70.000 Schildkröten an Costa Ricas Küsten freigelassen

San José / Frankfurt am Main, 02. September 2020 – Sie gehören zu den ältesten Lebewesen der Welt und bewohnen bereits seit rund 200 Millionen Jahren alle tropischen und subtropischen Meeresgebiete: Meeresschildkröten verbringen ihr gesamtes Leben im Wasser.

Lediglich zur Eiablage gehen sie an den Strand. Besonders gern tun sie das in Costa Rica, denn das zentralamerikanische Land gehört aufgrund seiner Lage und seines Klimas zu den wichtigsten Eiablage-Plätzen für Meeresschildkröten weltweit. Tausende echte und unechte Karett-, sowie Oliv-, Bastard-, Suppen-, Grüne- und Lederschildkröten kommen jährlich an die Pazifikküste, um dort ihre Eier in Sand einzubuddeln. Hier schlüpft auch später der Nachwuchs, für viele Beobachter ein unvergessliches Erlebnis. Leider sind Meeresschildkröten vom Aussterben bedroht, weshalb auch viele Schutzprojekte initiiert wurden. Eines davon ist das "Moín Beach Sea Turtle Conservation Project", das zwischen 2015 und 2019 mehr als 70.000 Schildkröten freigelassen und damit gerettet hat.

Darunter waren 90 Prozent Lederschildkröten, 8 Prozent Grün- und 2 Prozent Karettschildkröten. Der Minister für Umwelt und Energie, Carlos Manuel, weist darauf hin, dass am Moin Beach drei Arten von Meeresschildkröten nisten: Grüne Meeresschildkröten, die als gefährdet gelten, sowie Lederschildkröten und Karettschildkröten, die weiterhin vom Aussterben bedroht sind. "Das Programm versucht den Einheimischen, die Bedeutung des Verzichts auf den Verzehr von Schildkrötenfleisch oder -eiern zu vermitteln und diese gefährdeten Arten zu schützen", sagt er.

Dabei trägt das Einbinden der Einheimischen sowie von Touristen in das Projekt zum Gelingen der Aktion bei. So freut sich Projektdirektor Didiher Chacón Chaverri, dass er an jedem Auswilderungstag die Unterstützung von Menschen aus der Gemeinde, Projektmitarbeitern und mindestens 100 Kindern aus den Schulen der Gegend hatte. Letztere nehmen am Umweltbildungsprogramm teil, das im Rahmen des Projektes angeboten wird. Chacón erläutert: "Vor dem Projekt wurden fast alle Nester geplündert, heute besteht jedes aus ungefähr 83 Eiern, von denen 65 Prozent der Jungtiere erfolgreich freigelassen werden." Zusätzlich wird der Plan des Tropenforschungszentrums (CCT) zum Schutz von Meeresschildkröteneiern und zur Freilassung von Jungtieren auf dem 18 Kilometer langen Strandstreifen, umgesetzt.

Aktuell sei die Zusammenarbeit mit der Gemeinde aufgrund der Einschränkungen durch die Pandemie verstärkt worden. "Auf diese Weise ist es uns gelungen, 278 Nester zu sammeln. Das entspricht in etwa 50 Prozent dessen, was in einem normalen Jahr erreicht wird", erklärt Chacón Chaverri. Mittelfristig sei es das Ziel auch internationale Touristen beim Projekt mit einzubeziehen. So solle bis 2021 eine Gruppe lokaler Führer gegründet werden, die mit dem Ausbau des Ökotourismus beginnt. Dabei will man beispielsweise durch das Anbieten von Nachtwanderungen ein Bewusstsein für den Schutz der Schildkröten schaffen, um den Verzehr ihrer Eier und ihres Fleisches zu unterbinden. Derzeit besteht das Team des Meeresschildkröten-Schutzprojektes in Moin Beach aus 7 Personen – 2 Biologen und 5 Gemeindemitgliedern -, die von Sicherheitspersonal unterstützt werden.

Übrigens: Die Meeresschildkröten, die im costa-ricanischen Sand das Licht der Welt erblicken, kehren viele Jahre später, sobald sie geschlechtsreif sind, wieder zur Eiablage an ihren Geburtsort zurück. Die Ankunft der streng geschützten Meeresbewohner – auch bekannt als "Arribada" – sowie das Schlüpfen der Jungtiere ist ein unvergessliches Erlebnis für Groß und Klein. In Costa Rica gibt es wichtige Schutzgebiete an der Karibik- und Pazifikküste. Hier bieten viele weitere Organisationen spezielle Programme, um den Schildkröten bei der Eiablage und beim Schlüpfen der Jungtiere zu helfen.

Foto: ICT

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