"Second Vin" der Superklasse: Le Serre Nuove dell`Ornellaia 2015

"Nur" ein Rosso DOC mit 14 %? Von wegen: Der neue Wein, hauptsächlich auf den jüngsten Weinbergen des Weltweinguts Ornellaia geerntet, stammt aus dem apostrophierten Jahrhundertjahrgang 2015…

Und er reflektiert keineswegs nur die von Ornellaia bekannte höchste Qualität, wird mit gleicher Hingabe und Detailtreue wie der Orginal-Ornellaia hergestellt. Kombiniert Generosität und profunde Geschmackstiefe zur vibrierend lebendigen ansprechend dynamischen Persönlichkeit.

64 % Merlot, 17 % Cabernet Sauvignon, 10 % Cabernet Frank, 9 % Petit Verdot! Der Le Serre Nuove dell`Ornellaia 2015 von der Tenuta nahe dem toskanischen Wein-Mekka Bolgheri, ist eine Wucht. Aber lassen wir den Meister, pardon, er ist "Weinmacher", vorab selbst zu Wort kommen. Axel Heinz, auch Direktor von Ornellaia mit perfekten Händen und perfektem Gaumen für erlesenste Supertoskaner, hat sich im März 2017 in seinen Verkostungsnotizen so festgelegt: "Le Serre Nuove dell’Ornellaia 2015 steht für einen außergewöhnlichen Jahrgang, der – was selten vorkommt – Reife, Substanz und ein sehr angenehmes Aroma in einem perfekt ausgewogenen Verhältnis vereint. Der Wein hat eine kräftige und junge Farbe und einen intensiven, reifen Fruchtgeschmack mit leicht würzigen Röstaromen. Im Mund entfaltet sich sein runder, samtiger, voller und harmonischer Geschmack, der an saftige Früchte erinnert. Im Abgang ist der Wein lebendig und ohne Kanten, erfrischt durch feine balsamische Anklänge".

Winemaker Axel Heinz.
Winemaker Axel Heinz.

 

Eigentlich wäre damit schon alles gesagt: Der Serre Nuove dell`Ornellaia 2015 ist ein perfekter Repräsentant seines Weinjahrgangs, der – glaubt man den Auguren und vor allem den wissenschaftlichen ermittelnden Önologen der Unis Florenz und Siena – die besten Werte seit Beginn der universitären Analysen mitbringt.

Nach dem für die gesamte Toskana schwierigen, ungewöhnlichen Klima des Jahres 2014 kommt nun mit dem 2015er wieder ein regulärer, sogar ein Bilderbuchjahrgang. Der Winter war normal, regnerisch wie mild, aber auch mit einigen wenigen Tagen mit Temperaturen unter 0° C. Der Austrieb setzte pünktlich in den ersten Apriltagen ein. Der sonnige, trockene Frühling bot ideale Bedingungen für eine gleichmäßige Entwicklung der Reben mit schneller, vollständiger Blüte Ende Mai. Ab Juni machte sich steigender Wasserstress bemerkbar. Der Juli 2015 wird als besonders heiß und trocken mit Höchsttemperaturen über 30 °C an jedem Tag des Monats in Erinnerung bleiben. Aufgrund der Hitze und ausbleibender Niederschläge befürchtete man schon Schlimmes: die ausbleibende Reifung und frühzeitige Weinlese. Glücklicherweise regnete es um den 10. August 2015 ausgiebig: Die Trauben konnten weiter ausreifen. Das Wetter kühlte die finale Reifungsphase deutlich ab. Dies kühle, sonnige Wetter hielt bis zur Weinlese an, die völlig entspannt und in aller Ruhe zum perfekten Reifezeitpunkt aller Weinberge ablief. Der Erfolg: Eine perfekte, frische, lebendige Aroma-Qualität mit perfektem Phenolgehalt üppigen, doch seidig samtenen und weichen Tanninen. Die Weinlese begann am 29. August mit dem Merlot und endete am 12. Oktober 2015 mit den letzten Reben Cabernet Sauvignon und Petit Verdot.

Ernte von Hand

Die Ernte erfolgte von Hand in 15 kg-Kisten und die Trauben wurden von Hand auf einem doppelten Sortiertisch vor und nach dem Entrappen sortiert und ausgewählt und schließlich leicht gepresst. Jede Sorte und jede Parzelle wurde separat vinifiziert. Die alkoholische Gärung erfolgte zwei Wochen lang in Edelstahl bei 26° bis 30° C, gefolgt von einer Maischestandzeit von 10 bis 15 Tagen. Die Gärung begann in Edelstahl und wurde dann in Barriques abgeschlossen.

Der Wein verblieb weitere 15 Monate im temperaturkontrollierten Keller von Ornellaia, wurde nach den ersten 12 Monaten zusammengestellt und dann erneut für drei weitere Monate in die Fässer gefüllt. Nach der Flaschenabfüllung reifte er weitere sechs Monate, bevor er nun auf den Markt kam. Der Preis des Le Serre Nuove dell`Ornellaia 2015 liegt bei 36 bis 40 € die Flasche – vollauf gerechtfertigt, die Qualität ist mehr als stimmig. Bleibt nur eine Frage offen: Wie gut wird erst der Original-Jahrhundertwein Ornellaia 2015, wenn schon der Zweitwein exzellent ist!

Fotos: Jürgen Sorges, Ornellaia

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Zuletzt bearbeitet am 01/09/2017

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