren Grappa di Nebbiolo mit satten 43 %.

Millionenschatz Vigneto Cannubi

Aber die Damilano-Kennmarke ist natürlich der Barolo Cannubi, in diesem Fall der neue Barolo DOCG Cannubi 2013, zu dem ein Risotto mit Funghi Porcini (Steinpilzen) gereicht wird! Wer einmal im uralten La Morra (2700 Einw.) war, wird niemals den Blick von der Dorfterrasse über das sich schier endlos öffnende Amphitheater der berühmten Weinberge vergessen, auf denen sich wie mit dem Lineal gezogen die Weinstöcke reihen. Und natürlich verwöhnt und fördert hier das einzigartige Mikroklima das Werden herausragender Barolo-Weine, allen voran der historische Berghang Cannubi.

Hier an diesem Hang in Kultlage und 300 m Höhe, natürlich seit 2014 auch Teil des UNESCO-Welterbes Barolo, schlägt das Herz des Weingutes: auf gerade zwei Hektarn Weinberg in eigenem Besitz und weiteren acht bis 2027 gepachteten Hektarn. Hier – und nur hier – auf dem Vigneto Cannubi – gedeihen jene Trauben für den berühmten Barolo Cannubi Damilano. Jährlich rund 500 Stunden pro Hektar wenden hier der verantwortliche Agronom Giampiero Romana und sein Team auf, um umweltbewußt und im Bio-Anbau allerhöchste Qualität zu erzielen. Auch im schwierigen aktuellen Jahr 2017 gelang ihnen dies. Das Gebiet musste dank vogezogener Ernte (schon Anfang September beendet!) nur maximal 10 % Einbußen hinnehmen. Ausnahme: die Moscato-Traube (minus 40 %). Cannubi ist eben ein Schatz! Heute würde so ein Wunder-Weinberg in der Langhe für 3 bis 4 Mio. Euro gehandelt – pro Hektar! Wenn denn überhaupt jemand verkaufen würde!

Damilano Weinberg.
Damilano Weinberg.

 

Und der Cannubi 2013er – er kostet ab Gut 56 Euro – hält bei der Verkostung alle Vorschußlorbeeren. Es war ein reguläres Jahr, die Ernte schon nach fünf Tagen am 21. Oktober eingeholt, auf den Böden (45 % Sand) wunderbar ausgereifte Trauben für einen Lagenwein entstanden, der dann in der 1965 erbauten, 2004 runderneurten Kellerei 24 Monate im Holzfass (50 und 100 Hektoliter) und ein Jahr in der Flasche) reifte. Hervoragend, doch er darf auch noch ein paar Jährchen liegen. Auf 20 Jahre, schätzt Guido Damilano, der tagtäglich im Keller aktiv ist, kann es ein guter Barolo mühelos bringen. Auch der Cannubi 2013, der so Guido Damilano "in erstaunlicher Weise Kraft und Frucht vereint mit einer interessanten aromatischen Ausgewogenheit, die – mit der Zeit – spannende Nuancen ans Licht bringen wird”. Und sechs Stunden vor Genuss muss man ihn auch nicht entkorken. Zwei bis drei sollten für das Aushängeschild der Azienda reichen!

Insgesamt produziert Damilano vor Ort als großartige "Hüter der Nebbiolo-Traube” auf vier Edelhängen Baroloweine: Zum Cannubi gesellen sich die Unterzonen Liste, Brunate und Cerequio. Hinzu kommt ein Fünfter: der Barolo DOCG Lecinquevigne wird an 5 Hängen in Barolo, Verduno, Grinzano Cavour, La Morra und Novello gewonnen. 2018 soll mit der Diversifizierung der Lagenweine begonnen werden.

Jahrhundertweine ante portas: die Damilano Barolo Cannubi Riserva "1752” Riserva

Welche Entwicklung der Barolo als "König der Weine” nehmen kann und welches Privileg es ist, einen Weinberg wie den Cannubi zu besitzen, zeigt sich dann bei der Verkostung der Hausraritäten. Seit 2008 gibt es den Barolo Cannubi Riserva "1752”, die Essenz aller Weinkunst auf dem Gut Damilano, für die neben Giampiero Romana auch Önologe Alessandro Bonelli und Beppe Caviola als technischer Experte garantieren. Nur eine Handvoll Produzenten dürfen auf dem außergewöhnlichen Cannubi produzieren – und wachen mit Argusaugen über ihre Mikroparzellen. Seit 1935 gehört Damilano zum illustren Kreis dieser Glücklichen! Terroir ist hier das eine: 45 % Sand, 35 % Lehm, 20 % Tonerde, das Ganze in Süd-/Südost-Ausrichtung.

Im Damilano Weinkeller.
Im Damilano Weinkeller.

 

Und gerade der Sand sorgt beim Barolo Cannubi für intensivste Aromen, maßgebliche Frucht- (Kirsche, Pflaume) und Tabaknoten. Gleich der erste, zum Lammkarree in Kräuterkruste gereichte Tropfen ist eine Offenbarung: Der Barolo Cannubi Riserva "1752" 2010, neu auf dem Markt, da fünf Jahre im großen Fass und 24 Monate in der Flasche gereift, macht fast sprachlos: Hier zeigt der Barolo, was in ihm stecken kann und tatsächlich steckt. Da gibt es nichts zu kritteln, ein Barolo, der auf der Zunge zergeht und keine Wünsche offen lässt. Ein Prachtwein und am Edne auch mein Favorit! Denn ihm gegenüber hat es der Barolo Cannubi Riserva "1752" 2009 etwas schwer, sich zu behaupten. Er fällt etwas süßer, beeriger aus, hat vermutlich noch weiteres Potential in der Zukunft. Und dann kommt mit dem Barolo Cannubi Riserva "1752" 2008 doch tatsächlich noch ein Cru, der sich pompös und mit Recht anschickt, dem 2010er arge Konkurrenz zu machen (100 % Nebbiolo-Traube, 14 % Alk. perfekt bei 16 bis 17° C). Vielleicht ist dieser Wein, mit einem noch größeren Aromenspektrum als der 2010er ausgestattet, am Ende doch der Sieger?

In jedem Fall besticht die Qualität, ist reinste "Poesie aus der Flasche”. Dennoch: Am Ende bleibe ich am 2010er hängen, der unvergleichlich mundet, allerdings auch 10 Euro mehr kostet. Aber, wie eingangs gesagt: Plündern Sie ihr Aktiendepot, denn für den 2010er sind 190 Euro pro Flasche aufgerufen, 2009er und 2008er sind für nur je 180 Euro zu haben – wohlgemerkt ab Weingut! Doch die Anlage lohnt, weil nicht nur die Rendite am Ende höher als in jedem Aktienportfolio ausfallen dürfte. Sie haben auch den unvergleichlichen Genuss!

Und, übrigens: Die Weinliteratur kennt den Cannubi-Hügel schon seit Beginn des 18. Jahrhunderts. Die älteste noch existierende Flasche vom Hang befindet im Besitz der Familie Manzone in Bra, mit der Aufschrift "Cannubi 1752". Daher ist die Riserva der Damilano-Familie perfekt bezeichnet.

Damilano Barolo Cannubi 2012 mit Schachtel.
Damilano Barolo Cannubi 2012 mit Schachtel.

 

Und wer den nächsten Urlaub plant, sollte sich La Morra und Damilano vormerken. Denn dort kochen auch Massimo und Luciana Camia auf, die eng mit der Familie Damilano befreundet sind und mit dem Massimo Camia Ristorante eien weitern Stern zum Leuchten bringen. Kunststück: Massimo Camia, Jahrgang 1960, wuchs wie Gattin Luciana in Monforte d`Alba auf, beide sind fest mit der Langhe und auch der Barolo-Küche verwurzelt. Schon 2001 avancierte Massimo zum Michelin-Einsterne-Koch. Was will man mehr? Salute!

Information/Besuch/Kauf:
Damilano Azienda Agricola S.r.l., Strada Provinciale Alba – Barolo 122, 12064 La Morra (CN), Italien, Tel. +39 0173 5 61 05, Fax +39 0173 5 63 15, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.cantinedamilano.it 
Cantina Damilano (Weinladen): Strada Provinciale Alba – Barolo 122, 12064 La Morra (CN), Italien, Tel. +39 0173 561 05, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.cantinedamilano.it 
Mo. – Fr. 8.30 – 12.30, 14.30 – 18.00, Sa., So. 10.00 – 18.00 Uhr geöffnet

Damilano-Weinladen Dorf Barolo: Via Roma 31, 12060 Barolo (CN), Italien, Tel. +39 345 960 35 88, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.cantinedamilano.it 
Tgl. 10.30 – 18.30 Uhr geöffnet, Mi. geschlossen

Massimo Camia Ristorante, Strada Provinciale Alba – Barolo 122, 12064 La Morra (CN), Italien, Tel. +39 0173 563 55, Tel. +39 342 051 51 32, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. www.massimocamia.it 
Di. ganztägig sowie Mi. mittags geschlossen

Information Dorf La Morra:
La Morra Turismo, Piazza Martiri 1, 12064 La Morra (CN), Italien, Tel. +39 0173 50 03 44, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.lamorraturismo.it/en,
Mo., Di. 9.30 – 13.30, Do. – So. 10.00 – 18.00 Uhr, Mi. zu
Organisation von Weinkellerbesuchen, Önogastronomie, Wein, Trüffel, Delikatessentipps

Treffpunkt Dorf Barolo:
WiMu Museo del Vino a Barolo, Castello Comunale Falletti di Barolo, Piazza Falletti, 12060 Barolo (CN), Italien, Tel. + 39 0173 38 66 97, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.wimubarolo.it/it 
Tgl. 10.30 – 19.00 Uhr geöffnet; mit Degustation und Führungen; Eintritt: 8 €
Museo dei Cavatappi (Korkenziehermuseum), Piazza Castello 4, 12060 Barolo (CN), Italien, Tel. +39 0173 56 05 39, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.museodeicavatappi.it 
Fr. – Mi. 10.00 – 13.00, 14.00 – 18.30 Uhr geöffnet, Do. zu; Eintritt. 4 €
Mit Tourist Point des Tourismusbüros Roero Langhe (Eintritt frei) und Restaurant/Weinbar "Barolofriends", Piazza Castello 3, 12060 Barolo (CN), Italien, Tel: +39 0173 56 05 42, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.barolofriends.it

Fotos: Jürgen Sorges / Damilano

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Zuletzt bearbeitet am 19/12/2017

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